Globale Herausforderung nachhaltiges Bauen

Neue Konzepte für hochqualitativen Städtebau

Wien (OTS) - "Die Nachhaltigkeit des Bauens mit Beton, soziale und umweltpolitische Folgen sowie internationale Umsetzungen waren Schlüsselthemen beim internationalen Kongress des "Bureau International du Béton Manufacture" (BIBM) vom 7. bis 10. Mai in der Wiener Hofburg mit über 450 Teilnehmern aus Europa." erklärt DI Gernot Brandweiner, Geschäftsführer des Verbands der österreichischen Beton- und Fertigteilwerke (VÖB). Die Neuausrichtung einer Verdichtung der Städte mit größeren und höheren Gebäuden und eine Lösung für den sozialen Wohnbau präsentierte der schwedische Stararchitekt Göran Lundquist. Ein "Wunschhaus von Frauen für Frauen" hat Linda Persson, mit einer Projektgruppe des Frauennetzwerks "Bettan" des schwedischen Betonverbands konzipiert. Flexible Häuser, die Veränderungen der Bedürfnisse im Wohnumfeld gerecht werden können, die energieeffizient, umweltfreundlich und dazu praktisch in der Nutzung sind.

Das Prinzip des nachhaltigen Wirtschaftens steht bei der Betonindustrie im Vordergrund. Der Kongress befasste sich deshalb mit der ganzheitlichen Entwicklung der Beton- und Fertigteilbranche in Bezug auf wirtschaftliche, technische, soziale und umweltpolitische Aspekte der Gegenwart und Zukunft. Nachhaltige Innovationen von der Energieeffizienz bei der Produktion bis zum Betonrecyling sind das Ergebnis intensiver Forschungsaktivitäten. Der Kongress BIBM 2008 zeigte, wie das Thema Nachhaltigkeit international gesehen und umgesetzt wird. Dr. Bernd Wolschner, Geschäftsführer der SW Umwelttechnik AG führte die letzten drei Jahre den BIBM dazu: "Der Gedanke der Nachhaltigkeit muss sich in der gesamten Branche vertiefen und in der Umsetzung durch den gesamten Lebenszyklus ziehen."

Intelligente, sozial nachhaltige Lösungen für die Verdichtung der Städte

Göran Lundquist, Architekt, preisgekrönter Wissenschafter, Autor und Präsident der CAN Architects AB, Stockholm stellte in einem der zahlreichen Vorträge sein Wohnbauprojekt "Kobben" im Stockholmer Stadtentwicklungsgebiet "Hamarby Sjöstad" vor. Die Neuausrichtung einer Verdichtung der Städte mit größeren und höheren Gebäuden ist vorprogrammiert. Lundquists Ansicht nach müssen nachhaltige Städte aber nachhaltige Gebäude planen und hob Beton als einen der wenigen Baustoffe hervor, der das in technischer und wirtschaftlicher Hinsicht ermöglicht.

