Gesundheitscheck der EU-Agrarpolitik: BIO AUSTRIA sieht Chance zur Ökologisierung nicht ausreichend wahrgenommen

Akuter Handlungsbedarf beim Schutz der bäuerlichen Milchwirtschaft

Wien (OTS) - BIO AUSTRIA, die Biobauern und Biobäuerinnen Österreichs, beurteilen die heute in Brüssel vorgestellten Vorschläge der EU-Kommission als zu wenig ambitioniert. "Der Gesundheitscheck bietet die Chance, eine Ökologisierung der Europäische Agrarpolitik auf den Weg zu bringen. Mit den vorgelegten Gesetzesentwürfen wird diese Chance nicht wahrgenommen", kritisiert Rudi Vierbauch, Obmann von BIO AUSTRIA. "Die Bio-Landwirtschaft stellt die beste Lösung dar, um den von der Europäischen Kommission definierten Herausforderungen wie Schutz von Biodiversität, Wassermanagement und Klimaschutz zu begegnen, dennoch bleibt die biologische Landwirtschaft praktisch unberücksichtigt.", so Vierbauch. "Akuten Handlungsbedarf" sieht Obmann Vierbauch beim Schutz der bäuerlichen Milchwirtschaft.

Die Europäische Kommission schlägt vor, stufenweise Fördermittel von der 1. Säule der EU-Agrarpolitik (Direktzahlungen an Betriebe) in die 2. Säule (Ländliche Entwicklung mit Agrar-Umweltprogrammen) umzuschichten. Diese sogenannte Modulation soll umso höher sein, umso höher die Direktzahlungen pro Betrieb sind. "Die Österreichischen Biobauern begrüßen den Ansatz der Modulation. Doch es geht nicht nur um die Frage, wieviel Geld umgeschichtet wird, sondern auch darum, was damit geschieht", so Vierbauch. "Der aktuelle Entwurf schlägt eine Reihe von Maßnahmen in den Bereichen Klimaschutz, Wassermanagement, Biodiversität und Agroenergie vor, wobei die Bio-Landwirtschaft praktisch nicht erwähnt wird. Dies ist inakzeptabel, da die Bio-Landwirtschaft am besten geeignet ist, die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen", so Vierbauch weiter. "Nur wenn das umgeschichtete Geld zielführend verwendet wird, werden die EU-Bürger hinter den Agrar-Förderungen stehen. Ansonsten droht eine Umschichtung in andere Politikfelder."

Die Abschaffung der Milchquoten wird von der EU-Kommission auch im Health Check konsequent weiterverfolgt. Bereits im April wurden die Milchquoten um zwei Prozent erhöht, bis 2015 sollen die Quoten ganz auslaufen. Um die Milchproduktion in benachteiligten Gebieten auch nach der Abschaffung der Milchquoten aufrecht erhalten zu können, sollen die Mitgliedstaaten bis 10 Prozent der Direktzahlungen für diesen Zweck verwenden können. "Dieser Vorschlag ist ein Armutszeugnis für die EU-Kommission. Anstatt eine Lösung für die Milchbauern zu suchen, wird das Problem an die Mitgliedstaaten abgeschoben.", so Vierbauch. "Die österreichischen Biobauern fordern eine im EU-Recht verankerte Lösung, bevor (!) die Abschaffung der Milchquoten weiter vorangetrieben wird. Ansonsten droht tausenden österreichischen Milchbauern in den Alpen das wirtschaftliche Aus".

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