Steuerreform: WKÖ schnürt Unterstützungs-Paket für Kleinstunternehmen

EPU-Schwerpunkte bei Steuerentlastung, sozialer Absicherung und Service

Wien (PWK372) - Ein eigenes Paket, maßgeschneidert für die heimischen Klein- und Kleinstunternehmen präsentierte, gestern, Mittwoch, der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl. "Wir wollen, dass die Steuerreform 2010 als Impulsgeber fungiert. Begleitend dazu muss es Maßnahmen wie die GmbH-Reform geben und die WKÖ selber wird ihr Service-Angebot massiv ausweiten", so Leitl. Kernpunkt der Steuerforderungen ist das begünstigte Jahressechstel für Unternehmer, "ohne dem geht es nicht", unterstrich der WKÖ-Präsident. WIFO und IHS hätten für diese Maßnahme bereits Sympathie bekundet, würde sie doch gerade Klein- und Kleinstunternehmer auf ihrem Weg zu mehr Eigenkapital helfen.

Einen weiteren Schwerpunkt setzt der WKÖ-Präsident bei seiner Forderung nach einem Beteiligungsfreibetrag: "Die Möglichkeiten, gerade für Kleine, an Risikokapital für ihr Unternehmen zu kommen, sind schlecht. Deshalb wollen wir einen Beteiligungsfreibetrag in Höhe von 50.000 Euro, der auf 5 Jahre zu jeweils 10.0000 Euro absetzbar ist"." Zusammen mit der Abschaffung der Kreditgebühr, der Kinderbetreuungsprämie, der Beseitigung der Vorsteuerabzugsbeschränkungen beim PKW und dem Bildungsfreibetrag für Unternehmer könnte in der kommenden Steuerreform ein Paket in Höhe von einer Mrd. Euro geschnürt werden, das insbesondere Klein- und Kleinstunternehmen zu Gute kommt.

Um insgesamt die Rahmenbedingungen für unternehmerisches Handel zu verbessern und die "rechtlichen Flanken abzusichern", hat Leitl die Reform der GmbH auf seiner Liste, die durch Senkung des Mindeststammkapitals von 35.000 Euro auf 10.000 Euro auch für die Kleinunternehmer interessant werden soll. Eine begleitende Reform des Insolvenzrechts soll Sanierung und Weiterbestand anstatt Liquidation und Sterbehilfe in den Mittelpunkt stellen. Dazu kommen die Abfertigung neu und eine Arbeitslosenversicherung auch für Selbständige.

Um aus den unternehmerischen Kleinunternehmen "Young stars" zu machen, weitet die WKÖ ihr Serviceangebot für die rund 186.000 Ein-Personen-Unternehmen (EPU) deutlich aus. Leitl: "Das hat absolute Priorität!" Online wird ab sofort unter www.epu.wko.at ein Break-even-Rechner angeboten, der Selbständigen bei der schwierigen Entscheidung nach dem richtigen Zeitpunkt der Aufnahme eines ersten Mitarbeiters unterstützt. Mit der Online-Mindestumsatzberechnung wird eine praktische Einstiegshilfe in die Planung der Unternehmensfinanzen geboten.

Brandneu ist die Online Bürogemeinschafts-Börse, die ab Mitte Juni abrufbar sein wird. Da sich durch die wachsende Zahl an EPU auch der Bedarf an Büroinfrastruktur ändert, bringt das EPU-Portal der WKÖ Angebot und Nachfrage des Büromarktes auf einen Punkt. Sucht etwa künftig eine Friseurin, die das ideale aber leider für sie alleine zu teure Geschäftslokal gefunden hat, Partner wie etwa eine Fußpflegerin, kann sie das künftig online tun. Mit dem EPU-Wikipedia gibt es ab sofort Tipps und Tricks, die jeder Selbständige seinen Mitbewerbern gratis zur Verfügung stellt. Hervorzuheben, so Leitl, ist auch ein Pilotprojekt in Oberösterreich. Hier coachen Firmenbosse Einzelkämpfer, nämlich EPU, und begleiten sie als Mentoren auf ihrem unternehmerischen Weg. Die bereits bestehende Akademie für Kleinstunternehmerinnen rundet dieses Angebot ab.

Um einen Überblick über die Situation der KMU zu geben, präsentierte Peter Voithofer, Direktor der KMU Forschung Austria aktuelle Zahlen aus einer Studie. Es zeigt sich, dass sich die Ertragskraft der KMU der gewerblichen Wirtschaft im Zeitablauf (2002/03 bis 2006/07) verbessert hat, wobei nach 2004/05 (d.i. der Zeitpunkt der Wirksamkeit der Steuerreformen) insbesondere bei Kapitalgesellschaften ein deutlicherer Anstieg der Ertragskraft festzustellen ist. So lagen die durchschnittlichen Gewinne der Kapitalgesellschaften 2006/07 mit 3,7 Prozent über jenen der Personengesellschaften (2,1 %).

Bei den Personengesellschaften lag die Eigenkapitalquote mit knapp 17 % unter dem (Mindest-)Richtwert von 20 %. Rd. 47 % der Betriebe verfüg¬ten über kein buchmäßiges Eigenkapital. Voithofer: "Es zeigt sich, dass insbesondere bei Personengesellschaften und Einzelunternehmen trotz verbesserter Ertragskraft noch Handlungsbedarf besteht." Ergänzung von WKÖ-Chef Leitl: "Um die wirtschaftliche Lage von Kleinunternehmen zu verbessern, werden wir bei der Steuerreform von der Forderung nach einem begünstigten Jahressechstel nicht abweichen." (us)

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