AWO: Südostasien - Boomregion für Österreichs Exporte

24,9% Exportzuwachs - Chancen in Indien, Thailand, Malaysia, Indonesien, Singapur und auf den Philippinen vor allem im Infrastrukturausbau

Wien (PWK362) - "Die österreichischen Exporte nach Süd- und Südostasien explodieren", betonte Gudrun Hager, stv. Leiterin der Außenwirtschaft Österreich (AWO) der WKÖ anlässlich der Außenwirtschaftstagung mit den österreichischen Handelsdelegierten aus Indien, Thailand, Malaysia, Indonesien, Singapur und den Philippinen. Das Ausfuhrplus in die Region lag im Vorjahr mit 24,9% (Volumen: 1,7 Mrd. Euro) weit über dem weltweiten österreichischen Exportzuwachs (10%). Die Importe stiegen um 6,4% auf 1,98 Mrd. Euro. Das Exportvolumen in der Region Süd- und Südostasien erreicht schon fast das Volumen der Länder des Nahen und Mittleren Ostens. Die Region sei ein unglaublicher Magnet für österreichische Exporte geworden. Hager: "Wie wichtig diese Länder für die Exportwirtschaft sind, zeigen wir auch mit unserem Veranstaltungsprogramm." Insgesamt bot die AWO 2007 rund 50 Veranstaltungen zu diesen Fernmärkten an. "Jede Woche gab es eine AWO-Veranstaltung zu Süd- und Südostasien", so Hager.

In der gesamten Region profitieren österreichische Unternehmen vom forcierten Ausbau der Infrastruktur. Egal ob U-Bahn-Projekte wie in New Delhi und Singapur, Eisenbahnausbau in Malaysia oder Brückenbauten auf den Philippinen. Hinzu kommt eine rege Hochbautätigkeit in den Metropolen Bangkok, Singapur, Kuala Lumpur sowie Jakarta einerseits, wo etliche österreichische Unternehmen bei Flughafenprojekten, Fassadengestaltung von Hochhäusern oder Speziallichttechnik für Terminals mitpartizipieren und andererseits im Kraftwerksbau in mehreren Ländern aktiv sind. Die gesamte Region profiliert sich zusehends auch als alternativer Produktionsstandort für aus China abgewanderte Unternehmen. Neben besserem Rechtsschutz auf Patente wird auch die Ausbildung der Facharbeiter geschätzt.

Österreichs Exporte nach Indien haben in den letzten Jahren laufend neue Rekordergebnisse erzielt - seit 2002 gibt es einen Handelsbilanzüberschuss. Derzeit bestehen rund 75 österreichische Niederlassungen und Joint Ventures, wovon knapp die Hälfte in den letzten drei Jahren gegründet wurde. Auf Grund des Marktvolumens und überdurchschnittlicher BIP-Wachstumsraten gilt das Land als interessanter Markt als Fertigungs- und IT-Dienstleistungsstandort sowie Absatzmarkt mit einer wachsenden Mittelschicht von mittlerweile 300 Millionen Konsumenten. Generell sind enorme Infrastrukturinvestitionen geplant und rund 400 Sonderwirtschaftszonen im Entstehen. Indien integriert sich auch verstärkt in die Weltwirtschaft. Für heuer wird der Abschluss von Freihandelskommen mit der EU, ASEAN und den Golfstaaten angestrebt.

Die österreichischen Ausfuhren nach Singapur bewegen sich konstant auf hohem Niveau und zeigen beachtliche Zuwachsraten. Der Stadtstaat hat sich als wichtigste Exportdestination in Südostasien bzw. im ASEAN-Raum etabliert. Die singapurische Einfuhrstatistik weist Österreich auf dem beachtlichen achten Rang unter den europäischen Bezugsländern aus. Zunehmend entdecken österreichische Firmen Singapur als Stützpunkt zur Bearbeitung des gesamten südostasiatischen Raums. Die hervorragende Infrastruktur, niedrige Steuersätze sowie wenig Bürokratie sind dabei wichtige Argumente.

Nach Thailand entwickelten sich ungeachtet der politischen Ereignisse der letzten Jahre die österreichischen Exporte hervorragend. Wachstumspotential gibt es noch in der Infrastruktur und in den Bereichen Umwelt und Elektronik. Immer mehr österreichische Firmen haben die günstigen Investitionsbedingungen Thailands erkannt und lokale Produktionen bzw. Vertriebsfirmen aufgebaut. Die österreichischen Exporte nach Indonesien stiegen 2007 um sensationelle 58,9%. Im Rahmen des Ausbaus der Landesinfrastruktur bieten sich auch künftig gute Geschäftsmöglichkeiten. Großer Nachholbedarf besteht beim Ausbau der Infrastruktur. In Malaysia profitieren österreichische Firmen nicht nur von der boomenden malaysischen Exportwirtschaft sondern auch vom hohen Binnenkonsum und der wieder erstarkten Bauwirtschaft. Malaysia kann auf exzellente Wirtschaftsdaten verweisen und auf den internationalen Finanzmärkten ist die Kreditwürdigkeit Malaysias mittlerweile sehr gut (Standard & Poor’s: A+/stable/A-1). Das Außenhandelsvolumen zwischen den Philippinen und Österreich nimmt ebenfalls weiter zu. Auf die Philippinen haben viele internationale Unternehmen ihre Back-Office-Tätigkeit ausgelagert. Die Callcenter für EDV-Firmen, Fluglinien, Banken, Hotelreservierungen etc. sind der am stärksten wachsende Bereich innerhalb des Business-Process-Outsourcing. (BS)

INDIEN
Österreichische Exporte 2007: 528 Mio. Euro (41,8% gegenüber 2006) Österreichische Importe 2007: 338 Mio. Euro (8,9% gegenüber 2006)

SINGAPUR
Österreichische Exporte 2007: 318 Mio. Euro (12,3% gegenüber 2006) Österreichische Importe 2007: 153 Mio. Euro (18,9% gegenüber 2006)

THAILAND
Österreichische Exporte 2007: 186 Mio. Euro (21,6% gegenüber 2006) Österreichische Importe 2007: 380 Mio. Euro (15,5% gegenüber 2006)

INDONESIEN
Österreichische Exporte 2007: 190 Mio. Euro (58,9% gegenüber 2006) Österreichische Importe 2007: 162 Mio. Euro (-2,9% gegenüber 2006)

MALAYSIA
Österreichische Exporte 2007: 268 Mio. Euro (13,5% gegenüber 2006) Österreichische Importe 2007: 336 Mio. Euro (-11% gegenüber 2006)

PHILIPPINEN
Österreichische Exporte 2007: 72 Mio. Euro (2,4% gegenüber 2006) Österreichische Importe 2007: 132 Mio. Euro (17,8% gegenüber 2006)

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