Prammer bei DVD-Präsentation: Zeitgeschichte aufarbeiten, Demokratiebewusstsein stärken

Schmied: ZeitzeugInnen hinterlassen Schatz an Erfahrung

Wien (SK) - "Zeitgeschichte aufarbeiten und gezielt Demokratiebewusstsein vermitteln", forderte Nationalratspräsidentin Barbara Prammer am Dienstag im Rahmen der Präsentation der DVD "Das Vermächtnis - Verfolgung, Vertreibung und Widerstand im Nationalsozialismus", produziert von erinnern.at. Prammer, die Österreich, den Aufstieg des Nationalsozialismus betreffend, nicht aus der Verantwortung ließ, betonte die Bedeutung des Projektes vor allem im Hinblick auf eine Zeit, wenn man nicht mehr auf Zeitzeugen zurückgreifen könne. Als wirkliches Vermächtnis bezeichnete Bildungsministerin Claudia Schmied die aufgezeichneten Interviews mit den Zeitzeugen, die "ihren Schatz an Erfahrung" in dieser Form hinterlassen. Beide Politikerinnen dankten den ZeitzeugInnen für ihr Engagement. ****

Auf der DVD "Das Vermächtnis", für LehrerInnen und SchülerInnen entwickelt, finden sich neben Interviews mit Zeitzeugen, welche die Schrecken des Nationalsozialismus und des Holocaust überlebten, auch Lehr- und Lernmaterial zur pädagogischen Aufbereitung des Themas im Unterricht. Die DVD enthalte viele auf Video aufgezeichnete Interviews mit Zeitzeugen, und zeige, dass "Geschichte nur durch Zeitzeugen wirklich erzählbar und präsentierbar ist", so Prammer. Vielen dieser Zeugen sei es nicht leicht gefallen, "aus dem Schweigen herauszutreten", betonte die Nationalratspräsidentin, die diesen Menschen "Anerkennung für ihre Bereitschaft und ihr Engagement" zollte. Das DVD-Projekt zeige, "wie wichtig es ist, sich jetzt auf die Zeit vorzubereiten, wenn es nicht mehr möglich ist, auf Zeitzeugen zurückzugreifen", so Prammer. Diese neue Methode werde den SchülerInnen zukünftig näher bringen, was "es bedeutet hat, in dieser Zeit zu leben".

Prammer betont Verantwortung Österreichs

Prammer unterstrich: "Österreich hat eine besondere Verantwortung. Und die große tägliche Herausforderung, diese zu bewältigen", denn "Österreich, die Österreicherinnen und Österreicher haben eine besondere Rolle eingenommen. Es ist nicht so, dass Österreich überrannt wurde. Der Boden für die Nationalsozialismus war längst aufbereitet." Es gelte auch die "schrecklichen Punkte zu erkennen", betonte die Präsidentin des Nationalrates. Und wenn heute eine Studie sage, dass "ein Drittel nicht an die Demokratie glauben", wenn rassistische Übergriffe zunehmen und Antisemitismus unwidersprochen bleibt, dann sei dies ein Zeichen dafür, "dass wir noch nicht genug getan haben", unterstrich Prammer. Man müsse daran arbeiten, gerade den jungen Menschen zu vermitteln, dass "die Demokratie die einzige Antwort darauf ist, wie Kontroversen und unterschiedliche Sichtweisen friedlich ausgetragen werden können".

Schmied: Sorgsam und aufmerksam mit dem Vermächtnis der Zeitzeugen umgehen

Gerade als Bildungsministerin sei es ihr "ein besonderes Anliegen, dass SchülerInnen Geschichte von Nationalsozialismus und Holocaust lernen", betonte Schmied. Es gehe darum "in angemessener und respektvoller Weise darüber zu diskutieren, welche Lehren man daraus zieht". Um dies zu gewährleisten sei im Bildungsministerium erinnern.at gegründet worden, eine "wichtige Grundlage für die nachhaltige Auseinandersetzung mit dem Thema", so die Bildungsministerin. Die DVD sei ein "innovatives Lehrmittel" und verweise schon im Namen darauf, dass "Überlebende ihren Schatz an Erfahrung, als Vermächtnis hinterlassen", so Schmied. "Die Aufgabe der Nachkommen wird es sein sorgsam, aufmerksam und kritisch mit diesem Vermächtnis umzugehen." Schmied dankte den Zeitzeugen, dem Shoa Foundation Institut, dem Nationalfonds und dem Team von erinnern.at, die an dem Zustandekommen dieser DVD maßgeblich beteiligt waren. (Schluss) ar

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