Brauner: Aufwind im Wiener Hafen hält weiter an

Rekordergebnis im Jahr 2007 mit Zuwächsen in allen Geschäftsbereichen - neuer Containerterminal im September fertig

Wien (OTS) - Der Wiener Hafen kann für das Jahr 2007 wieder mit einem Rekordergebnis aufwarten. Das stetige Wachstum der letzten Jahre hält weiter an. Mehr Fracht, mehr Container, mehr Schiffe und mehr Passagiere bringen neuerlich mehr Umsatz und mehr Gewinn. Der Umsatz der Wiener Hafen-Gruppe ist auf 45 Millionen Euro geklettert, das sind um drei Millionen Euro mehr als im Jahr 2006 und entspricht einer Steigerung um über sieben Prozent. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) konnte um 4,7 Prozent auf 8,9 Millionen Euro gesteigert werden (2006: 8,5 Mio. Euro).****

"Wien wird als Wirtschaftsstandort und als Drehscheibe für die Warenströme im Herzen Europas immer wichtiger, das zeigt auch das neuerliche, erfreuliche Ergebnis des Wiener Hafens. Es ist für uns auch eine Bestätigung, den erfolgreich eingeschlagenen Weg weiter konsequent fortzusetzen. Mit dem größten Ausbauprogramm in der Geschichte des Wiener Hafens rüsten wir derzeit dieses Wirtschaftszentrum zu einer der wichtigsten Logistikdrehscheiben für Mittel- und Südosteuropa auf. Das Investitionsvolumen dafür im Zeitraum 2006 bis 2009 beläuft sich auf insgesamt 150 Millionen Euro, die wir gemeinsam mit Partnern wie der ÖBB investieren. So zum Beispiel in den Bau des neuen Containerterminals, den wir bereits Mitte September eröffnen werden", erklärte Finanz- und Wirtschaftsstadträtin Vizebürgermeisterin Mag.a Renate Brauner im Bürgermeister-Mediengespräch am Dienstag.

Trimodal zum Erfolg: Perfekte Vernetzung von Schiff, LKW und Eisenbahn

"In den letzten Jahren ist es uns hervorragend gelungen, den Wiener Hafen als einen der größten europäischen Donauhäfen nachhaltig zu etablieren. Wir ernten die ersten Früchte für die ständige Verbesserung der Infrastruktur für die Schifffahrt genauso wie für die Fracht, die per LKW und Zug transportiert wird. Damit haben wir den Wiener Hafen zum größten trimodalen Logistikzentrum in Österreich gemacht. Denn die optimale Anbindung an die drei wesentlichen Bereiche im Gütertransport - das Schiff, die Eisenbahn und den LKW -ist ein Standortvorteil, um den uns viele andere Logistikzentren beneiden. Wir setzen konsequent auf diese Vernetzung und steigern damit die Bedeutung des Wiener Hafens für die Wirtschaft im gesamten Zentral- und osteuropäischen Raum von Jahr zu Jahr", so Komm.-Rat Peter Hanke, Geschäftsführer der Wien Holding.

Steigerungen in nahezu allen Geschäftsbereichen

An der ausgezeichneten Geschäftsentwicklung haben so gut wie alle Geschäftsbereiche ihren Anteil. So ist das Containergeschäft neuerlich um 17 Prozent gewachsen. Im Bereich Auto-Terminal liegt die Zuwachsrate bei 3 Prozent. Der Schiffsumschlag floriert mit einem Zuwachs von 24 Prozent. Im Lagergeschäft beträgt das Wachstum vier Prozent und bei der Personenschifffahrt der DDSG Blue Danube konnte die Anzahl der Passagiere um sieben Prozent erhöht werden. Die Anzahl der im Personenhafen bei der Reichsbrücke abgefertigten Passagiere ist um 15 Prozent gestiegen.

