Blecha: Solidarität von Jung und Alt für mehr Wohlstand für alle

Rudas: Es gibt keinen ökonomischen Generationenkonflikt

Wien (SK) - Zum Thema "Gibt es einen Generationenkonflikt in
unserer Gesellschaft?" diskutierten SPÖ-Kinder- und Jugendsprecherin Laura Rudas und der Präsident des Pensionistenverbandes Karl Blecha gestern Abend in Wien. Man dürfe die "neoliberalen Kräfte nicht unter dem Deckmantel eines Generationenkonfliktes agieren lassen", betonte Rudas. "Alte, wie Junge müssen bei sie betreffenden Fragen gehört werden. Diese Gruppen sitzen nie am Verhandlungstisch. Das dürfen wir uns nicht gefallen lassen, denn gemeinsam sind wir eine Mehrheit", so der PVÖ-Präsident, der sich in der Diskussion klar gegen die ÖVP-geforderte Pensionsautomatik aussprach. ****

Die Frage sei nicht "Alt gegen Jung, sondern solidarische Lösungen gegen unsolidarische", erklärte die SPÖ-Abgeordnete, "Erhöhung und Sicherung der Pensionen sind kein Widerspruch". Seit den 90ern würden "die Neoliberalen den Begriff Generationenkonflikt verwenden, um eine künstlich geführte Diskussion zu führen, um damit dem privaten Interesse der Gewinnmaximierung mehr Spielraum zu geben. Gleichzeitig sollen politische Themen, wie eine faire Verteilungspolitik abgeschwächt werden", kritisierte Rudas. Die Frage danach, wie viel Prozent des Bruttosozialproduktes für soziale Sicherheit ausgegeben werde, sei "eine Frage der Solidarität und Vernunft", so Rudas, die betonte, dass "die Finanzierung der Altersversicherung besonders für junge Menschen wichtig ist".
Es sei genauso "verwerflich einem Mindestpensionisten zu sagen, wir können deine Pension nicht zahlen, wie es verwerflich ist zu sagen, wir können keine Lehrwerkstätten zahlen", unterstrich Rudas die Solidarität zwischen alten und jungen Menschen. "Produktivität und Gewinne steigen", hob die SPÖ-Jugendsprecherin hervor, es sei also "nicht wahr, dass man sich das Pensionssystem nicht leisten kann". Einen Generationenkonflikt gebe es viel eher in "der Politik, weil junge Leute stark unterrepräsentiert sind".

Blecha: Junge und Alte im gleichen Boot

Noch deutlicher wurde Blecha: "Konservative und Neoliberale schwingen die demografische Keule, um den Sozialstaat zu zerstören". Und: "Die jährlich erwirtschafteten Zuwächse führen nicht dazu, dass soziale Forderungen erfüllt werden, sondern, dass die kleine Gruppen von Reichen ihren Reichtum noch vermehrt", so der PVÖ-Präsident, der eine "Verteilung der Wohlstandszuwächse und der Gewinne" forderte. "Junge und Alte sitzen im gleichen Boot, denn sie haben die gleichen Interessen, was die Gesellschaft betrifft", so Blecha.

Nicht der Generationenkonflikt sei das Problem, so der PVÖ-Präsident, sondern "die Rolle, die ältere Menschen in der heutigen Zeit in der Gesellschaft haben". Anstatt "Erfahrung, Weisheit und die Fähigkeiten der Alten zu nutzen, werden Formen der Altersdiskriminierung entwickelt und man verzichtet auf deren produktive Innovationspotentiale", kritisiert Blecha. In Schweden würden 73 Prozent der über 60-Jährigen noch im Erwerbsleben sein. In Österreich sei es aber so, dass man "als Frau mit 45 keinen Job mehr findet", dadurch werden fähige Menschen "aus dem Arbeitsprozess hinausgetrieben", So Blecha.

Besonders empört zeigte sich Blecha über den ÖVP- Vorschlag einer Pensionsautomatik: "Was einer Gesellschaft die sozialen Aufgaben wert sind, ist eine politische Entscheidung, nicht die eines Computers!" Auch Rudas erklärte sich hierbei "als Verbündete". Blecha wendet sich auch entschieden gegen eine Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters, zumal "die Leute meist schon vorher keine Arbeit mehr haben" und gar nicht dazu kämen, so lange zu arbeiten. (Schluss) ar

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