• 14.05.2008, 09:35:32
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AK Studie zeigt: Spekulationen machen Wohnen für alle empfindlich teurer (2)

Wien (OTS) - Die Auswertung der Kaufpreissammlung der Stadt Wien
zeigt, dass sich von 1995 bis 2004 die Durchschnittspreise
(Mittelwerte) der vor 1919 gebauten Zinshäuser mit plus 93 Prozent
nahezu verdoppelt haben. Im Vergleich dazu hat sich der
Verbraucherpreisindex nur um rund 16 Prozent erhöht. Besonders stark
haben sich die Preise seit dem Jahr 2000 erhöht. Eine über das Jahr
2004 hinausgehende Auswertung der Daten der Kaufpreissammlung war
nicht möglich. Analysen der Anbotspreise zeigen aber, dass die
Preisanstiege auch in den Jahren ab 2004 jährlich zwischen 5 Prozent
und 8 Prozent betragen haben und damit weit über der Inflationsrate
gelegen sind.

Jahr   Durchschnittspreise der Zinshäuser     Verbraucherpreisindex
       Euro pro Quadratmeter Boden       Index
1995   1.000                             100     100
1996   1.066                             107     102
1997   1.124                             112     103
1998   1.140                             114     104
1999   1.151                             115     105
2000   1.087                             109     107
2001   1.294                             129     110
2002   1.293                             129     112
2003   1.527                             153     114
2004   1.930                             193     116

Quelle: AK Studie, Kaufpreissammlung der Stadt Wien

Enorme Rendite durch Spekulation
Diese enormen Preisanstiege bei den Zinshäusern stehen eindeutig im
Zusammenhang mit dem Auftreten von Finanzinvestoren, Immobilienfonds
und Immobilienunternehmen als Käufer. Dabei fällt auch auf, dass
spekulatives Verhalten eine große Rolle spielt. So wurde etwa ein
Drittel der Häuser, die im Untersuchungszeitraum 1987 bis 2005
gekauft wurden, auch wieder von den neuen Eigentümern verkauft. Für
diese spekulativen Verkäufe gab es auch beachtliche Renditen; Für
Häuser, die innerhalb von 2 Jahren wiederverkauft wurden, betrug die
Jahresrendite brutto im Schnitt 60 Prozent.

Preissteigerungen bringt enorme Vermögenszuwächse
Die Zinshaus-Hausse der letzten Jahre bewirkt enorme
Vermögenszuwächse der Hausbesitzer. 2007 betrug der geschätzte
Vermögenswert der vor 1919 gebauten Wiener Zinshäuser im Privatbesitz
rund 20 Milliarden Euro. Allein eine Preissteigerung von 10 Prozent
pro Jahr - das entspricht in etwa der durchschnittlichen jährlichen
Preissteigerung der letzten Jahre - bedeutet einen Vermögenszuwachs
von rund 2 Milliarden pro Jahr.

Althauspreis-Mieten-Spirale
Die Zinshaus-Hausse bleibt natürlich nicht ohne Auswirkungen auf die
Miethöhen. Es kommt zu einem gegenseitigen Preisauftrieb. Je höher
die Mieten sind, umso höher die Rendite und umso stärker steigen die
Zinshauspreise. Je höher wiederum die Zinshauspreise sind, umso höher
der Druck auf weitere Mietensteigerungen, damit die neuen Käufern
eine entsprechende Rendite erzielen können. Auf Grund der fehlenden
Mietenbegrenzungen und der starken Wohnungsnachfrage sind die hohen
Mieten und die Steigerungen der Mieten auch realisierbar. Es kommt
auch zu einem starken Absiedlungsdruck auf Altmieter, die noch
günstigere Mieten haben.

Laut Studienergebnis betragen die reinen Mieten (ohne auf die Mieter
überwälzbare Hausnebenkosten) bei Neuvermietungen für Kategorie A
Wohnungen in durchschnittlichen Lagen im Schnitt 10 Euro pro
Quadratmeter netto, in weniger guten Lagen rund 7 Euro. Die Zuschläge
zum Richtwert sind damit in vielen Fällen höher als der Richtwert
selbst (seit 1.April 2008 4,73 Euro pro Quadratmeter). Inklusive der
auf Mieter überwälzbare Hausnebenkosten und Mehrwertsteuer ergeben
sich dadurch Bruttomieten von rund 10 bis 13 Euro pro Quadratmeter
und Monat. Bei einer 80 Quadratmeter Wohnung sind das monatlich
bereits 800 bis 1.000 Euro. Diese hohen Mieten erlauben trotz
gestiegener Althauspreise nach wie vor attraktive Renditen.
Zusätzlich steigen diese Zinshausrenditen im Unterschied zu Erträgen
aus sonstigen Finanzanlagen wegen der Mietenindexierungen mit der
Inflationsrate.

SERVICE: Die Studie im Volltext finden Sie auf
wien.arbeiterkammer.at

Rückfragehinweis:

Doris Strecker
   AK Wien Kommunikation
   tel.: (+43-1) 501 65-2677
   tel.: (+43)664 845 41 52
   mailto:doris.strecker@akwien.at 
   wien.arbeiterkammer.at

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