Volkskrankheit Alzheimer-Demenz

Wien (OTS) - Je einfacher die Medikamentenanwendung, desto höher die Therapietreue/Kommunikation stellt Betroffene und Angehörige vor Herausforderung/Neuer Kommunikationsleitfaden: "Demenz - Bessere Kommunikation mit den Betroffenen"/Die entscheidende Rolle der Angehörigen

Unter einer Alzheimer-Demenz leiden nicht nur die Erkrankten selbst. Gerade bei den pflegenden Angehörigen ist der Leidensdruck sehr hoch, wie eine aktuelle Studie der GfK Austria zeigt. Die Meinungsumfrage brachte zwei wesentliche Aspekte in der Betreuung Demenzkranker ans Licht: Kommunikationsprobleme zwischen den Betroffenen und den Angehörigen sind oftmals sehr belastend und je einfacher die Medikamenteneinnahme desto höher die Compliance, die Therapietreue der Patienten.

Alzheimer-Demenz beginnt mit Gedächtnisstörungen und Orientierungsproblemen. In den ersten Krankheitsjahren bleiben diese Symptome aufgrund der erhaltenen "Fassade" des Patienten noch verborgen, manche Angehörige neigen auch dazu, die frühen Anzeichen der Demenz zu bagatellisieren. "Dabei ist die Enttabuisierung der Vergesslichkeit gerade für die Früherkennung der Alzheimer-Demenz so wichtig", betont Univ.-Prof. Dr. Peter Dal-Bianco, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie und Vorstandsmitglied der Österreichischen Alzheimer Gesellschaft. Durch eine möglichst frühzeitige Diagnose und einen raschen Therapiebeginn kann das Fortschreiten der Erkrankung verzögert werden.

Je einfacher die Medikamentenanwendung, desto höher die Therapietreue

Die Erkrankung kann umso besser behandelt werden, je eher die Patienten regelmäßig ihre Medikamente einnehmen. "Unsere Studie zeigt einen starken Zusammenhang zwischen der Einfachheit der Medikamentenanwendung und der Regelmäßigkeit der Anwendung", so Astrid Essl, GfK Austria. Das ist auch insofern nicht verwunderlich, da jeder 7. Alzheimerpatient bereits mehr als vier Medikamente täglich einnimmt.

Kommunikation mit den Betroffenen stellt Angehörige vor spezielle Herausforderung

Die Hauptlast der Betreuung und Pflege älterer dementer Menschen wird nach wie vor von den Familien getragen. Sieben bis acht von zehn Demenzkranken leben zu Hause und werden von ihren nächsten Angehörigen gepflegt. "Im Verlauf der Demenzerkrankung sind die Angehörigen mit vielen neuen Aufgaben konfrontiert. Eine spezielle Herausforderung stellt dabei die veränderte und erschwerte Kommunikation mit den Betroffenen dar", weiß Mag. Antonia Croy, Präsidentin der Alzheimer Angehörigen Austria. Kommunikation mit dementen Menschen ist deswegen so schwierig, weil etwa Worte und Zeichen nicht verstanden werden und oft keine oder eine unpassende Antwort gegeben wird. Umgekehrt verstehen auch die Kranken vieles nicht mehr und sind auf das Verständnis und Einfühlungsvermögen ihrer Angehörigen oder Betreuer angewiesen.

Neuer Kommunikationsleitfaden für Betroffene

Das bestätigt auch die GfK-Studie: "79 Prozent aller Angehörigen gaben an, dass sie oft bis manchmal Schwierigkeiten in der Kommunikation mit Alzheimerpatienten haben, wobei diese durch jeden Dritten Angehörigen als belastend empfunden werden", so Essl. Mit den Schwierigkeiten steigt auch der Wunsch nach einem Erfahrungsaustausch (57 Prozent) und nach Informationsbroschüren zum Umgang mit Kommunikationsproblemen (45 Prozent). Das Pharmaunternehmen Pfizer hat diesen Wunsch aufgegriffen und den Kommunikationsleitfaden "Demenz - Bessere Kommunikation mit den Betroffenen" herausgegeben. Die Broschüre wurde in Zusammenarbeit mit den Alzheimer Angehörigen Austria, der Österreichischen Alzheimer Liga und der Österreichischen Alzheimer Gesellschaft erstellt. "Mit dieser Broschüre, die einen Bogen von der Kommunikation bei der Medikamenteneinnahme über ein besseres Verstehen der Erkrankten bis hin zu einfachen Kommunikationstipps spannt, wollen wir helfen, eine für beide Seiten befriedigende Kommunikation zu schaffen, die letztendlich die Pflegesituation entspannt", so Mag. Sigrid Labenbacher, Pflegewissenschaftlerin und Mitautorin des Kommunikationsleitfadens. Die Broschüre kann im Internet unter www.pfizer.co.at bestellt werden.

Case- und Care-Management

Ein im deutschsprachigen Raum relativ neues, im anglosächsischen Raum jedoch längst etabliertes Fachgebiet der Medizin und Pflege, ist eine im Fachjargon als Case- und Care Management bezeichnete Strategie. "Dieser spezialisierte Zweig in der Pflege setzt sich mit den Problemen an den Schnittstellen des Gesundheits- und Betreuungssystems auseinander, um damit Pflegebedürftige, deren Angehörige und involvierte offizielle Stellen besser unterstützen zu können", erläutert Natalie Lottersberger, DGKS, Geschäftsführerin von Care-Ring. Care-Ring arbeitet seit November 2005 an der Entwicklung für Coordinated Care im Case Management Bereich in Österreich. Lottersberger: "Oberstes Ziel der koordinierten Versorgung ist die Entwicklung von kostengünstigen Strategien für die Gesundheitssysteme, welche sich stärker an den Bedürfnissen von Menschen mit komplexen chronischen Erkrankungen orientieren."

Dokumentarfilm: "Der Tag, der in der Handtasche verschwand"

Besonders anschaulich wird das Leben einer an Alzheimer erkrankten Frau im Dokumentarfilm "Der Tag, der in der Handtasche verschwand" von der deutschen Dokumentarfilmerin Marion Kainz aus dem Jahr 2000 dargestellt. "Für den Film hat mich Eva Mauerhoff, die in einem Duisburger Altenheim lebt, über ein Jahr lang vertrauensvoll in ihre Welt mitgenommen. Frau Mauerhoff kann die ausweglose Situation, in der sie sich befindet, sehr eindrucksvoll schildern. Damit schenkt uns der Film Möglichkeiten, unseren Kontakt mit Demenzkranken Menschen besser zu gestalten." Der Film ist für Fachpublikum, nach Faxanmeldung unter 01-8904390-91, in ausgewählten österreichischen Kinos zu sehen: Am 29. Mai um 18.30 Uhr im ELMO Kino Salzburg und am 05. Juni um 18.30 Uhr im Schubert Kino Graz.

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