• 08.05.2008, 13:52:49
  • /
  • OTS0308 OTW0308

Platter: Interventionsstelle ist wichtiger Beitrag zum Opferschutz

Neue Räumlichkeiten zum 10-jährigen Jubiläum der Wiener Interventionsstelle

Wien (OTS) - Innenminister Günther Platter hat heute, Donnerstag
den 8. Mai 2008, gemeinsam mit Frauenministerin Doris Bures die neuen
Räumlichkeiten der Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der
Familie, in der Neubaugasse im 7. Bezirk, eröffnet. "Die
Interventionsstelle hat in den letzten zehn Jahren hervorragende
Arbeit geleistet und ihr Bestehen ist ein enorm wichtiger Beitrag zum
Opferschutz", so der Innenminister. "Als vor zehn Jahren das
Gewaltschutzgesetz verabschiedet wurde, waren die Erwartungen, dass
es zu einer markanten Verringerung von Gewalt in der Familie
beitragen wird, hoch." Platter betonte, dass mit Hilfe des Gesetzes
Österreich europaweit eine Vorreiterrolle eingenommen hat und es
gelungen ist, zehntausenden Opfern, vorwiegend Frauen, massiv ihr
Leben zu erleichtern und ihnen in schwierigen Situationen zu helfen.
"Noch immer herrscht viel zu oft die Meinung, dass das Tun in den
eigenen vier Wänden niemanden etwas angeht. Dazu ein klares Nein,
wenn es um Gewalt und Missbrauch geht. Es gibt bei häuslicher Gewalt
und Missbrauch innerhalb der Familie eine große Dunkelziffer. Hier
Licht ins Dunkel zu bringen muss Aufgabe, Auftrag und Ziel sein", so
der Innenminister.

"Ich hoffe und gehe davon aus, dass wir auch mit dem Maßnahmenpaket
gegen Sexualstraftäter Vorreiter werden", betont Platter. "Ich habe
mich, seit ich als Innenminister angelobt worden bin, sehr intensiv
mit dem Thema der sexuellen Gewalt auseinandergesetzt. Dieses Thema
ist mir ein besonderes Anliegen, denn hier geht es um den Schutz der
Schwächsten in unserer Gesellschaft. Wer missbraucht und zerstört,
der muss mit harten Strafen und schärfsten Konsequenzen rechnen!"
Gerade deshalb sei das Maßnahmenpaket gegen Sexualstraftäter wichtig
und wesentlich. "Eine Tilgung bei schweren Sexualdelikten muss
ausgeschlossen sein und es muss hier zu verpflichtenden
Berufsverboten kommen. Denn Kinderschänder haben nichts in der Nähe
von Kindern zu suchen. Die Jugendwohlfahrt, aber auch andere
Institutionen, müssen Zugang zu den für sie wesentlichen
Informationen haben. Und ich trete für eine deutliche Erhöhung des
Strafrahmens ein. Es kann nicht sein, dass beispielsweise sexueller
Missbrauch von Unmündigen mit geringerer Strafe bedroht ist als ein
schwerer Diebstahl. Diese Relationen stimmen einfach nicht", so der
Innenminister zu seinen Vorstellungen.

Das Innenministerium hat seit Bestehen des Gewaltschutzgesetzes die
Schulungsmaßnahmen stark intensiviert, um den vorherrschenden
Graubereich der familiären Gewalt entgegentreten zu können. Sowohl in
der Grundausbildung der Polizei wie auch bei
Fortbildungsveranstaltungen werden Schulungen durchgeführt. Die Zahl
der Meldungen der Polizei an die Wiener-Interventionsstelle ist
ständig gestiegen. Waren es im ersten Jahre 1998 lediglich 188 Fälle,
stieg die Zahl 2001 auf 1.079, 2004 auf 2.479 und 2006 sogar auf
3.667. Seit in Kraft treten des Gesetzes ist die Polizei rund 100.000
Mal gegen familiäre Gewalt eingeschritten, rund 40.000
Betretungsverbote wurden ausgesprochen. Österreichweit wurden im
vergangenen Jahr in 6.349 Fällen Gewalttäter aus der Wohnung gewiesen
bzw. Betretungsverbote ausgesprochen.

"Die Interventionsstellen werden je zur Hälfte aus Mitteln des
Bundesministeriums für Inneres und des Bundesministerin für Frauen
finanziert. Sehr rasch nach unserem Amtsantritt haben
Bundesministerin Bures und ich im Vorjahr die das Budgets der
österreichischen Interventionsstellen um 60 Prozent aufgestockt - es
liegt jetzt bei etwas über 3 Mio Euro pro Ressort," betonte Platter:
"Alleine für die Wiener-Interventionsstelle bedeutet das eine
Erhöhung von 333.000 Euro auf 833.500 alleine vom Innenministerium.
Die neuen Räumlichkeiten bieten mehr als dreimal so viel Platz und
damit deutlich bessere Bedingungen, sowohl für die Mitarbeiter als
natürlich insbesondere für die betreuten Personen". Abschließend
bedankt sich der Innenminister sowohl bei Bundesministerin Bures als
auch bei der Leiterin der Wiener Interventionsstelle, Rosa Logar, für
die sehr gute Zusammenarbeit: "Gerade in diesem Bereich müssen alle
an einem Strang ziehen. Vor allem die enge Zusammenarbeit zwischen
Polizei und Interventionsstellen ist wesentlich und funktioniert
ausgezeichnet."

Rückfragehinweis:

Bundesministerium für Inneres
   Kabinett des Bundesministers
   Iris Müller-Guttenbrunn
   Tel.: +43-(0)1-531 26-2026
   mailto:iris.mueller-guttenbrunn@bmi.gv.at	
   
   Bundesministerium für Inneres
   Infopoint
   Tel.: +43-(0)1-531 26-2488
   mailto:infopoint@bmi.gv.at
   www.bmi.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NIN

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel