Ludwig zum "Tag der Sonne": Klimaschutz in Wien oberste Priorität

Reduktion von 2,7 Mio. Tonnen CO2 jährlich - Solarförderung voller Erfolg

Wien (OTS) - "Sonne für Wien" heißt die Initiative der Stadt Wien zur Förderung der Solarenergie in der Millionenstadt. Anlässlich des europäischen "Tags der Sonne" präsentierte Wohnbaustadtrat Michael Ludwig heute, Donnerstag, die Bilanz der bisherigen Förderaktionen und Projekte der Stadt Wien. Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildungsmaßnahmen werden die Vorteile der Solarenergie für die Menschen und das Klima herausgearbeitet und die Chancen für den Einzelnen aufgezeigt, dazu gibt es eigene Förderschienen. "Der bisherige Erfolg ist erfreulich, aufgrund des großen Andrangs haben wir das Fördervolumen auf 1 Mio. Euro pro Jahr aufgestockt", so Sima Umweltstadträtin Ulli Sima.

Für Wohnbaustadtrat Ludwig ist die verstärkte Nutzung der Sonnenenergie ein wichtiger Teil des umfassenden Klimaschutz-Pakets im geförderten Wiener Wohnbau. "Zu den jüngsten Maßnahmen zählt die Erhöhung der Fördermittel für die Errichtung von Solaranlagen im Rahmen der Neubauverordnung 2007." Auch in Amtshäusern werde mittels Sonnenkraft die Umwelt entlastet und Energie gespart. Ein Beispiel dafür sei die Photovoltaikanlage auf dem Bartensteinblock nahe dem Wiener Rathaus mit einem Jahresertrag von 30.000 kWh.

Einer der Höhepunkte der Solarinitiative "Sonne für Wien 2008" ist der vom Verband Austria Solar (www.austriasolar.at) ausgerufene europäische "Tag der Sonne" am 16. und 17. Mai 2008. Der "Tag der Sonne" soll zum Anlass genommen werden, vermehrt über die Vorteile von Warmwasserbereitung und Raumheizungsunterstützung mit Hilfe kostenloser Sonnenenergie zu informieren.

1 Mio. Euro Förderung pro Jahr für thermische Solaranlagen

Gestartet wurde die Aktion "Sonne für Wien" im Jahr 2005. 2006 gab es in Wien 1.594 solarthermische Anlagen mit einer gesamten Kollektorfläche von 27.740 m2. 2006 wurden 289 Anträge zur Solarförderung behandelt. Das bedeutet einen Anstieg von 89 Prozent gegenüber 2005. 2005 wurde erstmals in der Geschichte der Solarförderung der Rahmen voll ausgeschöpft und rund 440.000 Euro an Förderwerber ausgeschüttet. Im Jahr 2006 wurden daher zusätzlich 360.000 Euro vom Gemeinderat zur Verfügung gestellt. Markant ist die Zunahme von Anlagen mit Heizungseinbindung, wodurch ein größerer Umwelteffekt erzielt werden konnte. Das bewirkt auch eine Anhebung des durchschnittlichen Fördersatzes, da diese Anlagen besser gefördert werden. 2006 war ein Rekordjahr mit einem Zuwachs von mehr als 66 Prozent. Erstmals wurden mehr als 3.500 m2 in einem Jahr durch Inanspruchnahme von Förderungen gebaut. Im Jahr 2007 wurden schließlich 331 Förderanträge in Sachen Solarthermie behandelt, mehr als doppelt so viele wie 2005. Insgesamt wurden 3.975 m2 Kollektorfläche installiert. Auch für die Wirtschaft ist ein positiver Effekt zu verbuchen: Durch die Ausschüttung von rund 840.000 Euro an Fördermitteln wurde ein Investitionsvolumen von rund 3,8 Mio. Euro ausgelöst.

Förderung für Photovoltaikanlagen

Durch die Förderung der Stadt Wien wurden 2007 37 PV-Anlagen genehmigt. Diese 37 Anlagen haben eine Gesamtleistung von 430 kWh. Der Ertrag der Anlagen wird insgesamt 405 MWh Strom sein. Mit Fördermitteln von 1.087.000 Euro wurde ein Investitionsvolumen von 3,7 Mio. Euro ausgelöst.

