Hahn/Schroeder/Rohrer: "Wissenschafterinnen bewusst in die erste Reihe stellen"

Start der Visibility-Maßnahmen für 60 "Jung"-Forscherinnen

Wien (OTS) - "In Österreich sind viele Frauen in Wissenschaft und Forschung sehr erfolgreich, nur ist diese Tatsache in der Öffentlichkeit zu wenig bekannt. Mein Anliegen ist es, sie in der Öffentlichkeit im wahrsten Sinne des Wortes sichtbarer zu machen und sie bewusst in die erste Reihe zu stellen", erklärt Wissenschaftsminister Johannes Hahn heute bei der Auftaktveranstaltung für die Visibility-Maßnahmen des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung (BMWF). "Ich habe gelernt, man muss den Frauen Flankenschutz geben, anders geht´s nicht. Aber ich hoffe dennoch, dass sämtliche Frauenförderprogramme eines Tages nicht mehr nötig sein werden".

Gemeinsam mit Molekularbiologin Renée Schroeder und Journalistin Anneliese Rohrer wurde heute die sechsmonatige Kampagne für Frauen in der Wissenschaft vorgestellt. "Das Wissensbedürfnis ist da, man muss den Journalisten das Wissen nur servieren und dabei trotzdem Neugierde wecken", so Renée Schroeder, die wie sie selbst sagt, "ungeplant und unerwartet" zu medialer Präsenz kam. Für die Journalistin Anneliese Rohrer, sie unterrichtet auch an der Fachhochschule Wien am Lehrgang für Journalismus, ist diese Initiative "der Anfang nach einer 30-jährigen Diskussion, denn sie selbst habe sich um solche Initiativen schon vor dreißig Jahren bemüht". Während Männer eher bereit seien in jedes Mikrofon zu beißen, stellten sich Frauen noch immer in die zweite Reihe, waren sich die Naturwissenschafterin und die Journalistin einig.

Rund 60 Wissenschafterinnen wird in Trainings das Grundhandwerkzeug für Medienarbeit vermittelt, oder anders gesagt, sie lernen, was eine Geschichte ist und wie ich sie an den Mann bzw. an die Frau bringe. Den Wissenschafterinnen soll die Scheu vor der Medienöffentlichkeit genommen werden, denn nur über Medienpräsenz kommt es auch zu mehr Präsenz und mehr Verständnis für Wissenschaft in der Öffentlichkeit. Die Visibility-Maßnahmen des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung folgen dabei übrigens einer Empfehlung des Frauenpolitischen Beirats.

Die "Visibilty Maßnahmen" ergänzen eine Reihe von Frauenförderungsprogrammen, die im BMWF bereits erfolgreich laufen:
fFORTE (Frauen in Forschung und Technologie), Hertha Firnberg Programm für die Karriereentwicklung von Wissenschafterinnen, Elise Richter Programm mit dem Schwerpunkt Befähigung für in- oder ausländische Professuren sowie der Gabriele Possanner Staatspreis für wissenschaftliche Leistungen, die der Geschlechterdemokratie förderlich sind.

Die Ergebnisse dieser Kampagne und die Erfahrungen der Wissenschafterinnen finden übrigens ebenfalls nicht unter "Ausschluss der Öffentlichkeit statt". Geplant sind Schwerpunktaktionen in Print und Radio, ein Archiv mit Videobeiträgen auf "derstandard.at", dass die Forscherinnen von ihrer ganz persönlichen Seite zeigt und zum Abschluss im November 2008 Filmtage in Kooperation mit dem Votiv-Kino, die sich der Thematik kritisch und provokant nähern.

Rückfragen & Kontakt:

Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung
Minoritenplatz 5, 1010 Wien
Presse: Mag. Martha BRINEK, Tel.: +43/1/53120-9006

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | MWF0001