Insgesamt wurden im Jahr 2007 im Logistikzentrum Hafen Wien - es umfasst das gesamte Hafenareal mit der Wiener Hafen-Gruppe und alle weiteren dort ansässigen privaten Unternehmen - 12 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Das sind um rund 1,2 Millionen Tonnen mehr (Plus 11 Prozent) als im Vorjahr (10,8 Mio. Tonnen). Zu diesen zwölf Millionen Tonnen Gütern hat allein die Wiener Hafen-Gruppe, die zum Wien Holding-Konzern gehört, 5,5 Millionen Tonnen beigetragen. Das sind um 16 Prozent mehr als im Vorjahr (2006: 4,7 Mio. Tonnen), freut sich Hafen-Direktor Mag. Walter Edinger über das ausgezeichnete Ergebnis.

Etwa die Hälfte der über den Wiener Hafen umgeschlagenen Güter erfolgt per LKW, 35 Prozent per Bahn und 15 Prozent per Schiff. Der Personalstand der Wiener Hafen-Gruppe stieg auf 241 MitarbeiterInnen (2006: 218).

Neuer Rekord bei Containerumschlag

Noch nie wurden so viele Container im Wiener Hafen umgeschlagen wie im Jahr 2007. Insgesamt waren es rund 323.000 Containereinheiten (TEU), das bedeutet ein Plus von 17 Prozent im Vergleich zum Jahr 2006 (2006: 277.000 TEU). Die Wachstumsraten sind enorm. Denn bereits von 2005 auf 2006 hat es eine Steigerung um 23 Prozent gegeben. Somit hat sich der Wiener Hafen im Containergeschäft in den letzten Jahren zum zentralen Knoten vor allem im Überseecontainerverkehr entwickelt. Bereits 66 Züge pro Woche bringen mittlerweile die Container vom Wiener Containerterminal zu den großen europäischen Seehäfen wie Rotterdam, Hamburg, Bremerhaven und Duisburg. Weitere Züge verbinden den Wiener Hafen mit Knotenpunkten im zentral- und osteuropäischen Raum wie Budapest und Bratislava. Derzeit laufen auch Gespräche über eine Ganzzugsverbindung nach Rumänien.

Das Containergeschäft wird von der WienCont, einem Tochterunternehmen des Wiener Hafens abgewickelt. Neben dem Standort im Wiener Hafen gehören zur WienCont auch noch Standorte in Krems, Graz, Wels und Villach. An den fünf Standorten zusammengerechnet wurden im Jahr 2007 insgesamt 391.000 Containereinheiten umgeschlagen und damit der Vorjahreswert um 15 Prozent übertroffen.

Hafenausbau geht ins Finale: Eröffnung des neuen Containerterminals im September

Das im Jahr 2006 gestartete Hafenausbauprogramm um insgesamt 150 Millionen Euro geht in die Schlussphase. Bereits abgeschlossen sind die Errichtung der Rohstoffhallen sowie die neue Kaimauer im Alberner Hafen. Das Großprojekt schlechthin ist der Bau des neuen Containerterminals samt der dazugehörigen Infrastruktur bei Schiene und Straße. Im Februar 2007 erfolgte der Spatenstich für das gemeinsame Projekt mit den ÖBB. Der erste Containerbrückenkran wurde bereits zur Montage angeliefert, der zweite folgt im Juli, so dass ab September 2008 mit dem zweiwöchigen Probebetrieb begonnen werden kann. In Vollbetrieb wird der neue Terminal dann mit Mitte September 2008 gehen. Dann wird ein Großteil der 66 Containerzüge bereits über den neuen Terminal abgewickelt werden. Bis Ende 2009 wird noch der alte Terminal umgebaut und auf den modernsten Stand der Technik gebracht. Die Kapazität im Containerbereich wird damit insgesamt auf 500.000 Containereinheiten im Wiener Hafen erhöht.

