Industrie begrüßt Schritte zu Gesundheitsreform: Richtung stimmt

IV-GS Beyrer: Maßnahmen tragen zu weiterhin hohem Versorgungsniveau bei - Gesundheitssystem effizienter gestalten - Finanzierung aus einer Hand

Wien (OTS) - Wien (PdI) Die Industrie begrüßt den von Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky und Sozialminister Erwin Buchinger heute vorgelegten Gesetzesentwurf für eine Gesundheitsreform. Der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) Mag. Markus Beyrer bezeichnete die vorgeschlagenen Maßnahmen "als einen ersten Schritt in die richtige Richtung. Österreich verfügt über eine hervorragende, für alle zugängliche Gesundheitsversorgung. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind dazu geeignet, dieses hohe Versorgungsniveau auch weiterhin für alle aufrechtzuerhalten".

So schaffe etwa der Umbau des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger zu einer Holding mit Durchgriffsrechten auf die einzelnen Träger "eine gute Voraussetzung, um die Krankenkassen finanziell abzusichern beziehungsweise für die nötige Effizienz zu sorgen". In dem Zusammenhang seien auch die - derzeit noch fehlenden - Ansätze zu einem nachhaltigen Quality-Management zu begrüßen.

Um die Finanzierbarkeit des derzeitigen Gesundheitssystems nachhaltig zu sichern, müssen diesem Gesetzesentwurf aber weitere Maßnahmen folgen. "Es geht vor allem darum, unser Gesundheitssystem effizienter zu gestalten. Österreich liegt mit Gesundheitsausgaben in der Höhe von 10,1% des BIP im europäischen Spitzefeld. Die Herausforderung liegt darin, diese Mittel fokussierter einzusetzen", so der IV-Generalsekretär. Dies könnte etwa durch ein Hausarztmodell sichergestellt werden, in dem der Hausarzt als Gesundheitsbegleiter über die adäquate Versorgungsebene entscheidet.

Dreh- und Angelpunkt für ein effizienteres Gesundheitssystem ist und bleibt aber die Finanzierung aus einer Hand, die von der Industriellenvereinigung nachdrücklich gefordert wird. "Damit würde sich ein Hin- und Herschieben der Patienten zwischen ambulantem und stationärem Bereich und damit auch das Verschieben der Kosten zwischen Kassen und Ländern aufhören. Gleichzeitig könnte eine gesamthafte, sektorübergreifende Leistungs- und Angebotsplanung leichter Platz greifen. Effizienzverluste können so erheblich minimiert und die frei werdenden Ressourcen dort eingesetzt werden, wo sie wirklich erforderlich sind", so Beyrer.

Ein "Wermutstropfen" bei den Reformvorschlägen sei, dass der große Bereich der Spitäler völlig ausgespart werde. Ein weiterer Meilenstein dabei wäre aus Sicht der Industrie die vollständige Umstellung der Krankenhausfinanzierung auf das System der Leistungsorientierten Krankenhausfinanzierung. "Dieses Instrument ist eine gute Grundlage für eine transparente und wettbewerbsfördernde Spitalsfinanzierung", betonte Beyrer. "Wettbewerbliche Elemente führen dazu, dass qualitativ schlechte und zu teure Anbieter, die im derzeitigen Finanzierungssystem über die Abgangsdeckung mitfinanziert werden, keine Bestandgarantie mehr hätten. Dadurch würden die nachhaltige Finanzierung und die Qualität für die Patienten gesichert", so der IV-Generalsekretär.

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