Intelligentes, sozial nachhaltiges Konzept für den sozialen Wohnbau

Die Wohnbauten des Stadtteiles Hammarby Sjöstad werden in mehreren Punkten dem Anspruch der Nachhaltigkeit gerecht. Die Gebäude haben fünf Geschoße mit jeweils 10 Wohnungen auf einer Ebene, aber mit nur einem Treppenhaus. Dadurch konnten Treppen und Aufzüge reduziert und die Investitions-, Betriebs-, sowie Energiekosten gesenkt werden. "Der großzügige Eingangsbereich mit einer ausladenden Treppe ersetzt fünf enge und häufig schlecht ausgestattete Treppenaufgänge wie im herkömmlichen Sozialbau" so Lundquist. "Dazu kommt, dass die Mieter diesen Bereich als Kommunikationsraum nutzen und so viel mehr Kontakte mit ihren Nachbarn haben" führt Lundquist weiter aus.
Die Betonfertigteilkonstruktion der Kobben-Gebäude speichert bei hohen Temperaturen Wärme und gibt sie wieder ab, wenn die Temperatur sinkt. Man geht davon aus, dass dieses "träge" System etwa sechs Prozent der für die Heizung nötigen Energie spart. Mit einem ausgeklügelten Heizungssystem, das beispielsweise im Keller Abwärme in Flächenwärmetauschern sammelt und erneut der Frischluft zuführt oder mittels Sonnenkollektoren, die auf dem Dach Wärme speichern, liegt die aufgewandte Energiemenge bei nur 38% des durchschnittlichen Verbrauchs eines Wohnblocks in Schweden. Das Projekt wurde mehrmals preisgekrönt: Im Jahr 2000 Sieger des "Wettbewerbs für das beste Gebäude der Stadt" in Stockholm, den "BoStadt 2002" und 2005 den "Kasper-Sahlin-Preis".Wunschhaus von Frauen für Frauen - Lösungen für flexible Ansprüche Lösungen für die Bedürfnisse der Zukunft in punkto Sicherheit, Energieeffizienz und flexible Anpassung an geänderte Lebensbedingungen wurden von Linda Persson, Ingenieurin und Projektleiterin des 2004 gegründeten Frauennetzwerks "Bettan" des schwedischen Betonverbands thematisiert. Sie ging darauf ein, dass sich die Lebensumstände in den letzten Jahren entscheidend geändert haben. Hier liege die Notwendigkeit flexible Häuser zu gestalten, die auf schnelle Veränderungen der Bedürfnisse reagieren. "Wir müssen in der Lage sein flexible Häuser zu bauen, die plötzlichen Veränderungen der Bedürfnisse im Wohnumfeld gerecht werden können" betont Linda Persson.

Beton im Wohnbereich

Ziel ihres Projekts "Concrete Vision" ist, ein energie- und umweltfreundliches Haus zu entwerfen, wobei das Design, das Beheizungssystem sowie die Wahl der Materialien im Vordergrund stehen. "Um ein energieeffizientes Haus zu schaffen, planen wir eine bestens isolierte Betontragstruktur, energiesparende Fenster und erneuerbare Energiequellen ein", so Persson und hob hervor, welche zahlreichen Möglichkeiten Beton im Einsatz bei den täglichen Wohnbereichen bietet. Eine zentrale Idee war, alle Rohre, Kanäle und Kabel in einem einzigen Schacht zu verlegen, der die Sanitärbereiche mit der Küche verbindet und von der Küche für Wartungsarbeiten uneingeschränkt zugänglich ist. Dazu bietet die Formbarkeit von Beton viele ästhetisch wichtige Qualitäten. So wurden in den Sanitärbereichen beispielsweise Betonoberflächen anstatt Fliesen eingesetzt. "Die Gestaltung von Sanitär- und Küchenbereichen mit der glatten, sauberen Beton-Oberfläche ohne Fugen verkürzen den Zeitaufwand für Reinigungsarbeiten im Haushalt", erklärt Persson. "Damit leistet Beton einen wichtigen Beitrag zu weniger Hausarbeit und einem leichteren Leben", meint Persson weiter.

Neue Wege in mittel- und osteuropäische Länder

Zahlreiche Unternehmen haben bereits in mittel- und osteuropäischen Länder expandiert. Im Zuge des Kongresses wurden von Keynote Speaker Dr. Wolfgang Reithofer, CEO Wienerberger AG und Topmanagern internationaler Konzerne beide Sichtweisen beleuchtet. Das Megaprojekt "Europäischen Normung", sowie Gründe für deren Notwendigkeit erläuterte .Dr. Juan Carlos López Agüí. Das Verstehen politischer Strategien ermöglicht Unternehmern und Managern im eigenen Betrieb andere Sichtweisen für Zukunftsentscheidungen. Die Experten der europäischen Kommission Heikki Salmi und Vicente Leoz Argüellez sprachen zu den Herausforderungen und Entwicklungen im Kontext. der EU. Dazu Bernd Wolschner: "Unsere Industrie muss europäische Veränderungen aktiv mit gestalten, das funktioniert nur wenn wir uns zeitgerecht in das Geschehen einbinden. Alle wichtigen Entscheidungen werden in Brüssel getroffen und die Gesetzgebung hat lange Entscheidungsprozesse."

Weitere Infos unter: www.bibm2008.com und www.voeb.com

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Pressestelle Verband österreichischer Beton- und Fertigteilwerke,
Andrea Baidinger
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