"KURIER"-Kommentar von Daniela Kittner: "Ein hoffnungsloser Fall"

Mit dem peinlichen Auftritt im Ausland verzockte der Kanzler sein Rest-Kapital.

Wien (OTS) - Es war bloß ein läppischer Sager, der Alfred Gusenbauer im argentinischen Parlament entfuhr, aber die Wirkung könnte größer kaum sein. Der Kanzler hat damit sein kärgliches Rest-Kapital verzockt.
1. Gusenbauer hat seine bisher halbwegs intakte außenpolitische Kompetenz untergraben. Man stelle sich vor, ein ausländischer Regierungschef besucht eines Nachmittags das österreichische Parlament, blickt auf die Uhr und sagt: "Bei uns daheim hackelt um die Zeit schon keiner mehr." Was würden wir a) von dem Typen halten? b) über das Land denken, das er vertritt?
2. Mit ressentimentgeladenen Witzen Vorurteile zu schüren, ist unter dem Niveau, das sich für einen Regierungschef geziemt. Es ist nämlich nicht der Job des Abgeordneten, an sitzungsfreien Tagen sinnlos im Parlament zu hocken. Da sollte er entweder seinem Brotberuf nachgehen oder seinen Wahlkreis betreuen.
3. Die SPÖ-Mandatare müssen sich fortan höhnen lassen, sudernde Faulpelze zu sein. Kronzeuge: Der eigene Parteivorsitzende.
4. Die ärgste Selbstbeschädigung aber ist: Mit dem x-ten Ausrutscher in Folge schürt Gusenbauer den dringenden Verdacht, ein hoffnungsloser Fall zu sein.

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