Einladung Befreiungsfeier Mauthausen am 18. Mai 2008

Befreiungsfeiern im Zeichen des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus

Wien (OTS) - Die diesjährigen Veranstaltungen zum Gedenken an die Befreiung des KZ Mauthausen stehen ganz im Zeichen des Widerstands gegen den Nationalsozialismus. Höhepunkt ist die am Sonntag, 18. Mai

2008 (Beginn 11 Uhr) vom Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) organisierte internationale Gedenkfeier in der KZ-Gedenkstätte.++++ An der Spitze der Ehrengäste stehen Bundespräsident Dr. Heinz Fischer und die erste Nationalratspräsidentin Mag. Barbara Prammer. Die Begrüßungsansprache hält Bundeskanzler Dr. Alfred Gusenbauer. Die Gedenkrede wird von den überlebenden Häftlingen Hans Marsalek, Obmann der Lagergemeinschaft Mauthausen, und vom Präsidenten des Internationalen Mauthausen Komitees, Walter Beck gehalten.

Erwartet werden Tausende TeilnehmerInnen aus ganz Europa, unter ihnen auch Überlebende der Verbrechen, die im KZ Mauthausen an mehr als 200.000 Menschen zwischen 1938 und 1945 begangen wurden. Viele von ihnen mussten heute unvorstellbares Leid über sich ergehen lassen, da sie den Mut gehabt hatten, sich dem NS- und anderen faschistischen Regimen entgegen zu stellen. Zahlreiche bezahlten ihr Engagement für eine freie Gesellschaft und für die Wahrung der Menschenrechte mit ihrem Leben.´

Widerstand gegen den Nationalsozialismus umfasste viel mehr als nur den bewaffneten Kampf gegen das Regime; er war nicht nur organisiert, sondern sehr oft auch individuell. Der Wert des Widerstandes wird erst dann in seiner vollen Dimension deutlich, wenn außerdem sowohl die große schweigende Masse als auch die Kollaboration mit den Nazis Thema sind. Schließlich waren nicht alle Menschen eines Landes im Widerstand tätig, und umso höher ist daher auch die Leistung der Männer und Frauen zu schätzen, die trotzdem gegen die Nazis aktiv wurden. Der Mut, den Widerstandsaktivitäten während der NS-Zeit jedem einzelnen Individuum abverlangten, ist heute für uns nicht zu ermessen, da die eigene Freiheit und das eigene Leben, oft auch das Wohl von Angehörigen, riskiert und dieser Einsatz häufig mit dem Tod bezahlt wurde. Das Thema Zivilcourage macht deshalb einen wichtigen Aspekt von Widerstand aus, wobei es gilt die Aktualität des Themas - Widerstand und Zivilcourage unter unseren heutigen demokratischen Verhältnissen - hervor zu heben.

Zivilcourage jetzt!

Im Rahmen der Befreiungsfeier findet heuer bereits zum zweiten Mal der internationale Jugendmarsch (Beginn 9:45 Donausaal Mauthausen) statt, zu dem ca. 500 Jugendliche aus Österreich und den Ländern der Überlebenden des KZ Mauthausen erwartet werden. BM Dr. Erwin Buchinger und Ute Bock vom Verein Flüchtlingsprojekt Ute Bock werden zu den Jugendlichen zu den Schwerpunktthemen sprechen und der Verpflichtung, gerade heute Zivilcourage z.B. für ein Asylgesetz mit menschlichem Antlitz zu zeigen, Ausdruck verleihen.

Widerstand und Zivilcourage sind auch Thema des internationalen Symposiums, das bereits am Freitag, 16. Mai, an der Universität Linz veranstaltet wird. Am Vorabend der Gedenkfeier findet die Präsentation der CD "... und alle Toten starben friedlich ..." statt. Diese CD ist ein Live-Mitschnitt der Uraufführung des Oratoriums von Wolfgang R. Kubizek und Vladimir Vertlib, die im Vorjahr am Appellplatz des ehemaligen KZ Mauthausen vor 600 begeisterten Zuschauer/innen über die Bühne ging.

"Wir sind gefordert", so der Vorsitzende des Mauthausen Komitee Österreichs, Willi Mernyi, "uns zu engagieren und wo Unrecht geschieht aufzuschreien. Weil der Gegensatz von Liebe ist bekannter weise nicht Hass, sondern die Gleichgültigkeit."

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