LR Ackerl: "Meine Sorge gilt den Menschen, die sprichwörtlich am Hungertuch nagen!"

Aufgeregtheit der Bauernvertreter über sozialpolitisch motiviertes Plädoyer für ein günstiges Grundnahrungsmittelsortiment unverständlich

Linz (OTS) - Die Aufgeregtheit mancher Bauernvertreter über sein letztwöchiges Plädoyer für Initiativen des Handels, ein Sortiment an Grundnahrungsmittel günstig anzubieten, sind Landesrat Ackerl unverständlich: "In meiner Aussendung erwähne ich mit keinem Wort, dass den Bauern kein fairer Preis bezahlt werden soll!" so Ackerl. "Wörtlich führe ich die angekündigten Verbilligungen bei Eigenmarken auf den Verzicht auf teures Marketing und Markendesign zurück!" Ackerl sieht sich in der Diskussion aber weder als Standesvertreter des Handels noch der Landwirtschaft: "Wenn Menschen in Österreich am Hungertuch nagen müssen, kann ich als Sozialpolitiker nicht länger wortlos zusehen!" so der Sozial-Landesrat. "Ich mache mir Sorgen um die Ernährung der Menschen, und werde mir deshalb auch weiterhin kein Blatt vor dem Mund nehmen, um Initiativen für leistbare Lebensmittel zu begrüßen!"

"Wenn ein Regierungskollege im Interview vor wenigen Wochen sagt, dass die Landwirtschaft nicht in eine Rolle mit sozialstaatlichen Aufgaben gedrängt werden darf, und dass es sich um ein sozialpolitisches, nicht um ein agrarisches Problem handle, wenn sich Menschen Lebensmittel nicht mehr leisten können, fühle ich mich als Sozialpolitiker auch gefordert!" so Ackerl. "Die Preisentwicklung in so ziemlich allen wichtigen Dingen des täglichen Lebens ist vor allem in den letzten Monaten steil nach oben gegangen, für einkommensschwache Mitmenschen oder gar Familien wird das nackte Überleben plötzlich unleistbar!" Natürlich sei es eine sozialpolitische Aufgabenstellung, Überlegungen anzustellen, wie hier gegenzusteuern sei. Gleichzeitig darf, ja muss gerade die Sozialpolitik dann aber auch private Initiativen begrüßen, die dabei behilflich sind - wie zuletzt die Bemühungen verschiedener Handelsketten, durch den Verzicht auf teures Markendesign, aber auch andere Maßnahmen Grundnahrungsmittel wieder leistbarer zu machen.

"Und um die Ernährung geht es in erster Linie in einkommensschwachen Haushalten!" so Ackerl. Laut Statistik Austria gelten rund 13 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher als armutsgefährdet (über eine Million Menschen!!!). Rund fünf Prozent - 389.000 Menschen - können sich keinen PKW leisten, fast jede/-r Zehnte - 758.000 Menschen -kann es sich nicht leisten, jeden 2. Tag Fisch oder Fleisch zu essen. "Für diese Menschen fühle ich mich verantwortlich, für diese Menschen muss in erster Linie eine ausgewogene Ernährung wieder leistbar werden - von einer Senkung der Treibstoffpreise würden diese Menschen eher weniger profitieren!" meint Ackerl. "Daher verstehe ich auch den Hinweis eines Bauernvertreters auf das angeblich bessere Lobbying der Ölmultis nicht, es sei denn, es sei als Verweis auf jene Spekulanten zu verstehen, die am Energiewert der Lebensmittelrohstoffe das große Geld verdienen wollen und dadurch die Lebensmittelpreise in die Höhe treiben!"

Grundnahrungsmittel - und da geht es nicht nur um die Milch, sondern auch ums sprichwörtliche tägliche Brot oder um die sprichwörtliche Wurst - spielen in den Haushaltsbudget dieser Menschen auch eine wesentlich größere Rolle als in Durchschnittshaushalten. "In rund 426.300 Haushalten - etwa 12,2 Prozent aller Haushalte - beträgt der Anteil der Ausgaben für Ernährung und alkoholfreie Getränke beinahe ein Drittel aller Haushaltsausgaben (31,3 Prozent) und ist damit der größte Kostenanteil!" so Ackerl. "Darum mache ich mir Sorgen um die Preise in diesem Bereich für die Endverbraucher, und darum begrüße ich Initiativen, die helfen, diese Produkte an diesem Ende der Nahrungsmittelkette für einkommensschwache Menschen wieder leistbar zu machen!" Denn bei dieser Personengruppe geht es schon lange nicht mehr darum, günstig einzukaufen, um sich im Haushaltsbudget etwas zu sparen, hier geht es um die existenzielle Frage, ob überhaupt noch eingekauft werden kann.

"Sozialpolitisch müssen wir noch einige Probleme in den Griff bekommen!" meint Ackerl abschließend. "Wenn die Landwirte, denen ich ihnen ein faires Preisniveau für ihre Erzeugnisse zubillige, auf den Absatzmärkten ein Problem haben, ist das aber ein agrar- oder wirtschaftspolitisches, kein sozialpolitisches!"

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