"KURIER"-Kommentar von Michael Hufnagl: "120.000"

Wenn sich hinter dem Begriff Katastrophe auch Katastrophe verbirgt ...

Wien (OTS) - Meldung aus dieser Woche: Diesel und Eurosuper werden um 3,2 Cent teurer - der Zyklon "Nargis" fegt über Myanmar. 20.000 Tote befürchtet.
Meldung aus dieser Woche: Der KURIER titelt "Traumschule, Albtraum Schule" - die Menschen in Myanmar sind ohne Strom. 40.000 Tote befürchtet.
Meldung aus dieser Woche: Die EZB wird die Zinsen heuer vermutlich nicht senken - in Myanmar prügeln sich Menschen um Nahrung. 60.000 Tote befürchtet.
Meldung aus dieser Woche: Friedrich Stickler bittet den Papst um schönes EURO-Wetter - in Mynamar sind Millionen Menschen obdachlos. 80.000 Tote befürchtet.
Meldung aus dieser Woche:Die Grünen sind empört, weil Barbara Prammer eine Anfrage nicht zulässt - in Myanmar drohen Seuchen. 100.000 Tote befürchtet.
Meldung aus dieser Woche: Die Meidlinger Bürger beklagen Hubschrauberlärm - in Myanmar erschwert die Militärdiktatur jede Hilfe. 120.000 Tote befürchtet.
Myanmar ist rund 8000 km entfernt und keine Touristenregion mit Tsunami-Dimension. Und 120.000 ist eine Ziffer (irgendwo zwischen den Einwohnerzahlen von Klagenfurt und Salzburg). Relationen herzustellen ist ein populistischer Stil. Aber er muss manchmal sein. Damit wir die Katastrophe auf Seite 10 nicht überblättern.

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