GPA-DJP-Proyer: Keine verpflichtende Arbeitsleistung für Handelsangestellte an Sonntagen während der EURO 08

GPA-DJP weist nochmals auf Einmaligkeit der Regelung hin

Wien (GPA-DJP/ÖGB) - "Kein Beschäftigter im Handel kann während der Fußball-Europameisterschaft zur Arbeitsleistung an Sonntagen gezwungen werden. Im Zusatzkollektivvertrag anlässlich der Euro ist klar geregelt, dass Beschäftigte zwei Wochen vor dem geplanten Einsatz von ihrem Arbeitgeber informiert werden müssen und diese das Recht haben, binnen einer Woche die Arbeitsleistung abzulehnen", erklärte der stv. Bundesgeschäftsführer der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-DJP), Karl Proyer, anlässlich der Podiumsdiskussion "EURO 2008: Fair zur Umwelt? Fair zum Menschen?"++++

"Nachhaltigkeit bedeutet für uns GewerkschafterInnen in erster Linie Nachhaltigkeit in Bezug auf die Arbeits- und Lebensbedingungen der Beschäftigten. In einer Zeit, in der das Streben nach kurzfristigen Erfolgen in vielen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen mehr und mehr im Vordergrund steht, brauchen jene, die durch ihre engagierte Arbeit für die reibungslose Organisation des sportlichen Großevents EURO 08 sorgen, besonderen Schutz.

Deshalb war es uns besonders wichtig, etwa die zusätzliche Arbeitsleistung im Rahmen der EURO 08 in den Abendstunden, an Wochenenden oder an Sonntagen durch kollektivvertragliche Regelungen abzusichern. Konkret heißt das etwa, dass im Handel die Arbeit an Sonntagen auf Freiwilligkeit beruht oder besonders vergütet wird", betonte Proyer.

Der stv. Bundesgeschäftsführer der GPA-DJP betonte in diesem Zusammenhang auch, dass die Vereinbarung sicher kein Startschuss für eine generelle Sonntagsöffnung sei. "Für uns hat sich an der generellen Haltung zur Sonntagsöffnung im Handel nichts geändert", so Proyer.

Die Sozialpartner im Handel hatten sich bereits im Vorjahr auf einen Zusatzkollektivvertrag geeinigt, in dem die Rahmenbedingungen für die zusätzliche Arbeitsleistung während der EURO geregelt sind. Dieser KV sieht vor, dass die Überstundenleistung mit einem 100-Prozent-Zuschlag vergütet wird. Er sieht die Ladenöffnung an Sonntagen zwischen 12 und 18 Uhr vor. Neben der Freiwilligkeit der Arbeitsleistung ist auch die so genannte "Schwarz-weiß-Regelung Teil der Vereinbarung. Das bedeutet, dass die freiwilligen Einsätze auf jeden zweiten Sonntag begrenzt bleiben. Zur Vereinbarung zählt auch, dass die Arbeitgeber in ganz bestimmten Fällen auch Sorge für die Heimfahrtmöglichkeit der Beschäftigten tragen und Zusatzkosten für die Kinderbetreuung abgegolten werden.

Bei Problemen werden die betroffenen Handelsangestellten eingeladen, sich an die Regionalgeschäftsstellen der GPA-DJP zu wenden.

ÖGB, 15. Mai 2008 Nr. 294

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