Bures: "Selbst- und Co-Regulierung höheren Stellenwert geben"

Doris Bures für eine neue Selbstregulierungsinstanz der österreichischen Medien

Wien (SK) - "Die Presse braucht Freiheit deren Grenzen sie selbst setzen muss. Die Ereignisse der letzten Wochen haben gezeigt, dass man die Verantwortung des Journalismus immer wieder kritisch betrachten und hinterfragen muss", betonte Doris Bures, Bundesministerin für Frauen, Medien und Öffentlichen Dienst in ihrer Eröffnungsrede anlässlich der Verleihung des New Media Journalism Award durch den Österreichischen Journalisten Club am Mittwoch Abend. Die Bundesministerin appellierte an die anwesenden Journalisten "einen Neustart" zu wagen und erneut eine Selbstregulierungsinstanz der Medien, ähnlich dem Presserat der bis 2002 existiert hatte, ins Leben zu rufen. Denn: "Eine institutionalisierte, freiwillige Selbstkontrolle ist ein wesentliches Instrument um der Verantwortung der Medien gerecht zu werden", so Bures. ****

Nicht nur auf österreichischer, sondern auch auf europäischer Ebene würde darüber diskutiert werden, den Instrumentarien der Selbst- und Co-Regulierung einen höheren Stellenwert zu geben. "Medienfreiheit ist ein Grundrecht das gewährleistet werden muss. Freie Medien und der Zugang zu diesen sind unverzichtbare Bestandteile einer demokratischen Gesellschaft", bekräftigte Bures. Aber diese Freiheit sei auch mit Verantwortung verbunden. In letzter Zeit würde der Trend immer mehr in Richtung vereinfachte Information, Vermischung von Information und Unterhaltung und einer übertriebenen Personalisierung der öffentlichen Darstellung gehen.

In einem demokratischen System übernehmen die Medien eine Schlüsselrolle in der Meinungsbildung und werden häufig auch als vierte Staatsgewalt bezeichnet. Daher muss der Umgang der Medien mit Freiheit und Verantwortung immer wieder neu diskutiert werden", betonte Bures und meinte weiter "Wir leben in einem Zeitalter der elektronischen Medien. Immer mehr Menschen haben Zugang zu immer mehr Informationen." Dies sei, so die Ministerin, eine "an sich sehr begrüßenswerte Entwicklung." Da die Menschen aber täglich mit einer derartigen Fülle von Informationen konfrontiert würden, könnten sie diese oftmals nicht alle ausreichend verarbeiten.

"Dadurch besteht die Gefahr, dass die Medienkonsumenten die notwendige Fähigkeit verlieren die wesentlichen von den unwesentlichen Informationen und Tatsachen von Behauptungen zu unterscheiden", kritisierte Bures. Die Bundesministerin äußerte auch Bedenken hinsichtlich der immer größer werdenden Kluft zwischen medial sehr gut und sehr schlecht informierten Menschen, da nicht alle Zugang zu den gleichen Medien und Informationen hätten. Aus diesen Gründen zeigte sich Bures besonders erfreut darüber, dass im heurigen Jahr Gerald Reischl mit dem New Media Journalism Award für sein Buch "Die Google-Falle" ausgezeichnet wurde. "Hier werden komplexe technologische Entwicklungen für den Leser verständlich aufbereitet. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur Überwindung der Informationskluft geleistet, die es in einer modernen Gesellschaft nicht geben sollte", betonte Bures abschließend. (Schluss) sv

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