- 08.05.2008, 12:40:21
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Hahn/Schroeder/Rohrer: "Wissenschafterinnen bewusst in die erste Reihe stellen"
Start der Visibility-Maßnahmen für 60 "Jung"-Forscherinnen
Wien (OTS) - "In Österreich sind viele Frauen in Wissenschaft und
Forschung sehr erfolgreich, nur ist diese Tatsache in der
Öffentlichkeit zu wenig bekannt. Mein Anliegen ist es, sie in der
Öffentlichkeit im wahrsten Sinne des Wortes sichtbarer zu machen und
sie bewusst in die erste Reihe zu stellen", erklärt
Wissenschaftsminister Johannes Hahn heute bei der
Auftaktveranstaltung für die Visibility-Maßnahmen des
Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung (BMWF). "Ich habe
gelernt, man muss den Frauen Flankenschutz geben, anders geht´s
nicht. Aber ich hoffe dennoch, dass sämtliche Frauenförderprogramme
eines Tages nicht mehr nötig sein werden".
Gemeinsam mit Molekularbiologin Renée Schroeder und Journalistin
Anneliese Rohrer wurde heute die sechsmonatige Kampagne für Frauen in
der Wissenschaft vorgestellt. "Das Wissensbedürfnis ist da, man muss
den Journalisten das Wissen nur servieren und dabei trotzdem
Neugierde wecken", so Renée Schroeder, die wie sie selbst sagt,
"ungeplant und unerwartet" zu medialer Präsenz kam. Für die
Journalistin Anneliese Rohrer, sie unterrichtet auch an der
Fachhochschule Wien am Lehrgang für Journalismus, ist diese
Initiative "der Anfang nach einer 30-jährigen Diskussion, denn sie
selbst habe sich um solche Initiativen schon vor dreißig Jahren
bemüht". Während Männer eher bereit seien in jedes Mikrofon zu
beißen, stellten sich Frauen noch immer in die zweite Reihe, waren
sich die Naturwissenschafterin und die Journalistin einig.
Rund 60 Wissenschafterinnen wird in Trainings das Grundhandwerkzeug
für Medienarbeit vermittelt, oder anders gesagt, sie lernen, was eine
Geschichte ist und wie ich sie an den Mann bzw. an die Frau bringe.
Den Wissenschafterinnen soll die Scheu vor der Medienöffentlichkeit
genommen werden, denn nur über Medienpräsenz kommt es auch zu mehr
Präsenz und mehr Verständnis für Wissenschaft in der Öffentlichkeit.
Die Visibility-Maßnahmen des Bundesministeriums für Wissenschaft und
Forschung folgen dabei übrigens einer Empfehlung des
Frauenpolitischen Beirats.
Die "Visibilty Maßnahmen" ergänzen eine Reihe von
Frauenförderungsprogrammen, die im BMWF bereits erfolgreich laufen:
fFORTE (Frauen in Forschung und Technologie), Hertha Firnberg
Programm für die Karriereentwicklung von Wissenschafterinnen, Elise
Richter Programm mit dem Schwerpunkt Befähigung für in- oder
ausländische Professuren sowie der Gabriele Possanner Staatspreis für
wissenschaftliche Leistungen, die der Geschlechterdemokratie
förderlich sind.
Die Ergebnisse dieser Kampagne und die Erfahrungen der
Wissenschafterinnen finden übrigens ebenfalls nicht unter "Ausschluss
der Öffentlichkeit statt". Geplant sind Schwerpunktaktionen in Print
und Radio, ein Archiv mit Videobeiträgen auf "derstandard.at", dass
die Forscherinnen von ihrer ganz persönlichen Seite zeigt und zum
Abschluss im November 2008 Filmtage in Kooperation mit dem
Votiv-Kino, die sich der Thematik kritisch und provokant nähern.
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung
Minoritenplatz 5, 1010 Wien
Presse: Mag. Martha BRINEK, Tel.: +43/1/53120-9006
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