Das zweite Großprojekt im Rahmen des Hafenausbaus ist die Errichtung des neuen Hafentores für den Hafen Freudenau. 20,5 Millionen Euro werden investiert, um damit den Hafen Freudenau komplett vor Hochwasser zu schützen und den Betrieb im Hafenbecken sowie auf dem Hafengelände auch während der Hochwasserphasen fortsetzen zu können.

Mit den Arbeiten am Hafendamm wurde bereits begonnen. Neue Dichtwände, die bis in eine Tiefe von 32 Meter reichen, werden auf einer Dammstrecke von zwei Kilometern eingebaut. Diese neuen Dichtwände verhindern das Eindringen von Wasser aus dem Donaukanal in den Hafenbereich. Die Arbeiten am Hafentor, das im Hochwasserfall automatisch geschlossen wird, starten im Sommer. Ab Ende 2009 ist das Projekt abgeschlossen und der Hafen Freudenau komplett vor Hochwasser sicher.

Mehr Schiffe mit mehr Fracht im Jahr 2007

Per Schiff werden im Wiener Hafen vor allem Mineralölprodukte (über 60%) sowie Baustoffe wie Zement, Sand oder Stahlprodukte bzw. landwirtschaftliche Produkte wie Getreide und Kunstdünger transportiert. Die Vorraussetzungen für die Donauschifffahrt waren im Jahr 2007 wesentlich besser als im Jahr 2006. Es hat weniger Phasen mit Niederwasser und auch weniger Eis im Winter gegeben. Ein Umstand, der sich sowohl auf die Schifffahrt insgesamt wie auch auf die per Schiff transportierten Gütermengen positiv ausgewirkt hat.

In allen drei Häfen (Hafen Albern, Hafen Freudenau und Ölhafen Lobau) wurden im Jahr 2007 insgesamt 1.649 Frachtschiffe (plus 15 Prozent) abgefertigt und 1,6 Millionen Tonnen Ware am Wasserweg umgeschlagen. Das bedeutet eine Erhöhung von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders stark gestiegen ist die Anlieferung von Stahl mit dem Schiff.

Neue Rohstoffhalle und neuer Hafenkran

Auch um die Auswirkungen von für den Schiffsverkehr ungünstigen Wasserverhältnissen besser ausgleichen zu können, erweitert der Wiener Hafen konsequent seine Lagerflächen für Schüttgüter. Insgesamt verfügt der Wiener Hafen bereits über drei große Schüttguthallen. Die größte davon mit einer Kapazität von 20.000 Tonnen wurde im Jahr 2007 fertig gestellt und eröffnet. Insgesamt können in den drei Rohstoffhallen 36.000 Tonnen Schüttgüter gelagert werden. Über 30 Schiffsladungen haben darin Platz. Diese Schüttgüter werden entweder abgefüllt in Big Bags, auf Paletten in Säcken gestapelt bzw. als lose Waren geliefert. Die Hallen wurden vom Markt ausgezeichnet angenommen und sind nahezu komplett ausgelastet.

Um die Bewirtschaftung der Schüttgutanlagen weiter zu verbessern, wird derzeit eine neue Hafenkrananlage samt neuem Kran errichtet. Der Kranarm des neuen Hafenkrans reicht 38 Meter weit. Güter bis zu zehn Tonnen bewältigt der neue Kran mit einem Griff. Die Umschlagsleistung beträgt zwischen 300 und 400 Tonnen pro Stunde. Die Krananlage wird im Sommer 2008 in Betrieb genommen. Die Gesamtinvestitionskosten betragen rund zwei Millionen Euro.

Zuwächse im Warehouse-Bereich und im Autoterminal

Neben den Schüttguthallen verfügt der Wiener Hafen über weitere Lagerhallen mit einer Gesamtfläche von 60.000 m2 für Waren verschiedenster Art von Lebensmitteln über Unterhaltungselektronik bis hin zu Industriewaren. Diese Hallen bzw. Lagerplätze sind auch die Infrastruktur für das so genannte Cross-Docking. Darunter versteht man die europaweite Anlieferung von Waren zum Verteilzentrum Freudenau, wo die Umladung und der Weitertransport per Bahn oder LKW erfolgt. Im Warehousing-Bereich konnte eine Steigerung der Auslastung um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr erzielt werden.

