WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Ohne Rubel keine Wuchtel - und das ist besser so - von Wolfgang Unterhuber

Investoren und Sponsoren haben den Fußball attraktiver gemacht

Wien (OTS) - Heute steigt in Moskau das Champions League-Finale Manchester United gegen den FC Chelsea. Ein Fußballfinale, bei dem es nicht nur um den Sport an sich geht. Es geht dabei auch um Profit. Profit für die Eigentümer. Hinter Chelsea steht der russische Oligarch Roman Abramowitsch, hinter ManU der US-amerikanische Familienkonzern Glazer. Beide Klubs jonglieren mit hunderten Millionen Euro, die sie etwa aus dem Ticketverkauf, Merchandising, aus Product-Placement und den Einnahmen aus TV-Verträgen lukrieren. Nicht zu vergessen der An- und Verkauf diverser Fußballstars nebenbei. Allein ManU erzielte in der Saison 2006/07 einen Vorsteuer-Gewinn von 80 Millionen Euro.

Das Beispiel der beiden "englischen" Traditionsklubs zeigt eines deutlich: Ohne Rubel rollt im Fußball (und im Sport generell) heute keine Wuchtel mehr. Das gilt auch für Österreich. Die Kommerzialisierung des Fußballs ist hier mit den Namen Frank Stronach (Austria Wien) und Dietrich Mateschitz (Red Bull Salzburg) verbunden. Groß war die Aufregung, als Mateschitz nach dem Motto "Wer zahlt, schafft an" die violetten Traditionstrikots der Salzburger durch neue Red Bull-Shirts ersetzte. Und bei der Wiener Austria war sowieso immer Stronach der Sündenbock für fehlende sportliche Leistungen. Fragt sich nur, wo diese Vereine ohne die beiden Investoren heute sportlich und vor allem ökonomisch stehen würden. Das gilt auch für den aktuellen Meister, Rapid. Dort ist zwar nicht ein großer Big Spender am Werk, dafür aber dutzende kleinere Sponsoren.

Auch wenn sich die Fanbasis gerne nach den alten Zeiten sehnt, als richtige Schlammschlachten noch vor einer Ostblock-Kulisse ausgetragen wurden, die Millionen der Investoren und Sponsoren haben den Fußball attraktiver gemacht. Fußball ist heute keine Sache mehr, die nur irgendwelche Ultras etwas angeht, sondern ein Volksevent. Und wenn dabei auch noch die gesamte Wirtschaft davon profitieren kann, umso besser.

641 Millionen Euro an Wertschöpfung soll nach einer aktuellen Studie die bevorstehende Europameisterschaft der österreichischen Wirtschaft bringen. 13.000 Menschen werden zumindest während der Spiele zusätzlich beschäftigt sein. Nicht zu unterschätzen ist auch der Werbewert durch die internationale Berichterstattung. Vor dem Hintergrund der grauslichen Kelleraffären hat Österreich eine Imagepolitur ohnehin dringend nötig.

Das alles ist Fußball. Ein Sport, von dem nicht nur die Investoren profitieren, sondern wir alle.

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