Bauer: Vordringlich auf CO2-Einsparungen im Inland setzen

Gaßner - Bei CO2-Einsparungen im Inland noch Einiges zu tun

Wien (SK) - Mit der Novelle zum Umweltförderungsgesetz werde eine "Doppelstrategie verfolgt": Zum einen sollen die "inländischen Möglichkeiten stärker genutzt" werden, zum anderen sollen "als Überbrückung ausländische Zertifikate hereingenommen werden", so SPÖ-Wirtschaftssprecher Hannes Bauer am Donnerstag im Nationalrat. Wichtig für Bauer: "Wir müssen aber vor allem auf Einsparungen von CO2 im Inland setzen". SPÖ-Landwirtschafts- und Kommunalsprecher Kurt Gaßner unterstrich, dass in Bezug auf die CO2-Einsparungen im Inland freilich "noch Einiges zu tun ist". Partielle Beiträge könnten aber etwa die Gemeinden liefern, so Gaßner, der hier auf das Beispiel "Klärgasverstromung" via Mikroturbinen verwies. Seitens der öffentlichen Hand gebe es hier allerdings "nicht erklärliche Differenzen" bei der Vergütung von Einspeisungen von Energie aus Klärgas (5,94 Cent/Kilowatt) oder von Energie aus landwirtschaftlichen Produkten" (16,94 Cent/Kilowatt). ****

Bauer sprach sich in seinem Debattenbeitrag weiters dafür aus, über einen "inländischen Zertifikate-Handel" im Rahmen von Ökologisierung und Bewusstseinsbildung nachzudenken. Schließlich "sehe ich nicht ein, warum wir für ausländische Zertifikate bereit sind, mehr auszugeben, und im Inland nicht so bereit sind, die Möglichkeiten zur CO2-Reduktion zu nutzen", so der SPÖ-Wirtschaftssprecher. Bauer forderte hier auch "mehr Mut" ein - so gebe es etwa in Nordrhein-Westfalen eine "inländische Zertifizierung", wo die Abwicklung über eine Energieagentur stattfinde - für Bauer ein Modell, das "man sich einmal ansehen sollte".

Weiters könnte das Geld, das für JI/CDM-Programme (Joint Implementation und Clean Development Mechanism) aufgewendet wird, "sehr wirksam in die eigene Wirtschaft einfließen", auch sei so "große Nachhaltigkeit zu erzielen", so Bauer.

Gaßner erläutert Möglichkeit von Klärgasverstromung

Der SPÖ-Kommunalsprecher ging in seinem Debattenbeitrag auch näher auf die Möglichkeit der Klärgasverstromung zur CO2-Vermeidung ein. So hätten sich beispielsweise fünf Gemeinden zusammengeschlossen und betrieben gemeinsame eine Anlage zur Klärgasverstromung - und das mit schönen Ergebnissen: Ein Drittel des benötigten Energiebedarfs würde durch diese Anlage gedeckt- zusätzlich gebe es auch "volle Beheizung". Insgesamt gelänge es mit den in Österreich vorhanden Anlagen - 150 an der Zahl -, ganze 21.000 Tonnen CO2 einzusparen, die Anlage würde Wärme für über 4.200 Einfamilienhaushalte und elektrische Energie für 10.000 Einfamilienhaushalte liefern. Wermutstropfen dabei: Es gebe bei den Anlagen "leider Gottes nur geringe Förderungen", beklagte Gaßner. (Schluss) mb

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