Der Autoterminal des Wiener Hafens zählt weiterhin zu den größten Pkw-Verteilzentren in Österreich. 72.000 Neuwagen von Mercedes, Opel, Renault bis zu Mitsubishi, Mazda, Kia und Hyundai und andere Automarken sind über den Autoterminal im Wiener Hafen im Jahr 2007 ausgeliefert worden. Das bedeutet eine Steigerung um drei Prozent (2006: 70.000 Neuwagen). Die über den Wiener Hafen gehandelten Fahrzeuge entsprechen etwa einem Viertel der in Österreich zugelassenen Neufahrzeuge.

Rekordergebnisse in der Personenschifffahrt

Ein neuer Passagierrekord wurde im Jahr 2007 auch im Personenhafen Wien bei der Reichsbrücke verzeichnet. Nach dem bereits sehr erfolgreichen Jahr 2006 ist es im Jahr 2007 abermals gelungen, mit 305.000 abgefertigten Passagieren, nochmals um 15 Prozent zuzulegen.

Auch die DDSG Blue Danube Schifffahrt GmbH, an der der Wiener Hafen mit 50 Prozent beteiligt ist, hat ein Rekordergebnis eingefahren. Die Gesellschaft betreibt als eines der Nachfolgeunternehmen der früheren Donaudampfschifffahrtsgesellschaft die Personenschifffahrt in Wien und der Wachau. Mit 309.000 beförderten Passagieren wurden um 7 Prozent mehr Touristen transportiert als im Vergleich zum Vorjahr.

Mit dem Ankauf der MS Schlögen im Jahr 2007 steht nun ein sechstes Schiff der Flotte zur Verfügung. Damit wurde die führende Marktposition des Unternehmens weiter ausgebaut und auch die Abfahrtszeiten und die Streckenführung optimiert. Die Hauptgeschäftsfelder der DDSG Blue Danube sind die touristischen Linienschifffahrt in Wien und der Wachau, Schiffs-Charterfahrten auf der Donau sowie Event-Fahrten mit Abendprogramm. Zum umfangreichen Programm der DDSG Blue Danube zählen Fahrten entlang der Donau Richtung Osten und Westen ebenso wie verschiedenste Themenfahrten, die ein Reiseziel mit einer thematisch daran angelehnten Veranstaltung an Bord verbinden. Diese abwechslungsreichen Programme sorgen für eine gute Auslastung und kontinuierlich steigende Umsätze bei der DDSG Blue Danube.
Big Player bei Grundstücken und Immobilien

Der Wiener Hafen zählt auch zu den Schwergewichten im regionalen Immobilien- und Betriebsansiedlungsbereich: Durch die kontinuierliche Entwicklungsarbeit ist auf dem über 3,5 Millionen m2 großen Hafengelände das mittlerweile über 120 Unternehmen umfassende Logistikzentrum Hafen Wien entstanden. Diese Unternehmen bieten rund 5.000 Arbeitsplätze. Dazu gehören Logistiker wie Schenker, Kühne & Nagel, DHL oder die Rail Cargo Austria. Aus dem Handels- und Baubereich haben sich zum Beispiel die Thyssen Krupp Stahlunion, Lafarge Perlmoser oder Wopfinger Transportbeton angesiedelt. Aus der Treibstoffbranche kommen Unternehmen wie die OMV oder die Biodiesel Vienna.

Bereits 95 Prozent der Betriebsansiedlungsflächen sind verpachtet. 2007 konnten weitere 22.000 m2 bisher unproduktive Fläche in das Hafengebiet integriert werden. Weitere Flächenerweiterungen werden geprüft. Zudem zählt das Betriebsbaugebiet Albern zu den Immobilienassets des Wiener Hafens. (Schluss) ko

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