Kranzl zu ESA-Astronautensuche: Viele jungen ÖsterreicherInnen haben Potential zum Astronauten

Österreich nimmt wichtigen Stellenwert im Weltraum ein

Wien (OTS) - "Ich würde sehr stolz sein, wenn ein österreichischer Astronaut oder eine österreichische Astronautin bald rot-weiß-rote Grüße aus dem All schickt", so Technologiestaatssekretärin Christa Kranzl am Dienstag im Rahmen eines Pressegespräches zur "ESA Astronautenauswahl 2008". "Wir freuen uns, dass die ESA auch in Österreich Ausschau nach Astronauten hält", so Kranzl weiter. Würde es gelingen, dass sich ein österreichischer Bewerber durchsetze, dann wäre dies "eine enorme Reputation für Österreich". Die Staatsekretärin zeigte sich überzeugt, dass viele junge Menschen in Österreich das Potential für eine Karriere als Astronaut hätten, "deshalb möchte ich aufrufen: haben Sie den Mut und bewerben Sie sich". Es gehe vor allem darum, mehr junge Menschen für Naturwissenschaft und Technik zu begeistern, Astronauten könnten hier Vorbildwirkung haben. ****

Insgesamt, so Kranzl, nehme Österreich im Weltraum einen wichtigen Stellenwert ein. Seit 1987 sei man ESA-Mitglied und darüber hinaus gebe es nationale Forschungsprogramme zum Bereich Raumfahrt, "das hat dazu geführt, dass sich eine Raumfahrtindustrie entwickelt hat, die zu bemerkenswerten Erkenntnissen gelangt ist". Viele Anwendungen des täglichen Lebens, die für alle selbstverständlich seien, wären ohne Raumfahrt gar nicht denkbar, unterstrich Kranzl und nannte unter anderem Satelliten TV, Mobiltelephonie und auch die Fortschritte in der Wettervorhersage. "Die Weltraumtechnik ist die Speerspitze der Forschung eines Landes", bemerkte Kranzl. Einerseits bringe Raumfahrt wichtige Erkenntnisse, etwa im Bereich Medizin und zum zweiten sichere sie eine Vielzahl von Arbeitsplätzen. In Österreich würden sich derzeit elf Unternehmen mit Weltraumtechnik beschäftigen.

Zur ESA-Mitgliedschaft merkte die Staatssekretärin an, dass man pro Jahr rund 33 Millionen Euro als Beitrag leiste, rund 14 Millionen für die Pflichtprogramme und rund 19 Millionen für die Wahlprogramme. Bedenken müsse man, dass man nicht nur Beiträge leiste, sondern es auch enorme Rückflüsse an die österreichischen Unternehmen gebe. Kranzl betonte, dass der finanzielle Beitrag, den Österreich an die ESA leiste, "kein schlechter sei", denn man müsse die Höhe des Beitrages in Relation zu der Anzahl der österreichischen Unternehmen sehen, die in der Weltraumtechnik aktiv seien. "Wenn sich mehr Potential entwickelt, dann kann man auch über eine Steigerung des ESA-Beitrages reden."

ESA sucht die Besten der Besten

"Wir suchen die Besten der Besten", unterstrich ESA-Astronaut Gerhard Thiele. Er erläuterte in seinem Beitrag das Auswahlverfahren für Astronauten. Bewerber müssen ein naturwissenschaftliches, medizinisches oder technisches Studium abgeschlossen haben, über ein medizinisches Attest, ausgestellt von einem Flugarzt und über sehr gute Englischkenntnisse verfügen. Bewerben könne man sich online unter www.esa.int/astronautselection, erläuterte Thiele. Von Seiten der ESA rechne mit einer Bewerberzahl im fünfstelligen Bereich, aufgenommen werden vier Astronauten. Wem es gelingt, das mehrstufige, anspruchsvolle Auswahlverfahren zu bestehen, der könne im Sommer 2009 mit dem Training zum ESA-Astronauten beginnen. Ziel der Ausbildung sei es, an Missionen zur Raumstation ISS und an eventuellen Mondmissionen teilzunehmen. (Schluss) sw

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