"Aktion Leben": Britische Embryonen-Entscheidung "unverantwortlich"

"Gipfel des Machbarkeitswahns mancher Forscher erreicht"

Wien, 20.5.08 (KAP) Als ein "unverantwortliches Experiment" hat die "Aktion Leben" die britische Parlamentsentscheidung kritisiert, mit der "grünes Licht" für die Produktion von Mensch-Tier-Wesen gegeben wurde. "Damit ist ein Gipfel des Machbarkeitswahns mancher Forscher erreicht", so die Generalsekretärin der "Aktion Leben"-Österreich, Martina Kronthaler. Niemand könne die Folgen derartiger Forschungen absehen, es sei "unverantwortlich der Menschheit gegenüber", solche Experimente zuzulassen. "Die Vermengung von tierischem und menschlichem Erbgut macht das ethische Problem der embryonalen Stammzellenforschung nicht kleiner, sondern größer", betonte Martina Kronthaler.

Das britische Unterhaus hatte mit großer Mehrheit dafür gestimmt, Mischwesen zu erzeugen, die zu 99,9 Prozent aus menschlicher und zu 0,1 Prozent aus tierischer DNA bestehen. Diese Hybrid-Embryonen sollen für die embryonale Stammzellenforschung verwendet werden.

"Doch diese Forschung hat sich bislang als ein Irrweg erwiesen", warnte Martina Kronthaler. Es sei unverständlich, dass sie ständig weiterbetrieben werde: "Hier wird mit Hoffnung auf Heilung von Krankheiten gespielt, obwohl sich diese Hoffnung bisher nachweislich immer zerschlagen hat".

Für die "Aktion Leben" ist es "allerhöchste Zeit, europaweit gesetzliche Grenzen zu ziehen". Für Österreich forderte die Lebensschutz-Organisation mit ihrer Bürgerinitiative "Bevor es zu spät ist" bereits ein klares Verbot tier-menschlicher Mischformen. Auch die internationale Gemeinschaft müsse sich diesem Problem in ethisch verantwortlicher Weise stellen, forderte Martina Kronthaler.

Menschliche Embryonen seien "kein beliebig verwendbarer Rohstoff". Sie stellten vielmehr die erste Daseinsform eines Menschen dar, dem in all seinen Lebensphasen Würde zukomme. Eine Forschung, die das negiere, "wird auch keine menschenwürdigen Ergebnisse liefern", ist die "Aktion Leben"-Generalsekretärin überzeugt.

Martina Kronthaler belegte die Fragwürdigkeit der Forschung mit Hybrid-Embryonen mit der kürzlich verlautbarten "Erfolgsmeldung", wonach es US-Forschern in einer Tierstudie gelungen sei, die Symptome einer Parkinson-Erkrankung durch Transplantation von embryonalen Stammzellen fast vollständig zu beheben. "Doch der Erfolg war nur von kurzer Dauer", heißt es in der Aussendung weiter: "Eine histologische Untersuchung zehn Wochen später zeigte ein unkontrolliertes Wachstum der meisten Zellen, die Dopamin-Produktion war hingegen wieder deutlich reduziert. Der Preis für eine vorläufige Besserung der Symptomatik war die Entwicklung von Hirntumoren". (ende)
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