Biodiesel aus Mikroalgen - in drei Jahren ist es soweit!

Wien (OTS) - Dr. Heike Frühwirth
Leitung F&E BioTech
BDI - BioDiesel International AG
Vortrag vor dem Club Niederösterreich
"Mikroalgen - ein Energieträger der Zukunft?"

"Die künftige Energiesituation verlangt nachhaltige Alternativen zur Gewinnung von Energieträgern und Treibstoffen. Aus verschiedenen Ölen und Fetten sind bereits heute Verfahren zur Treibstoff-Gewinnung etabliert. Aber landwirtschaftliche Kapazitäten und sonstige Fette und Öle sind nicht unbegrenzt vorhanden. Ein neuer Weg, 'Ölquellen' zu erschließen, kann die Gewinnung von BioDiesel aus Algen sein", erklärte Dr. Heike Frühwirth von der Firma BDI vor dem Club Niederösterreich.

Algen sind schnell wachsende Pflanzen und die meisten Arten bilden Öle in ihren Zellen, unter anderem, um ihre Schwimmlage im Wasser zu regeln. Hat man dieses Öl in Reinform, können Spezialisten für die BioDiesel-Produktion bereits heute normgerechten BioDiesel daraus herstellen.

BioDiesel kann aus pflanzlichen Ölen wie Raps-, Soja- oder Sonnenblumenöl über die so genannte Umesterung bzw. Veresterung gewonnen werden. Mit einem besonderen Verfahren, der Multi-Feedstock-Technologie des Unternehmens BDI, können auch schwierigere, öl- bzw. fetthaltige Stoffe verarbeitet werden. Die BDI - BioDiesel International hat bereits in den 90er-Jahren daran gearbeitet, alternative Rohstoffe, vor allem Abfall- und Reststoffe, zu nutzen. Seit damals können Altspeiseöle und tierische Fette zu normgerechtem BioDiesel verarbeitet werden (EN 14214). Ein Musterbeispiel sind die Grazer Verkehrsbetriebe, deren Busflotte gänzlich mit BioDiesel aus Altspeiseöl betrieben wird. Da pflanzliche Öle und Abfallstoffe nicht unbeschränkt zur Verfügung stehen, ist die Gewinnung von Öl aus Algen als Rohstoff ein attraktives Konzept.

Allerdings sind bis zur Verfügbarkeit dieses "Algen"-Öls einige Herausforderungen zu bewältigen:

o Erst wenn die richtige Spezies aus der umfangreichen Algenfamilie gefunden ist, gilt es "Algen-Aufzuchtstationen", so genannte Reaktoren, zu entwickeln, in denen Kultivierung und "Ernte" vonstatten gehen. o Darüber hinaus ist technisch noch ein enorm wichtiger Zusatzbonus dieses Konzepts anwendbar zu machen: Algen brauchen wie alle Pflanzen zum Wachsen genau das CO2, das im Betrieb von Kraftwerken und thermischen Anlagen in großen Mengen anfällt, sich nicht vermeiden lässt und die Umwelt

belastet. Das Treibhausgas kann als Energiequelle für das Algenwachstum genutzt werden. Das heißt, in Zukunft können etwa Wärmekraftwerke mit BioDiesel-Produktionsanlagen samt Algenstation zur Energiegewinnung gekoppelt werden und eine sinnvolle Kombination ergeben. Ein geschlossener Wasserkreislauf garantiert dabei ebenfalls eine umweltschonende und nachhaltige Produktion.

Weltweit wird an verschiedenen Verfahrensabschnitten mit unterschiedlichsten Ansätzen gearbeitet. Die Forschung dazu ist bereits über das Stadium der Grundlagenforschung hinaus gediehen. Anhand der Erfahrung aus der aktuellen Biokraftstoffgewinnung ist bereits in absehbarer Zeit mit einer Umsetzung auf wirtschaftliche Weise zu rechnen. Der zeitliche Horizont für die Umsetzung des Gesamtkonzepts im industriellen Maßstab liegt dafür bei rund drei Jahren.

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