Österreichs Zementindustrie Jahresbilanz 2007

Wien (OTS) - - Positive Trends in der Bauwirtschaft brachten deutliches Wachstum der Zementnachfrage - Positive Prognose auch für 2008

- Modernste Zementproduktion im Inland sichert Standortqualität und optimale Ökobilanz bei Baustoffen.

Positive Trends in der Bauwirtschaft sowie steigender Bedarf an Zement als direkte Folge des Ausbaus der österreichischen Infrastruktur und wachsender Bevölkerungszahlen kennzeichnen die wirtschaftliche Situation der österreichischen Zementindustrie für die Jahre 2007 und 2008. Der Standort Österreich ist daher sowohl durch die Nachfrage als auch über die hohe Kompetenz der innovativen und umweltbewussten heimischen Erzeuger einzigartig. 1000 Tonnen Zement "made in Austria" verursachen heute 642 Tonnen CO2-Emissionen, in den USA hingegen 925 Tonnen. "Die Produktion im Land sichert Arbeitsplätze und inländische Wertschöpfung sowie beste Performance im Sinne des Klimaschutzes", erklärte Mag. Rudolf Zrost, Vorsitzender der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie und Geschäftsführer der Leube Gruppe anlässlich der Jahrespressekonferenz der Zementindustrie am 20. Mai 2008.

Die österreichische Wirtschaft wuchs 2007 real um 3,4 Prozent. Mit einem Plus von 3,7 Prozent war die Bauwirtschaft dabei erneut einer der Motoren der Konjunktur (2006 +5,1 %). Getragen wurde die Entwicklung von einer stabilen Expansion im Tiefbau, stetiger Erholung im Wohnbau und wachsendem Industriebau. Bis 2010 wird die europäische Bauwirtschaft jedoch langsamer wachsen als bisher. In Westeuropa lässt die Baunachfrage nach, während sie in Osteuropa zulegt. In Österreich wird ein Wachstum der Bauproduktion real um rund 2,5 Prozent pro Jahr erwartet. Die stärksten Wachstumsimpulse werden von den Infrastrukturinvestitionen im Tiefbau kommen. Für den Wohnungsneubau prognostiziert das Wirtschaftsforschungsinstitut eine kontinuierliche Expansion bis 2010. Einer der Treiber der Entwicklung ist das verstärkte Bevölkerungswachstum, das die Einwohnerzahl Österreichs bis 2020 von derzeit 8,3 auf 8,7 Millionen Menschen anwachsen lassen wird. Zrost: "Eine Aufstockung der Wohnbaurate ist daher zur Vermeidung von Marktverzerrungen dringend erforderlich. Bis 2010 werden pro Jahr rund 49.000 Wohneinheiten gebaut, gebraucht werden allerdings etwa 55.000 Einheiten jährlich. 2007 sind nach Schätzungen österreichweit 44.000 Einheiten errichtet worden. Darüber hinaus steigt der Bedarf an größeren Wohnungen, der ebenso die Entwicklung beleben wird."

Dank der günstigen Baukonjunktur war 2007 ein gutes Jahr für die österreichische Zementindustrie, so Zrost. Insgesamt stieg die Zementproduktion um 7 Prozent auf 5,9 Mio. Tonnen. Die Exporte lagen bei 346.700 t nach 247.000 t 2006 und die Importe betrugen 690.000 t nach 738.000 t in 2006. Aufgrund der guten Konjunktur erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten in der Zementindustrie um 2,6 Prozent von 1178 auf 1208 Personen.

Zementnachfrage überstieg CO2- Zuteilung deutlich - Unterdeckung nicht mehr auszugleichen

Die gestiegene Nachfrage nach Zement hat 2007 dazu geführt, dass die österreichische Zementindustrie erneut eine deutliche Unterdeckung von mehr als 400.000 Tonnen bei den Emissionszertifikaten ausgleichen musste. "Diese Unterdeckung ist durch technische Maßnahmen nicht auszugleichen und führt über den notwendigen Zukauf von Zertifikaten direkt zu Preissteigerungen ohne nennenswerte Effekte für die Umwelt", erklärte Zrost: "Wir haben unsere Umweltaufgaben längst gemacht und liegen bei einem weltweit extrem niedrigen spezifischen CO2-Ausstoss von 642 kg pro Tonne Zement (China 830, USA 925). Wenn Zertifikate verstärkt, oder - wie im Richtlinienentwurf der EU vorgesehen - 2020 zur Gänze zugekauft werden müssen, führt das nur zu einer radikalen Steigerung der Zementpreise und bringt der Umwelt wenig", so Zrost weiter. Die Wachstumszahlen der Bauwirtschaft müssten daher im Rahmen des Emissionshandels berücksichtigt werden. Eine moderne Zementindustrie im Inland dagegen sichere die Qualität der Produktion und Arbeitsplätze im Inland. "Wenn unsere Branche die Emissionsrechte, wie von der europäischen Kommission geplant, ersteigern muss", argumentiert Rudolf Zrost, "dann sind wir nicht mehr wettbewerbsfähig - zumindest solange es kein Abkommen mit ähnlichen Vorgaben für chinesische, amerikanische oder indische Werke gibt. Dann wäre unsere Industrie gezwungen, in andere Staaten abzuwandern."

Aus Sicht der Österreichischen Zementindustrie wäre diese Entwicklung nicht nur für den Wirtschaftsstandort, sondern auch für den globalen Klimaschutz schädlich, da das Ausweichen von Produzenten in Länder, in denen CO2 kostenlos emittiert werden darf, zwingend zu einer Erhöhung der CO2-Emissionen führe. "Eine Auslagerung unserer Werke würde zu zusätzliche Umweltbelastungen wie Schadstoffe, Lärm und Verkehr führen die durch den Transport entstehen. Beispielsweise entspricht der Transport von einer Million Tonnen Zement nach Österreich zusätzlichen 40.000 LKW Fahrten" rechnet Zrost vor. "Die Österreichische Zementindustrie fordert ein Maßnahmenpaket zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Entlastung unserer Betriebe sowie im Sinne des Umweltschutzes", so Zrost weiter. Fixpunkte des Pakets sind:

  • Anerkennung des Status "carbon leakage" (Ausnahmebestimmung für bestimmte Branchen, um eine Wettbewerbsverzerrung durch Importe aus Drittstaaten ohne Emissionshandel zu vermeiden)
  • Benchmarking (Vergleich des Emissionsanfalls je Werk) als Zuteilungsmethode für CO2-Zertifikate
  • keine Versteigerung der Zertifikate für "carbon leakage"-Branchen

Modernste Zementproduktion im Inland sichert Standortqualität und optimale Ökobilanz bei Baustoffen.

Mit der Verleihung des Sonderpreises ASRA (Austrian Sustainability Reporting Award) für öffentliche und private Organisationen an die Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie (VÖZ) für den österreichischen Nachhaltigkeitspreis 2006/2007 wurden die Bemühungen der Zementindustrie honoriert, ihre Verantwortung für ihr wirtschaftliches, soziales und ökologisches Umfeld öffentlich zu dokumentieren. Der umfassende Nachhaltigkeitsbericht zeigt die deutlichen Verbesserungen auf, die die Zementindustrie in Richtung Nachhaltigkeit erzielen konnte, erklärt DI Felix Friembichler, Geschäftsführer der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie. So ist der Energieeinsatz pro Tonne Zement spürbar zurückgegangen und weist mit 3600 Kilojoule je Kilo Klinker wieder einen Tiefststand auf. Im Bemühen um mehr Nachhaltigkeit im Energieeinsatz hat die Zementindustrie zudem die Umstellung auf alternative Brennstoffe vorangetrieben. Fast 50 Prozent der eingesetzten Brennstoffe sind keine Primärenergieträger mehr. Weitere Erfolge in Richtung Nachhaltigkeit brachten die hohen Investitionen in "SNCR-Anlagen" zur Absenkung des Grenzwertes für NOx auf 500 mg/Normkubikmeter Abluft.

Europäische Zusammenarbeit stärkt Position der österreichischen Zementindustrie

Durch die verstärkten Aktivitäten auf europäischer Ebene ergeben sich vielfältige Kontakt- und Mitgestaltungsmöglichkeiten. Ein Beispiel ist die Erstellung eines Normenwerkes auf europäischer Ebene zum Thema "Nachhaltigkeit im Bauwesen". Österreich hat den Vorsitz in der Europäischen Normung, im Gremium "Nachhaltigkeit im Bauwesen" (Gruppe CEN TC 350) für die Arbeitsgruppe "Soziale Nachhaltigkeit" zugesprochen bekommen.

Nähere Informationen unter www.zement.at

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle der Österreichischen Zementindustrie, Andrea Baidinger
baidinger@bauenwohnenimmobilien.at www.bauenwohnenimmobilien.at

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