Solarenergie - ausgewählte Projekte in Wien

Bei der höchsten Lärmschutzwand Wiens (am Margaretengürtel bei der Wohnhausanlage Theodor-Körner-Hof von Haus Nr. 62 bis Haus Nr. 74) wurde im oberen Bereich die Lärmschutzpaneele durch eine Photovoltaikanlage ersetzt, die zur Stromgewinnung herangezogen wird. Auf rund 190 m2 Fläche wird derzeit Strom für ca. vier Wiener Haushalte gewonnen. Der gewonnene Strom, die Photovoltaikanlage erzeugt 9.380 kWh Strom jährlich, wird ins öffentliche Netz eingespeist.

Der Gemeindebau Hugo-Breitner-Hof nahe des Hanappi-Stadions wurde nicht nur generalsaniert, sondern auf dem 300 m langen Dach sorgen nun zudem - auf einer Fläche von insgesamt 280 m2 -Sonnenkollektoren für die umwelt- und klimafreundliche Erzeugung von Energie. In Kombination mit Erdgas werden damit die rund 200 neuen Dachgeschoßwohnungen, die im Rahmen der Generalsanierung geschaffen wurden, mit Heizwärme und Warmwasser beliefert. Die neue Solaranlage - ein Pilotprojekt von Wien Energie und Wiener Wohnen - ist die erste in einem Wiener Gemeindebau und eine der größten ihrer Art in der Stadt.

PV-Anlagen - ausgewählte Projekte in Wien

Die 304 m2 große Photovoltaikanlage auf dem Dach des Weinguts Cobenzl ging ebenfalls im Jahr 2007 in Betrieb und macht das Weingut der Stadt Wien nun zum Energie-Selbstversorger.

Am Kontrollamtsgebäude in der Rathausstraße 9 wurde im Juli 2007 eine PV-Anlage mit 213 m2 Solarfläche in Betrieb genommen. Im Zuge der Umbauarbeiten des Ernst-Happel-Stadions für die UEFA EURO 2008TM wurde eine PV-Anlage am Dach der Büroeinbauten des

Stadions errichtet. Berücksichtigt man die durchschnittlichen Sonnenstunden in unserem Land, so kann pro Jahr eine Energieersparnis zwischen 14.600 und 16.000 kWh (kWh = Kilowattstunden) erreicht werden.

Erneuerbare Energieträger haben eine Schlüsselrolle im Klimaschutz

Nicht nur der Sonnenenergie, sondern generell der Nutzung erneuerbarer Energieträger kommt im Klimaschutzprogramm der Stadt Wien (KliP Wien) zentrale Bedeutung zu. Dementsprechend werden in Wien laufend diesbezügliche Projekte realisiert. Neben dem Biomasse Kraftwerk, dem Kleinwasserkraftwerk Nußdorf, Trinkwasser- und Windkraftwerken sowie der Tunnelthermie wurde im Herbst 2007 die Biogasanlage Simmering eröffnet. In der aktuellen Ausbaustufe können jährlich 17.000 Tonnen Bioabfälle in saubere Energie umgewandelt werden, aus dem Gärrest entsteht Kompost.

KliP - 2,7 Mio. Tonnen weniger CO2 jährlich

Bereits 1999 hat Wien ein ambitioniertes Klimaschutzprogramm (KliP) verabschiedet. Die Anstrengungen auf allen Ebenen zeigen Wirkung - Wien spart jährlich 2,7 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente ein und hat damit das absolute Ziel des KliP bereits 2006 erreicht. Darüber hinaus hat die Umsetzung der vielen Klimaschutzmaßnahmen eine Reihe positiver volkswirtschaftlicher Effekte hervorgerufen. Experten der Energieverwertungsagentur berechneten, dass die Maßnahmen über die Periode 1999 bis 2006 ein Investitionsvolumen in der Höhe von 8,4 Mrd. Euro ausgelöst haben. Der Wertschöpfungseffekt beträgt über diesen Zeitraum 19 Mrd. Euro. Weiters können laut Energieagentur jährlich 42.488 Arbeitsplätze gesichert werden. Wien hat die Weichen schon vor vielen Jahren in die richtige Richtung gestellt, dennoch bleibt noch viel zu tun. Expertinnen und Experten der Stadt Wien arbeiten bereits am KliP II. "Mit der Novelle der Wiener Bauordnung -der sogenannten "Techniknovelle" - setzen wir noch heuer einen weiteren wichtigen Schritt für einen verbesserten Klima- und Umweltschutz", betont Wohnbaustadtrat Michael Ludwig. "Mit Inkrafttreten der Techniknovelle am 12. Juli 2008 gelten höhere Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden, sowohl im Neubau als auch im Bereich der Sanierung." (Schluss) dax

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Mag. Anita Voraberger
Büro der Umweltstadträtin
Tel.: 01/4000-81353
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