Caritas-Mitarbeiterin Grawe nach Beben in China: "Die Erde bebt weiter"

Caritas Österreich stellt zunächst 40.000 Euro für die Soforthilfe zur Verfügung/Grawe steht im Katastrophengebiet für Interviews zur Verfügung

Wien (OTS) - "Die Fernsehbilder, die die Menschen in Peking und in der ganzen Welt sehen, sind schlimm, aber sie sind nur ein kleiner Ausschnitt aus einer der größten Naturkatastrophen der letzten Jahre. Und das Ausmaß ist noch lange nicht abzusehen, die Erde bebt weiter, Dämme drohen zu brechen", sagt Caritas-Mitarbeiterin Christina Grawe, die sich derzeit im Katastrophegebiet befindet. "Die Regierung in Peking hat am gestrigen Montag drei Tage Staatstrauer angesetzt, aber der Schmerz im Herzen aller Chinesen wird sich wohl länger halten", ist sie überzeugt. Für die erste Nothilfe hat die Caritas Österreich 40.000 Euro zur Verfügung gestellt und bittet dringend um Spenden.

Hier der erster Bericht der deutschen Caritas-Mitarbeiterin über die Hilfsmaßnahmen der Caritas, die in Zusammenarbeit mit der christlichen Nonnen durchgeführt werden:
"Alle wollen helfen", sagt Pater John Zhang, der Direktor von Jinde Charitas. Das ist die von Caritas unterstützte kirchliche Non-Profit-Organisation in Shijiazhuang. "Unsere Telefone klingeln immer noch nonstop. Unglaublich viele Menschen wollen mehr tun als Geld spenden und beten. Aber nur professionelle Hilfe ist in der momentanen Situation wirklich effektiv. Und darum hat Jinde Charitas auch ausschließlich ausgebildete Helfer in die betroffenen Gebiete geschickt. Vor dem Abflug in die Erdbebenprovinz wurden alle noch speziell geschult von einer Krankenschwester, die bereits im letzten großen Erdbeben von 1976 aktiv Erfahrungen sammeln konnte.
Mit Zelten, in denen sie übernachten, ist das 46köpfige medizinische Helfer-Team seit Tagen unterwegs. Zu Fuß und auf Trucks zu entlegenen Orten. In den Bergen Sichuans. Immer wieder selbst in Lebensgefahr durch Erdrutsche und Nachbeben. In improvisierten Krankenstationen, Zeltlagern und am Rande der Schuttberge kümmern sie sich um Verletzte und Überlebende.

Die Bergungsarbeiten führt das chinesische Militär mit Unterstützung internationaler Rettungsgruppen durch. Das von der Caritas unterstützte Team besteht überwiegend aus Frauen, die sich gezielt um die sichtbaren und unsichtbaren Wunden der Überlebenden kümmern. "Waisenkinder, alte Menschen und schwangere Frauen stehen bei unserer Hilfe im Vordergrund." berichtet Schwester Jingai Zhai aus der Nähe von Mianyang. Die Zusammenarbeit mit den anderen Hilfskräften klappt gut, erzählt die Jinde-Mitarbeiterin: "Wir wurden mit Freude empfangen. Und gleich am nächsten Tag wurden wir schon gefragt, ob wir noch mehr Helfer stellen können. Besonders für die Kinder, die ihre Eltern verloren haben, brauchen wir hier noch Unterstützung."

Wie viele Kinder durch das Erdbeben verwaist wurden, lässt sich noch nicht genau beziffern. "Das ist noch viel zu früh" betonte kürzlich das chinesische Familienministerium. "Noch steht die Suche nach den Eltern und Überlebenden im Vordergrund."

Das Jinde Charitas Team hat mittlerweile ein Basislager in Mianyang eingerichtet, startet von dort aus in drei Gruppen. Ordensschwestern im Habit kennen viele Menschen dort nicht, im ganzen Land gibt es nur rund 4000 katholische Nonnen. Aber sie kommen extrem gut an, erzählt Father Zhang. Während sich ein zweites Jinde Charitas Team auf den Einsatz bei den Kindern und Kranken vorbereitet, wächst in den Camps die Angst vor Seuchen. Eine der Aufgaben, die die von Caritas unterstützten Helfer jetzt ebenfalls mitübernehmen: das Desinfizieren und Aussprühen der Not- und Krankenlager.

Nach 14 Tagen soll das jetzige Team ausgewechselt werden. Denn auch für die Helfer ist die Situation oft extrem belastend. "Schlimm ist aber eigentlich nur, wenn wir zum Desinfizieren eingeteilt sind" berichtet Schwester Jingai Zhai. "Denn dann müssen wir an die sogenannte Frontline, in die schlimmste Zerstörung, zu den Leichen, den Massengräbern."

Die Caritas bittet um Spenden für die Opfer des Erdbebens in China. Spendenkonto: PSK 7.700 004, BLZ 60.000, Kennwort: Erdbeben China

Caritas-Mitarbeiterin Christina Grawe steht in China für Interviews zur Verfügung.

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Rückfragehinweis und Interviewvermittlung über:
Silke Ruprechtsberger, Caritas Österreich - Kommunikation
Tel: 0664/82 66 909

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