- 14.05.2008, 12:43:12
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Die geplante Gesundheitsreform ist ein Angriff auf das freiberufliche Ethos
Wien (OTS) - Die geplante Reform zur Sanierung der Krankenkassen
beinhaltet in erster Linie Maßnahmen, durch die die Freiheit und
Verpflichtung der Ärzte, gemäß ihrem hippokratischen Eid "nach ihren
Fähigkeiten und ihrem Urteil ärztliche Verordnungen zum Nutzen der
Kranken" zu treffen, also stets die für die Gesundheit ihrer
Patienten sinnvollsten Untersuchungs- und Behandlungsschritte zu
setzen, ausgehöhlt wird. Nicht mehr Gewissen und Wissen des
Mediziners sollen für das Verhältnis zum Patienten maßgeblich sein,
sondern ökonomische Überlegungen, die von Krankenkassen und
Ministerium vorgegeben werden.
Ärzten, die sich mehr dem Wohl ihrer Patienten als diesen
ökonomischen Vorgaben verpflichtet fühlen, sollen durch die
Befristung der Verträge, die die Krankenkassen mit ihnen abschließen,
selbst wirtschaftlich und damit existentiell unter Druck gesetzt
werden.
Das Bundeskomitee Freie Berufe Österreichs protestiert aufs
Schärfste gegen die geplanten Änderungen:
Es ist als Angriff auf die Freiberuflichkeit zu sehen, wenn Ärzte
ihre Patienten nicht mehr nach medizinischen, sondern - zum Wohl der
Krankenkassenbudgets - nach ökonomischen Kriterien behandeln sollen.
Damit wird versucht, ein unabdingbares Wesensmerkmal der
Freiberuflichkeit, nämlich die eigenverantwortliche und fachlich
unabhängige Leistungserbringung im Sinne der Patienten/Klienten,
auszuhöhlen und durch eine rein ökonomisch motivierte Vorgangsweise
zu ersetzen.
Dieser Grundsatz der eigenverantwortlichen und fachlich
unabhängigen Leistungserbringung darf nicht durch rein ökonomische
Überlegungen aufgeweicht werden, denn die Leistungen, die die
Angehörigen der Freien Berufe für Ihre Klientel erbringen, betreffen
durchwegs jene Güter, die als Grundrechte einen erhöhten Schutz
genießen: Gesundheit, Zugang zum Recht, Lebensraum.
Das Bundeskomitee Freie Berufe Österreichs ist der Dachverband der
neun Kammern der Freien Berufe (Architekten und Ingenieurkonsulenten,
Apotheker, Ärzte, Notare, Patentanwälte, Rechtsanwälte, Tierärzte,
Wirtschaftstreuhänder, Zahnärzte) und vertritt deren gemeinsame
Interessen.
Rückfragehinweis:
Dr. Gabriela Doppler Generalsekretärin Bundeskomitee Freie Berufe Österreichs Maria Theresien-Straße 5/3/14, A-1090 Wien Tel.: +43/(0)1/533 22 86 mailto:gabriela.doppler@freie-berufe.at ZVR-Zahl 40043636
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