Neue "Lobby für die Familien"

"Österreichisches Familiennetzwerk" in Wien konstituiert -"Überparteilich und überkonfessionell" - Forderung nach deutlicher Entlastung der Familien im Rahmen der kommenden Steuerreform

Wien, 14.5.08 (KAP) Eine starke "Lobby für die Familien" will das "Österreichische Familiennetzwerk" bilden, das sich am Dienstagabend im Wiener "Club Stephansplatz 4" konstituiert hat. Das Netzwerk versteht sich als "überparteilich und überkonfessionell" und will Einzelpersonen, Organisationen, Einrichtungen aus Zivilgesellschaft, Politik und Kirchen zusammenführen, die im Bereich der Familienarbeit tätig sind. Bei der Veranstaltung im "Club Stephansplatz 4" votierte der frühere Vorsitzende der Steuerreform-Kommission, Prof. Herbert Kofler, für eine deutliche Entlastung der Familien im Rahmen der kommenden Steuerreform. Kofler präsentierte verschiedene Modelle für eine solche Entlastung; seine Präferenz liegt beim "steuerfreien Existenzminimum", also einem Steuerfreibetrag in der Höhe des Existenzminimums für jedes Familienmitglied, wobei auch spezifische familiäre finanzielle Belastungen eingerechnet werden sollen. Auf die Frage nach den Konsequenzen einer solchen Maßnahme sagte Prof. Kofler, dass bei einem Gesamtvolumen der Steuerreform von 2,7 Milliarden Euro rund 500 bis 700 Millionen in die Kinder und Familien investiert werden sollten.

Das neue "Familiennetzwerk" wird vom Leiter des "Instituts für Ehe und Familie" (IEF), Prof. Günter Danhel (E-Mail:
guenter.danhel@ief.at), koordiniert. Astrid Kugler-Lang, die in Vertretung von Prof. Danhel die Präsentation des Netzwerkes vornahm, betonte im Gespräch mit "Kathpress", es gehe darum, eine "politische Lobby" zu bilden, die Themenführerschaft rund um die Fragen der Familie übernimmt und diese Themen auch öffentlich und politisch vermittelt. Es gebe zwar bereits eine Vielzahl von Initiativen und Bewegungen, die sich der Familienanliegen annehmen, bisher jedoch keine übergreifende Plattform, die die breite Verankerung des Themas in allen Schichten der Bevölkerung sichtbar werden lässt, so Astrid Kugler-Lang. Vorbildwirkung für die Initiative habe insbesondere das bereits seit längerem bestehende und erfolgreich agierende "Familiennetzwerk" in Deutschland gehabt.

"Schule der Humanität"

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des "Familiennetzwerks" verpflichten sich durch ihre Unterschrift unter eine gemeinsame Grundlagencharta, in der ein umfassendes Bekenntnis zum Wert und zum notwendigen Schutz der Familie formuliert ist. So wird die Familie etwa als "Schule der Humanität" sowie als "Fundament von Gesellschaft und Kultur" beschrieben; sie sei in der "Ehe zwischen Mann und Frau" verwurzelt. Laut Astrid Kugler-Lang wird das "Familiennetzwerk" in einem weiteren Schritt konkrete politische Forderungen ausarbeiten. Unterzeichnet wurde die Grundlagencharta bereits von Repräsentanten von mehr als 30 Organisationen und zahlreichen Persönlichkeiten aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Medien und Kirchen.

Zu den ersten Unterzeichnern der Grundlagencharta zählte der Salzburger Weihbischof Andreas Laun. Im Gespräch mit "Kathpress" betonte er die Bedeutung dieser Initiative. Derzeit sei ein "Generalangriff verschiedenster Kräfte auf die Familie als gesellschaftstragende Institution festzustellen", so Laun. Daher sei es wichtig, "dass man sich mit klarer Vernunft und Engagement zusammentut und gemeinsam eine starke Lobby für die Familie bildet".

Website präsentiert

Mit dem Gründungsakt wurde zugleich auch die offizielle Website des "Familiennetzwerkes" (www.familiennetzwerk.at) freigeschaltet und der Öffentlichkeit präsentiert. Die Website enthält aktuelle Informationen zu familienpolitischen Themen, die Grundlagencharta sowie eine Liste der bereits aktiven Unterstützer des Netzwerks.

Fotos vom Gründungsakt des Familiennetzwerkes sind unter
http://www.katholisch.at/content/site/presse/bilder/download/gallery/
96.html abrufbar.

O-Töne finden sich unter
http://www.katholisch.at/content/site/presse/otoene/index.html.
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