- 08.05.2008, 12:55:05
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Mikroalgen - ein Energieträger der Zukunft!
Beste Biomasseerträge - gute Biodieselqualität gegeben
Wien (OTS) -
Prof. Dr. Dr. h. c. Otto Pulz
IGV Institut für Getreideverarbeitung
Präsident der Europäischen Gesellschaft für Mikroalgen
Biotechnologie
Vortrag vor dem Club Niederösterreich
"Mikroalgen - ein Energieträger der Zukunft?"
Im Zusammenhang mit der zunehmenden Bedeutung von Nachwachsenden
Rohstoffen bei Prozessen der Energiegewinnung sind jetzt auch
Mikroalgen als hocheffiziente Biomasseproduzenten in den Fokus des
Interesses geraten. Mit der Einführung von Biodiesel und Bioethanol
haben die Nachwachsenden Rohstoffe bereits Einzug in den
Energiesektor gehalten. Diese Beispiele zeigen aber, dass die
Flächen, auf denen die "Energiepflanzen" wachsen, nicht beliebig
ausgeweitet werden können. Vor diesem Hintergrund gewinnen die
Bemühungen, Mikroalgen industriell zu produzieren eine völlig neue
Bedeutung, da die dafür verwendeten Reaktoren keine Flächenkonkurrenz
zu etablierten landwirtschaftlichen Kulturen bedeuten.
Mikroalgen zählen zu den ältesten pflanzlichen Organismen der
Erde. Ihnen verdanken wir sowohl den Sauerstoff der Atmosphäre als
auch das Erdöl, beides essentielle Grundlagen unserer Existenz.
Jährlich werden weltweit ca. sechs Mio. Tonnen Algen produziert. Sie
nehmen mittels Photosynthese Kohlendioxid auf und sind eine
hochenergetische Biomasse. Der gegenwärtige Markt für Mikroalgen mit
einem Umsatz von ca. 7,5 Mrd. Euro wird bestimmt durch
Nahrungsergänzungsmittel, Grundstoffe für die chemische Industrie,
die Pharmazeutik und Kosmetika sowie durch Zusatzstoffe für die
Landwirtschaft und Aquakulturen. Dieser Markt ist exponentiell
wachsend.
Der entscheidende Ansatz für eine biotechnologische Nutzung der
Algen ist ihre ausnahmslos hohe Effizienz, die in entsprechenden
Kultivierungssystemen zu einer Überlegenheit gegenüber den saisonal
abhängigen Ackerpflanzen und anderen Biomasse-Rohstoffen führen kann.
Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion bietet die
energetische Nutzung von Mikroalgen eine vielversprechende
Möglichkeit, den Wettbewerb zwischen Lebensmitteln und Treibstoffen
zu entkoppeln.
Die gegenwärtig weltweit zu beobachtenden Entwicklungen lassen den
Schluss zu, dass Kraftstoffhersteller und -konsumenten gemeinsam mit
der Wissenschaft intensiv auf der Suche sind, um die bekannten
Vorteile von Mikroalgen nun auch in der industriellen Produktion von
Energie bzw. von Treibstoffen zu nutzen.
Das IGV hat gemeinsam mit seinem Partner GreenFuel nachgewiesen,
dass die neue "3DMS"-Technologie zu einem, im Vergleich mit anderen
Systemen wesentlich höheren Ertrag von Biomasse führen kann. Und es
wurde nachgewiesen, dass der produzierte Kraftstoff den hohen
Anforderungen der Automobilhersteller entspricht.
Der gegenwärtige Arbeitsstand kann folgendermaßen beschrieben werden:
- Ein innovatives Prinzip zur Kultivation von Mikroalgen wurde
entwickelt.
- Der Nachweis des Konzepts ist abgeschlossen.
- Die Ergebnisse besagen, der ökonomische Bereich kann erreicht
werden.
Das IGV konzentriert sich deshalb gegenwärtig in seiner Tätigkeit
auf das nun notwendige Scale-Up von einer Pilotanlage zur
industriellen Produktion und der notwendigen Entwicklungsarbeiten in
der Prozessgestaltung sowie auf die Demonstration der
Langzeitstabilität und Verlässlichkeit des Prozesses.
Das zweite wichtige Thema ist die Entwicklung von
Biomassenutzungsstrategien für:
- energetische Anwendungen (Biodiesel, Ethanol, Biogas,
Wasserstoff,...) und
- die Nutzung der Reststoffe (Proteinquelle, wertvolle
Inhaltsstoffe)
Rückfragehinweis:
Gabriele Gober Club Niederösterreich Bartensteingasse 4/16, 1010 Wien Tel: (01) 533 84 01 Fax: (01) 533 84 01-20 mailto:info@clubnoe.at http://www.clubnoe.at
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