Grüne: Stopp dem massiven Ausbau der Müllverbrennung in Österreich

Lichtenecker-Kritik an Müllimportplänen von Umweltminister Pröll

Wien (OTS) - "In Österreich sollen die Müllverbrennungskapazitäten nahezu verdoppelt werden - von derzeit 1,6 Millionen Tonnen auf 3,1 Millionen Tonnen jährlich. Das österreichische Restmüllaufkommen beträgt aber 'nur' 1,5 Millionen Tonnen. Es liegt auf der Hand, dass die neuen Anlagen zu einem guten Teil mit Müll aus dem Ausland beschickt werden würden", erklärte die Umweltsprecherin der Grünen, Ruperta Lichtenecker. "Dies führt nur zu einem umwelt- und klimaschädigenden Verkehrsaufkommen und zur ungerechtfertigten Belastung mit Dioxinen und anderen Luftschadstoffen der Nachbarn dieser potentiellen Anlagen."

Wie aus einer Anfragebeantwortung von BM Pröll auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen hervorgeht, hat Pröll vor, Anträge auf Müllimport zu genehmigen, wenn es ausreichende Kapazitäten zur Verbrennung im Inland gibt. Absurd ist daran, dass bei Genehmigung von Müllverbrennungsanlagen nach aktueller Rechtslage nicht eingewandt werden kann, dass die Anlage für den inländischen Bedarf nicht benötigt wird. "Wir werden mit folgender Situation enden: Bei der Importgenehmigung, für die Pröll zuständig ist, fragt er nur mehr, ob ausreichend Müllverbrennungsanlagen im Inland vorhanden sind. Da Anlagen genehmigt werden, sind dann auch ausreichend Kapazitäten vorhanden. Und schon dreht sich das Müllkarussel", kritisiert Lichtenecker.

Die Grünen lehnen den bevorstehenden Wildwuchs von Müllverbrennungsanlagen ab und fordern eine geordnete Abfallwirtschaft. Gäbe es einen guten Gesamt-Abfallwirtschaftsplan, dann könnten Anträge auf Müllimport auch abgewiesen werden. "Hier müsste sich der Umweltminister engagieren. Wir brauchen einen solchen Plan mit begrenzten Standortausweisungen, wenn Österreich nicht zum großen Müllimporteur werden soll", fordert Lichtenecker.

Rückfragen & Kontakt:

Die Grünen, Tel.: +43-1 40110-6697, presse@gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB0004