Platter: Interventionsstelle ist wichtiger Beitrag zum Opferschutz

Neue Räumlichkeiten zum 10-jährigen Jubiläum der Wiener Interventionsstelle

Wien (OTS) - Innenminister Günther Platter hat heute, Donnerstag den 8. Mai 2008, gemeinsam mit Frauenministerin Doris Bures die neuen Räumlichkeiten der Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie, in der Neubaugasse im 7. Bezirk, eröffnet. "Die Interventionsstelle hat in den letzten zehn Jahren hervorragende Arbeit geleistet und ihr Bestehen ist ein enorm wichtiger Beitrag zum Opferschutz", so der Innenminister. "Als vor zehn Jahren das Gewaltschutzgesetz verabschiedet wurde, waren die Erwartungen, dass es zu einer markanten Verringerung von Gewalt in der Familie beitragen wird, hoch." Platter betonte, dass mit Hilfe des Gesetzes Österreich europaweit eine Vorreiterrolle eingenommen hat und es gelungen ist, zehntausenden Opfern, vorwiegend Frauen, massiv ihr Leben zu erleichtern und ihnen in schwierigen Situationen zu helfen. "Noch immer herrscht viel zu oft die Meinung, dass das Tun in den eigenen vier Wänden niemanden etwas angeht. Dazu ein klares Nein, wenn es um Gewalt und Missbrauch geht. Es gibt bei häuslicher Gewalt und Missbrauch innerhalb der Familie eine große Dunkelziffer. Hier Licht ins Dunkel zu bringen muss Aufgabe, Auftrag und Ziel sein", so der Innenminister.

"Ich hoffe und gehe davon aus, dass wir auch mit dem Maßnahmenpaket gegen Sexualstraftäter Vorreiter werden", betont Platter. "Ich habe mich, seit ich als Innenminister angelobt worden bin, sehr intensiv mit dem Thema der sexuellen Gewalt auseinandergesetzt. Dieses Thema ist mir ein besonderes Anliegen, denn hier geht es um den Schutz der Schwächsten in unserer Gesellschaft. Wer missbraucht und zerstört, der muss mit harten Strafen und schärfsten Konsequenzen rechnen!" Gerade deshalb sei das Maßnahmenpaket gegen Sexualstraftäter wichtig und wesentlich. "Eine Tilgung bei schweren Sexualdelikten muss ausgeschlossen sein und es muss hier zu verpflichtenden Berufsverboten kommen. Denn Kinderschänder haben nichts in der Nähe von Kindern zu suchen. Die Jugendwohlfahrt, aber auch andere Institutionen, müssen Zugang zu den für sie wesentlichen Informationen haben. Und ich trete für eine deutliche Erhöhung des Strafrahmens ein. Es kann nicht sein, dass beispielsweise sexueller Missbrauch von Unmündigen mit geringerer Strafe bedroht ist als ein schwerer Diebstahl. Diese Relationen stimmen einfach nicht", so der Innenminister zu seinen Vorstellungen.

Das Innenministerium hat seit Bestehen des Gewaltschutzgesetzes die Schulungsmaßnahmen stark intensiviert, um den vorherrschenden Graubereich der familiären Gewalt entgegentreten zu können. Sowohl in der Grundausbildung der Polizei wie auch bei Fortbildungsveranstaltungen werden Schulungen durchgeführt. Die Zahl der Meldungen der Polizei an die Wiener-Interventionsstelle ist ständig gestiegen. Waren es im ersten Jahre 1998 lediglich 188 Fälle, stieg die Zahl 2001 auf 1.079, 2004 auf 2.479 und 2006 sogar auf 3.667. Seit in Kraft treten des Gesetzes ist die Polizei rund 100.000 Mal gegen familiäre Gewalt eingeschritten, rund 40.000 Betretungsverbote wurden ausgesprochen. Österreichweit wurden im vergangenen Jahr in 6.349 Fällen Gewalttäter aus der Wohnung gewiesen bzw. Betretungsverbote ausgesprochen.

"Die Interventionsstellen werden je zur Hälfte aus Mitteln des Bundesministeriums für Inneres und des Bundesministerin für Frauen finanziert. Sehr rasch nach unserem Amtsantritt haben Bundesministerin Bures und ich im Vorjahr die das Budgets der österreichischen Interventionsstellen um 60 Prozent aufgestockt - es liegt jetzt bei etwas über 3 Mio Euro pro Ressort," betonte Platter:
"Alleine für die Wiener-Interventionsstelle bedeutet das eine Erhöhung von 333.000 Euro auf 833.500 alleine vom Innenministerium. Die neuen Räumlichkeiten bieten mehr als dreimal so viel Platz und damit deutlich bessere Bedingungen, sowohl für die Mitarbeiter als natürlich insbesondere für die betreuten Personen". Abschließend bedankt sich der Innenminister sowohl bei Bundesministerin Bures als auch bei der Leiterin der Wiener Interventionsstelle, Rosa Logar, für die sehr gute Zusammenarbeit: "Gerade in diesem Bereich müssen alle an einem Strang ziehen. Vor allem die enge Zusammenarbeit zwischen Polizei und Interventionsstellen ist wesentlich und funktioniert ausgezeichnet."

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