ÖAAB-Tschirf zum CSR-Tag: "Die Arbeiterkammer und Präsident Tumpel verschlafen einmal mehr die Entwicklung"

Arbeitnehmer muss im Mittelpunkt stehen - ÖAAB Wien fordert 6-Punkte-Paket

Wien (OTS) - Anlässlich des heute stattfindenden CSR (Corporate Social Responsibility)-Tages wirft der Obmann des Wiener ÖAAB, LAbg. Matthias Tschirf der Arbeiterkammer totale Untätigkeit in dieser Thematik vor: "Corporate Social Responsibility ist mittlerweile mehr als nur ein Schlagwort. Immer mehr Unternehmen springen - nicht nur aus PR-Gründen - auf den CSR-Zug auf. Die AK hat geradezu die Pflicht, sich hier verstärkt im Sinne der Arbeitnehmer einzubringen. Leider scheint AK-Präsident Tumpel durch den BAWAG-Skandal noch immer so abgelenkt zu sein, dass auch diese Umwälzungen im Bereich der Arbeitswelt verschlafen werden", so Tschirf.

Dabei müsse gerade der Arbeitnehmer und seine berechtigten Interessen im Mittelpunkt aller CSR-Maßnahmen stehen. Das Feld hier nur den Unternehmen zu überlassen, sei fatal. "Es muss unserer Ansicht nach die Aufgabe einer aktiven AK sein, Hüterin von Arbeitnehmerinteressen im Bereich CSR zu sein. Wir sehen darin eine künftige Kernaufgabe der AK und eine ideale Arbeitsteilung mit dem ÖGB - die Gewerkschaft wacht über die Kollektivverträge und die AK gestaltet CSR-Verträge mit. Eine Aufgabenteilung, die absolut Sinn machen würde", betont Tschirf.

6-Punkte-Paket für eine arbeitnehmerfreundliche CSR

Der ÖAAB Wien habe ein 6-Punkte-Paket identifiziert, das Hauptbestandteil eines jeden CSR-Vertrages sein sollte:

1.Weiterbildung (Ausbildungsprogramme für Mitarbeiter als wichtige CSR-Säule);

2.Vereinbarkeit von Beruf und Familie (zum Beispiel durch Teilzeit-und Telearbeitsplätze oder flexiblere Arbeitszeiten für Eltern, die mit Öffnungszeiten von Kinderbetreuungseinrichtungen abgestimmt sind);

3.Gesundheit (Bonifikationen bei Teilnahme an internen Gesundheitsprogrammen oder beim Gang zur jährlichen Vorsorgeuntersuchung);

4.Sicherheit und Arbeitsplatzgestaltung (Förderung behindertengerechter Arbeitsplätze und Förderpreis mit AUVA für Sicherheit am Arbeitsplatz);

5.Nutzung lokaler Ressourcen (Vorzug von lokalen Lieferanten);

6.Entstauben antiquierter Arbeitsplatzbeschreibungen (Nach wie vor dürfen z.B. Fahrdienstleiter, deren Tätigkeit sich längst total gewandelt hat, keine Brille tragen).

"Einige Unternehmen nehmen CSR, die Arbeitnehmerinteressen einen besonderen Stellenwert einräumt, bereits sehr ernst, bei vielen bleibt es vorerst bei Lippenbekenntnissen. Die AK hat es jederzeit in der Hand, etwa durch Anreizsysteme oder (gemeinsam mit der Bundesregierung) durch die Verknüpfung mit Förderzusagen sicherzustellen, dass CSR-Verträge keine arbeitnehmerfreie Zone bleiben. Die CSR-Diskussion auf europäischer Ebene geht eindeutig in Richtung Verpflichtung (Grünbuch der Europäischen Kommission). Daher ist es wichtig, jetzt schon im Interesse der Arbeitnehmer mitzugestalten. Leider scheint die AK-Spitze noch immer in der BAWAG-Vergangenheit gefangen zu sein, dass siebei den wahren Zukunftsfragen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nur durch augenscheinliches Desinteresse auffällt", so Tschirf abschließend.

Rückfragehinweis:

Rückfragen & Kontakt:

ÖAAB-Landessekretariat
Tel.: 40143/230, Fax: 40143/351
wien@oeaab.at, http://www.oeaab-wien.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AAW0001