NÖ Bauernbund demonstrierte bei Handelsketten wegen Milchpreis

Resolution für kostendeckenden Preis an Geschäftsführung von Rewe, Spar und Hofer übergeben

St. Pölten/Wien (OTS) - Rund 700 niederösterreichische Bäuerinnen und Bauern demonstrierten heute, Dienstag, gegen die aktuelle Preispolitik des Lebensmittelhandels. An den drei Standorten St. Pölten (Spar), Wiener Neudorf (Rewe) und Stockerau (Hofer) übergaben Delegationen des NÖ Bauernbundes, so eine Aussendung des Bauernbundes, Protestresolutionen an die Firmenleitungen der drei großen Handelsketten.

Die Bauern fühlen sich durch das Preisdiktat des Handels erpresst und in ihrer Existenz bedroht. In Niederösterreich gibt es rund 7000 Milchbauern, die pro Jahr 536 Mio. Liter Milch erzeugen. "Das sind 21% der gesamten Milchproduktion in Österreich", zeigte Bauernbunddirektor Hans Penz die Dimension auf. Gleichzeitig betonte er den Einsatz der Landwirte für Lebensmittelqualität, Landschaftspflege und Ernährungssicherheit.

Österreichs Milchbauern lehnten eine "Durchrechnung" der aktuell vorgenommenen Preissenkungen von etwa 6 Cent pro Liter an die Bauern mit aller Entschiedenheit ab. Penz: "Eine Preisabsenkung von 6 Cent bedeutet für den durchschnittlichen Konsumenten bei einem Jahresverbrauch von 80 Liter Milch eine Kostenersparnis von lediglich EUR 4,80. Für den Landwirt bedeutet dies jedoch einen Einkommensverlust von mehr als EUR 3.300,- im Jahr bei einer Menge von 55.000 Kilogramm Kontingent."

Österreichs Bauern brauchten daher einen gerechten Anteil am Milchpreis. "Die Produktionskosten müssen gedeckt und es muss ein Arbeitslohn erwirtschaftet werden können", forderte Bauernbundobmann Hermann Schultes und Bauernbunddirektor Hans Penz. Es müsse eine qualitätsorientierte Bezahlung ermöglicht werden, damit heimische Milch und österreichisches Fleisch den Qualitätsvorsprung behaupten und den Konsumenten hochwertige, geschmackvolle und naturbelassene Produkte garantiert werden können.

Genau so dramatisch wie bei Milch stelle sich die Tiefpreisphase am Fleischmarkt dar. Wenn der Handel nicht endlich bessere Preise zulasse, würden Ställe leer bleiben und die Versorgung mit hochwertiger österreichischer Fleischqualität nicht mehr gesichert sein.

Sollten die Appelle nichts fruchten und der Handel nicht zu seiner Verantwortung gegenüber den Bauern stehen, seien weitere Kundgebungen bis zu Kampfmaßnahmen denkbar.
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