Die geplante Gesundheitsreform ist ein Angriff auf das freiberufliche Ethos

Wien (OTS) - Die geplante Reform zur Sanierung der Krankenkassen beinhaltet in erster Linie Maßnahmen, durch die die Freiheit und Verpflichtung der Ärzte, gemäß ihrem hippokratischen Eid "nach ihren Fähigkeiten und ihrem Urteil ärztliche Verordnungen zum Nutzen der Kranken" zu treffen, also stets die für die Gesundheit ihrer Patienten sinnvollsten Untersuchungs- und Behandlungsschritte zu setzen, ausgehöhlt wird. Nicht mehr Gewissen und Wissen des Mediziners sollen für das Verhältnis zum Patienten maßgeblich sein, sondern ökonomische Überlegungen, die von Krankenkassen und Ministerium vorgegeben werden.

Ärzten, die sich mehr dem Wohl ihrer Patienten als diesen ökonomischen Vorgaben verpflichtet fühlen, sollen durch die Befristung der Verträge, die die Krankenkassen mit ihnen abschließen, selbst wirtschaftlich und damit existentiell unter Druck gesetzt werden.

Das Bundeskomitee Freie Berufe Österreichs protestiert aufs Schärfste gegen die geplanten Änderungen:

Es ist als Angriff auf die Freiberuflichkeit zu sehen, wenn Ärzte ihre Patienten nicht mehr nach medizinischen, sondern - zum Wohl der Krankenkassenbudgets - nach ökonomischen Kriterien behandeln sollen. Damit wird versucht, ein unabdingbares Wesensmerkmal der Freiberuflichkeit, nämlich die eigenverantwortliche und fachlich unabhängige Leistungserbringung im Sinne der Patienten/Klienten, auszuhöhlen und durch eine rein ökonomisch motivierte Vorgangsweise zu ersetzen.

Dieser Grundsatz der eigenverantwortlichen und fachlich unabhängigen Leistungserbringung darf nicht durch rein ökonomische Überlegungen aufgeweicht werden, denn die Leistungen, die die Angehörigen der Freien Berufe für Ihre Klientel erbringen, betreffen durchwegs jene Güter, die als Grundrechte einen erhöhten Schutz genießen: Gesundheit, Zugang zum Recht, Lebensraum.

Das Bundeskomitee Freie Berufe Österreichs ist der Dachverband der neun Kammern der Freien Berufe (Architekten und Ingenieurkonsulenten, Apotheker, Ärzte, Notare, Patentanwälte, Rechtsanwälte, Tierärzte, Wirtschaftstreuhänder, Zahnärzte) und vertritt deren gemeinsame Interessen.

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