ÖH: Diskriminierung von Frauen bei Medizin-Aufnahmetests muss entgegengewirkt werden

Grundlegende Reform des Schulsystems ist notwendig

Wien (OTS) - Die heutige Präsentation der endgültigen Ergebnisse der Studie zur Diskriminierung von Frauen bei Medizin-Aufnahmetests, mit welcher Bildungspsychologin Spiel beauftragt wurde, beweist für die Österreichische HochschülerInnenschaft erneut die dramatische Geschlechterschieflage in der österreichischen Bildungslandschaft. "Es scheint als hätten auch die politischen EntscheidungsträgerInnen erkannt, dass die Diskriminierung von Frauen in der österreichischen Gesellschaft leider nach wie vor tief verankert ist. Es ist wichtig, dass nun offensichtlich auch von Seiten der Regierung geplant ist, von Beginn an ein Augenmerk auf gendersensiblen Unterricht und auf Gendersensibilität in der LehrerInnenausbilung zu legen. Allerdings wird dies nur als ein langfristiges Ziel genannt, weshalb zu befürchten ist, dass die Umsetzung noch lange auf sich warten lassen wird", konstatiert Verena Czaby vom ÖH-Vorsitzteam und fordert sofortige Konsequenzen.

"Wie heute von Wissenschaftsminister Hahn präsentiert sollte schnellstmöglich an der Adaption des Tests mit den TestentwicklerInnen gearbeitet werden, um eine Diskriminierung zukünftiger StudienanfängerInnen in Medizin zu verhindern. Die Leitung der Medizin Uni Graz hat heute bereits eine Neugewichtung, welche der Diskriminierung von Frauen entgegenwirken soll, angekündigt. Für Wien und Innsbruck scheint das nach heutigen Angaben aufgrund der Testarchitektur des EMS-Tests zumindest noch einige Jahre zu dauern, was in unseren Augen fahrlässig wäre. Eine grundsätzliche Abkehr vom EMS-Test sollte in Erwägung gezogen werden, denn ein weiteres Zuwarten wäre fatal für die angehenden Studentinnen. Außerdem ist eine grundlegende Reform des Schulsystems wichtig um dieser Benachteiligung dauerhaft entgegenzuwirken", erklärt Lisa Schindler (ÖH-Vorsitzteam).

Auch wenn es zumindest schon einige positive Entwicklungen gegeben hat sieht auch Hartwig Brandl (ÖH-Vorsitzteam) noch viel Handlungsbedarf: "Es ist erfreulich, dass es heuer schon einige Verbesserungen in der Vorbereitungsphase zu den Medizin-Aufnahmetests gegeben hat, wie etwa verstärkte Informationskampagnen und Testläufe der Aufnahmetests. Dennoch muss hier noch viel getan werden um der Geschlechterschieflage entgegenzuwirken. Wir fordern daher eine schnellstmögliche Adaption der Tests an allen drei Medizinuniversitäten um der Diskriminierung von Frauen entgegenzuwirken und nicht noch weiter diesem Problem tatenlos zuzusehen. Darüber hinaus fordern wir sowohl das Bildungs- als auch das Wissenschaftsministerium auf in diesem Bereich zusammenzuarbeiten, um hier eine Diskriminierung von Frauen und auch von sozial Schwächeren auf allen Ebenen des Schul- und Hochschulsystems zu verhindern."

"Die Erfahrungen mit Zugangsbeschränkungen haben außerdem gezeigt, dass vor allem sozial Schwächere und Frauen diskriminiert werden. Wir fordern daher die Abschaffung der Zugangsbeschränkungen und die Wiedereinführung des freien und offenen Hochschulzugangs", so das Vorsitzteam der ÖH abschließend.

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