Grüne Wien: Klimaschutz braucht höheren Stellenwert in Wien

Maresch: "Studie über Klimawandel in Wien belegt Handlungsbedarf"

Wien (OTS) - Die Grünen Wien unterstützen die Wiener Klimaschutzkoordinationsstelle in ihrer Bemühung für den Klimaschutz in Wien. Die heute präsentierte Boku-Studie "Auswirkungen des Klimawandels auf Wien unter besonderer Berücksichtigung von Klimaszenarien" ist ein wichtiger Beitrag zur Klimadiskussion. Damit liegen nun Prognosedaten für die Klimaentwicklung in Wien für die kommenden 30 Jahre vor. "Die Ergebnisse sind alarmierend und zeigen den sofortigen Handlungsbedarf in Wien auf allen Ebenen. Eine Erwärmung im Sommer um über zwei Grad Celsius verändert das Leben in der Stadt dramatisch. Damit verbunden ist ja vor allem auch ein Anstieg von Hitzetagen, besonders problematisch für alte Menschen und Babys", so der Umweltsprecher der Grünen Wien, Rüdiger Maresch.

"Mehr Grünraum ist die beste und klimafreundlichste Maßnahme, die steigenden Temperaturen zumindestens abzumildern", so Maresch. Jede Stadt ist eine Hitzeinsel: Das besondere Klima der Stadt ist am deutlichsten daran erkennbar, dass dort gegenüber dem Umland eine erhöhte Lufttemperatur herrscht. Ursache dafür ist vor allem die Wärmespeicherung, die dichte Bebauung und die intensive Versiegelung der Oberflächen. Die beobachteten Temperaturunterscheide zwischen Siedlungen und Grünraum (Wald, Wiesen) können bis zu zehn Grad betragen. Und auch innerhalb eines Siedlungsgebietes sind Temperaturdifferenzen von ein bis zwei Grad zwischen völlig verbauten Flächen und bebauten, aber begrünten Flächen messbar.

Dass Wien auf die Auswirkungen des Klimawandels mehr Augenmerk legen will, ist zu begrüßen. "Wir hoffen aber sehr, dass das nicht nur ein Lippenbekenntnis bleibt", so Maresch. In der Vergangenheit wurden für Begrünungsmaßnahmen in Wien leider sehr wenig finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt und auch der Schutz des bestehenden Grünraums wird in Wien nur halbherzig verfolgt. "Ein Entwurf für ein Gesetz gegen die Bodenversiegelung liegt bereits seit über vier Jahren in der Schublade von Stadträtin Sima. Dieses gehört sofort erlassen, als Antwort auf die Herausforderungen erhöhter Sommertemperaturen", so Maresch.

Und auch bei der Reduktion der Treibhausgasemissionen wird in Wien zu wenig getan, Wien erreicht das Kyotoziel nicht. "Stattdessen wird alles daran gesetzt, durch beispielsweise den Bau der Lobauautobahn die Wiener Kohlendioxidemissioen weiter in Höhe zu treiben", so Maresch. "Wir fordern, dass es endlich zu einem Umdenken für mehr Klimaschutz und für Maßnahmen zur Abmilderung der Hitzebelastung in Wien kommt", so Maresch abschließend.

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