Prammer trifft ukrainischen Vize-Außenminister Jurij Kostenko Gedenktafel für ersten Gesundheitsminister Horbaczewksi

Wien (PK) - Nationalratspräsidentin Barbara Prammer empfing heute Nachmittag im Parlament den ersten stellvertretenden ukrainischen Außenminister Jurij Kostenko. Anlass für seinen Aufenthalt in Wien war die morgige Enthüllung einer Gedenktafel in der Wipplingerstraße für den ukrainischen Biochemiker und ersten österreichischen Gesundheitsminister Johann Horbaczewski (1854-1942).

Kostenko wies auf die engen Kontakte mit Österreich hin, die sich vor allem in den letzten 15 Jahren sehr intensiviert haben. Auch auf wirtschaftlicher Ebene gab es große Fortschritte, erklärte der Vize-Außenminister, so betrage das Handelsvolumen mit Österreich mittlerweile 1,5 Mrd. US-Dollar. Schließlich erinnerte Kostenko an die furchtbare Hungersnot in der Ukraine im Jahr 1933, deren unzähliger Opfer heuer gedacht werden soll. Neben diversen Aktivitäten in der Ukraine selbst, sollen auch weltweit Gedenkveranstaltungen - unter anderem am 24. Oktober in Wien -stattfinden. Da die ukrainische Botschaft derzeit gemeinsam mit dem ORF an einem Dokumentarfilm über diese Epoche arbeite, bat Kostenko um die Unterstützung Prammers bezüglich der Ausstrahlung dieses Films im Fernsehen. Der Gast aus der Ukraine betonte in diesem Zusammenhang, dass es dabei keinesfalls um irgendeine Art von Schuldzuweisung oder das Schüren einer antirussischen Stimmung gehe. Kostenko unterstrich, dass es auch auf russischem Gebiet Landstriche gegeben hatte, wo Hunger herrschte und viele Menschen starben.

Nationalratspräsidentin Barbara Prammer betonte die Wichtigkeit von bilateralen Kontakten auf parlamentarischer Ebene, die ihrer Ansicht nach äußerst fruchtbringend und nachhaltig sind. Das Jahr 2008 war auch für Österreich aus historischer Sicht ein sehr wichtiges, unterstrich Prammer, deshalb unterstütze sie voll und ganz die Intentionen der Ukraine, sich ernsthaft und ausführlich mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen. Je mehr vor allem die jungen Menschen über die Zeitgeschichte Bescheid wissen, desto eher werden sie sich am demokratischen Prozess beteiligen, war Prammer überzeugt. Sie erinnerte sodann daran, dass im Rahmen des Versöhnungsfonds über 42.700 ukrainische Zwangsarbeiter mit 88 Millionen € entschädigt werden konnten. Die nicht verwendeten Gelder stehen vor allem den Nachkommen dieser Opfer in Form von Stipendien zur Verfügung. (Schluss)

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