Wlodkowski: Wer den Milchpreis senkt, schadet den Bauern

Milchbauern in Zwickmühle zwischen Preissenkung und Produktionskosten

Wien (OTS) - "Unsere Milchbauern befinden sich in der Zwickmühle zwischen deutlich gestiegenen Produktionskosten und fallenden Milchpreisen, für die es keinerlei wirtschaftliche Begründung gibt. 80% der Milchproduktion finden bei uns im Berg- und benachteiligten Gebiet statt und sind dementsprechend kostenintensiv. Diese Kosten sind innerhalb eines Jahres sogar noch um 6 Cent pro Kilogramm Milch gestiegen und haben somit den größten Teil der Milchpreissteigerung des Vorjahres - sie lag bei 8 Cent - de facto verschlungen. Wer nun einseitig den Milchpreis senkt, schadet unseren Bauern. Wir appellieren daher an den Lebensmittelhandel, die beschworene Partnerschaft verantwortungsvoll auch den Milchbauern gegenüber zu leben. 10 Cent Preissenkung beim Konsumentenmilchpreis bringt diesen pro Jahr und Person EUR 8,-, der Bauer aber verliert im Schnitt mehrere tausend Euro", stellte heute Gerhard Wlodkowski, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, zu den negativen Auswirkungen der Milchpreissenkungen auf die Bauern fest.

Kleine Struktur

"Unsere Milchbauern spielen in punkto Qualität in der Europa-Liga, doch sind sie wegen ihrer sehr kleinen Betriebs-Struktur im Wettbewerb benachteiligt. Milcherzeugung in Österreich gehört nämlich aufgrund der naturbedingten Nachteile EU-weit gesehen zu den teuren Produktionslagen", erklärte Wlodkowski die Gründe für die im internationalen Vergleich teurere Produktion der heimischen Milchbauern. In Österreich wirtschaften rund 48.000 Milchvieh-Betriebe und halten im Schnitt elf Tiere pro Hof. Die durchschnittliche Quote, also das Milchlieferrecht des Betriebes, liegt bei knapp 56.000 Kilogramm pro Jahr. 65% der Betriebe liegen im Berggebiet, 80% der Milch wird im benachteiligten Gebiet erzeugt.

Partnerschaft ausbauen

"Die Konsumenten bevorzugen heimische Qualität, das haben sie sowohl in Umfragen als auch durch ihr Kaufverhalten bewiesen. Wer ihnen jetzt einzureden versucht, die Milchpreissenkung wäre zu ihrem Vorteil, verkennt sowohl Größenordnung als auch Folgen eines solchen Schrittes. Denn EUR 8,- pro Jahr und Konsument retten kein Haushaltsbudget, doch in Summe gefährdet dieser Schritt die wirtschaftliche Existenz tausender Milchvieh-Betriebe. Lebensmittel höchster Qualität aus heimischer, regionaler Herkunft und unter den strengsten Umweltauflagen erzeugt, sollen nie mehr als Billig-Lockartikel für Supermärkte herhalten müssen, denn dafür sind sie zu wertvoll. Unsere Bauern wollen die Konsumenten weiterhin mit Spitzen-Qualität beliefern, doch das verlangt einen fairen Preis. Beim Milchpreis kann der Lebensmittelhandel nun zeigen, wie ernst ihm die Partnerschaft mit der Landwirtschaft wirklich ist", betonte Wlodkowski.
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