ÖGB: Arbeiten möglich machen - auch für Frauen mit Familie

Für viele Frauen fehlen die Rahmenbedingungen, um Beruf und Kinder vereinbaren zu können

Wien (ÖGB) - "Österreich tut zwar viel, um Familien zu unterstützen, aber immer noch zu wenig dafür, dass die Frauen Familie und Berufstätigkeit unter einen Hut bringen können", sagt die stv. ÖGB-Frauenvorsitzende, Elisabeth Vondrasek, anlässlich des heutigen internationalen Tages der Familien. Weiterhin Handlungsbedarf gebe es bei Kinderbetreuung, Kindergeld und Elternteilzeit - "und vor allem fehlen Anreize für die Väter, sich vermehrt in die Erziehung und Betreuung ihrer Kinder einzubringen", so Vondrasek.++++

Durch die heuer in Kraft getretene Flexibilisierung des Kinderbetreuungsgeldes ist ein wichtiger Schritt zum erleichterten Wiedereinstieg in den Beruf geschaffen worden. "Die ArbeitnehmerInnen sollten aber als zusätzlichen Flexibilisierungsschritt die Wahlmöglichkeit zwischen einer Arbeitszeitgrenze und der Zuverdienstgrenze haben", fordert Vondrasek.

Recht auf Elternteilzeit für alle

Die gesetzlichen Regelungen für die Elternteilzeit haben den Wiedereinstieg zwar erleichtert. Vondrasek: "Es ist aber mehr als notwendig, dass Elternteilzeit für alle Eltern möglich ist und nicht nur für jene, die zufällig in einem Betrieb mit mehr als 20 Beschäftigten arbeiten. Die ÖGB-Frauen fordern, dass der Anspruch auf Elternteilzeit für alle Mütter und Väter unabhängig von Betriebsgröße und -zugehörigkeit gilt."

Auch für Mütter muss es möglich sein, einem Beruf nachzukommen, der ein Einkommen zum Auskommen bringt. Dafür fehlen aber die Rahmenbedingungen. Vondrasek: "Der Ausbau von Kinderbetreuungs- und -bildungseinrichtungen ist unumgänglich. In einigen Bereichen Österreichs sind diese bis zu 51 Tage im Jahr geschlossen, die arbeitenden Eltern haben aber nur 25 Tage Urlaub zur Verfügung. Wenn die Länder hier ansetzen, könnte ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Vereinbarkeit von Beruf und Familie gesetzt werden."

Mehr Väter zu ihren Kindern

Allen Vätern soll die Möglichkeit geboten werden, nach der Geburt des Kindes vier Wochen Zeit für Mutter und Kind zu haben. Somit sind sie gleich von Anfang an in die Kinderbetreuung eingebunden. "Denn Väter, die schon nach der Geburt Zeit mit ihrem Kind intensiv erlebt haben, sind auch eher bereit, in Karenz zu gehen. Diese Chance sollte den Vätern unbedingt gegeben werden", sagt Vondrasek: "Es ist an der Zeit, dass der Papamonat endlich umgesetzt wird. Es wäre der erste Schritt in die richtige Richtung, um Väter mehr in die Verantwortung zu nehmen", so Vondrasek abschließen.(fk)

ÖGB, 15. Mai 2008 Nr. 293

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