Hilfswerk-Präsident Othmar Karas: "Tagesmütter und -väter nicht länger vernachlässigen!"

Die beliebte und flexible Form der Kinderbetreuung wird immer noch massiv unterschätzt.

Wien (OTS) - Obwohl die Kinderbetreuung durch Tagesmütter und -väter große Bedeutung für Österreichs Familien hat - alleine das Hilfswerk betreut über 9.000 Kinder mit Tagesmüttern und -vätern -bleibt diese bedarfsgerechte und flexible Form der Kinderbetreuung in vielen Überlegungen immer noch unterschätzt.

"In offiziellen Statistiken und wissenschaftlichen Berichten findet die Kinderbetreuung durch Tagesmütter und -väter meist überhaupt keine Erwähnung - das ist eigentlich ein Skandal!", meint Hilfswerk-Präsident Othmar Karas anlässlich des Tages der Tagesmütter, den das Hilfswerk jährlich immer am Freitag vor dem Muttertag feiert. Und Karas weiter: "Diese Benachteiligung muss ein Ende haben! Sie wird der gegenwärtigen und künftigen Bedeutung diese Betreuungsmodells nicht gerecht. Denn die Vorteile der Kinderbetreuung durch Tagesmütter und -väter sind heute so überzeugend wie nie zuvor! Leider haben auch die Auseinandersetzungen im Zuge der Diskussion des Kinderbetreuungspaketes wieder gezeigt, dass Kinderbetreuung durch Tagesmütter und -väter von manchen Teilen der Politik sträflich vernachlässigt wird."

Gerade in Zeiten, wo Doppelerwerbstätigkeit und flexible Arbeitszeiten in den Familien auf der Tagesordnung stehen, bräuchten Eltern Angebote, die individuelle Betreuungszeiten bieten. Diese könnten nur Tagesmütter und -väter in entsprechendem Umfang ermöglichen.

"Aus aktuellen internen Umfragen wissen wir, dass die flexiblen Betreuungszeiten der Hauptgrund für die Inanspruchnahme dieses Angebots sind.", sagt Karas und meint weiter: "Ein ganz wichtiges Motiv für die Eltern ist auch die familiäre Atmosphäre, die geboten wird. Gerade Kleinkinder unter drei Jahren fühlen sich in kleinen Gruppen, in einer familiennahen Lebenssituation besonders wohl. Und die heute so häufigen Einzelkinder profitieren vom geschwisterähnlichen Kontext, und lernen, respektvoll miteinander umzugehen."

Auch die Politik solle sich die Vorteile des Tagesmüttermodells verstärkt vor Augen führen: Das Angebot könne mit der Nachfrage durch die Eltern variieren. Man müsse nicht an einem Ort teure Strukturen aufbauen, die später vielleicht leer stünden, wenn gleichzeitig an einem anderen Ort mehr Kinderbetreuungsplätze gebraucht würden. Tagesmütter und -väter seien auch besonders gut geeignet, Betreuungslücken zu schließen, zum Beispiel in kleinen Gemeinden mit wenigen Kindern oder bei schwierigen Betreuungszeiten am Tagesrand. Die Arbeit als Tagesmutter/-vater biete auch zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten in strukturschwachen Gebieten. "Daher muss das Modell der Kinderbetreuung durch Tagesmütter und -väter noch stärker unterstützt werden.", so Karas abschließend.

Das Österreichische Hilfswerk ist mit seinen Landesverbänden und dem Hilfswerk Austria einer der größten österreichischen Anbieter sozialer Dienstleistungen. In den Bereichen Kinderbetreuung durch Tagesmütter ist das Hilfswerk die größte Organisation in Österreich. 9.122 Kinder werden von 1.283 Tagesmüttern und -vätern betreut, weitere 4.514 Kinder sind in Kinderbetreuungseinrichtungen des Hilfswerks gut aufgehoben. "Jedem Kind das Seine. Und allen das Beste", heißt die Jahresinitiative des Hilfswerks, mit einem Schwerpunkt auf Bewegung und Ernährung. Weitere Informationen:
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