Volkshilfe begrüßt Familienrecht - Änderungsgesetz und Kinderbetreuungsoffensive

Die Regierung passt die Gesetze an die Lebensrealität der Menschen an

Wien (OTS) - Längst sind patchwork-Familien, AlleinerzieherInnen und Lebensgemeinschaften ebenso Realität in Österreich wie traditionelle Familien mit verheirateten Eltern und Kindern. Doch der österreichische Gesetzgeber stellte sich nur sehr langsam auf diese Lebensrealität ein. Mit dem Gesetzesentwurf von Bundesministerin Maria Berger wurden nun zahlreiche rechtliche Verbesserungen für Lebensgemeinschaften und Stiefeltern geschaffen, ebenso wie der raschere Vorschuss bei Unterhaltszahlungen.

Anlässlich des internationalen Tages der Familie weist der Präsident der Volkshilfe Österreich, Univ. Prof. Dr. Josef Weidenholzer, auch darauf hin, "dass für Österreichs Familien zwar im internationalen Vergleich viel Geld in die Hand genommen wird, dass die Struktur der Ausgaben jedoch ein konservatives Familienbild spiegelt: Der Großteil der Mittel fließt in Geldleistungen und nicht in Sachleistungen wie Infrastruktur für Kinderbetreuung. Das fördert tendenzielle eine traditionelle Arbeitsteilung von Männern und Frauen."

Die Volkshilfe begrüßt deshalb auch die jüngste Kinderbetreuungsoffensive der Bundesregierung. "Solange in erster Linie Frauen für die Kinderbetreuung zuständig sind", so Weidenholzer, "kommt ein Ausbau von institutioneller Kinderbetreuung Frauen zugute. Es handelt sich deshalb aber noch lange nicht um eine frauenpolitische Maßnahme, denn grundsätzlich geht es im Verständnis der Volkshilfe darum, bezahlte und unbezahlte Arbeit, Erwerbsarbeit und Reproduktionsarbeit unter den Geschlechtern gerecht zu verteilen. Kinderbetreuung ist nicht nur ein Thema für Frauen, sondern betrifft beide Geschlechter gleichermaßen. Darum ist auch ein "Papamonat" längst überfällig".

Ein Haupthindernisgrund für einen erfolgreichen Wiedereinstieg in den Beruf sind nach wie vor unzureichende Kinderbetreuungseinrichtungen. Laut einer Erhebung der Arbeiterkammer würden 39 Prozent der Frauen Vollzeit arbeiten, wenn ein entsprechendes Angebot für die Betreuung ihrer Kinder vorhanden wäre. Ohne dieses sind es nur 24 Prozent.
Eine Untersuchung des sozialwissenschaftliche Instituts SORA zeigt, dass 155.000 derzeit teilzeitbeschäftigte Frauen gerne länger arbeiten würden, wenn eine passende Kinderbetreuung vorhanden wäre.

Die Volkshilfe Landesorganisationen betreuen in verschiedenen Betreuungsformen wie Kinderkrippen, Kinderhäuser, Kindergärten und Tagesmütter rund 4 300 Klein- und Schulkinder.

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