Österreichischer Hausärzteverband kritisiert NÖ Patientenanwalt: Nüchterne Betrachtung der Ordinationsevaluierungen

Wien (OTS) - Die letzte Aussendung des niederösterreichischen Patientenanwaltes HR Dr. Gerald Bachinger über Ordinationsschließungen aufgrund der Evaluierung durch die ÖQMED macht den Österreichischen Hausärzteverband nachdenklich darüber, welche Absichten der Herr Hofrat mit dem entstellten Inhalt dieser Mitteilung verfolgte.

Patientenanwalt Gerald Bachinger äußert sich "fassungslos", dass geschätzte 800 Arztordinationen bis zum Jahresende schließen, weil sie die Qualitätskriterien der ÖQMed nicht erfüllen können. Bachinger: "ÖQMed ist eine Tarnfirma der Kammer, um nach außen hin die Optik zu wahren, man überprüfe die Wahrheit". Und Bachinger weiter: "Salopp gesagt wird überprüft, ob der Arzt lesen und schreiben kann. Wenn 800 Ordinationen aufgrund dieser lächerlichen Kriterien schließen, dann kipp ich fast aus den Latschen".

Es gibt bundesweit etwa 16500 Ordinationen. Nach Bachingers Angaben wären 800 Ordinationen aufgrund der Nichterfüllung von Evaluierungskriterien geschlossen worden. Das wären 4,8 Prozent aller Ordinationen. Eine so plakative Zahl von Ordinationsschließungen wäre ganz sicher als Versorgungsmangel aufgefallen.

Nachdem das nicht der Fall ist, müssen die Zahlenangaben des Patientenanwaltes neu interpretiert werden. Ein überwältigender Teil der betroffenen Ordinationen bestanden nämlich als Zweit- oder als Wohnsitzordinationen faktisch nur auf dem Papier und wurde jedenfalls von ihren Besitzern selbst geschlossen oder weitergegeben, weil ihre Aufrüstung zu Vollordinationen mit positiver Evaluierung in keinem Verhältnis zum Aufwand gestanden wäre.

Bei sachlicher Beurteilung der Situation ist es zutiefst beunruhigend, dass mit diesen Äußerungen die Öffentlichkeit ernsthaft verunsichert werden kann, und dass Herr HR.Dr. Bachinger in nicht nachvollziehbarer Weise den Standard ärztlicher Ordinationen in Frage stellt.

Herr Hofrat ist Jurist und kein Arzt - seine Meinung über medizinische Qualifikation und Evaluation kann daher nur laienhaft sein, weil eben jeder, der keine ärztliche Ausbildung absolviert hat, zwangsläufig ein medizinischer Laie ist. Es bleibt ihm unbenommen, wie er sich seine private medizinische Meinung bildet, auch krause Vorstellungen mögen vorkommen, aber diese Äußerungen sollten auf die eigenen vier Wände beschränkt bleiben. Auch Richter äußern sich ja nicht beruflich über medizinische Inhalte, sondern referieren die Meinung von ärztlichen Sachverständigen.

Ärzte fühlen sich nicht berufen die Qualifikation von Juristen zu beurteilen, die Juristen sollten das im umgekehrten Fall auch bleiben lassen.

Aber wenn Herr Hofrat sich so intensiv mit der Qualitätssicherung von Ärzten beschäftigt, kann im Gegenzug natürlich auch bezüglich seiner beruflichen Aufgabe gefragt werden:

Bildet sich Herr HR Dr. Bachinger auf seinem Fachgebiet regelmäßig fort, gibt es darüber Zeugnisse, wurden die notwendigen Fortbildungspunkte erreicht, sind die Abläufe seiner Entscheidungsprozesse evaluiert, hält er sich an evidenzbasierte Leitlinien und ist das alles von Sachverständigen seines Berufsstandes evaluiert? Selbstverständlich interessiert nicht, wie Techniker, Ärzte, Lithographen, Tischler, Fachhochschulabsolventen etc seine Qualifikation als Jurist beurteilen - das können nur Juristen beurteilen, genauso, wie es bei uns nur Ärzte beurteilen können!

Zu den Angriffen auf ÖQMED:

ÖQMED, die unsere Ordinationen evaluiert, ist keine Tarnfirma, sie gehört ganz offiziell zur Ärztekammer und wir sind stolz darauf, die notwendigen Standards selbst herzustellen, zu kontrollieren und nach außen zu dokumentieren - also kein Grund zur Tarnung!

Abgesehen von einem marginalen Teil, haben sich bei der Evaluierung der "echten" Ordinationen keine relevanten Mängel gefunden!

Abschließend interessiert noch, durch welche Qualifikation sich der Herr Hofrat zur Beurteilung medizinischen Handelns und zur Wertung ärztlicher Ordinationen berufen fühlt.

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