Patienten wollen Medikamente vom Arzt verschrieben haben

Umfrage belegt massives Vertrauen in Ärzteschaft - Klare Absage an Aut-idem-Regelung

Wien (OTS) - Patienten möchten in der überwiegenden Mehrzahl die Auswahl des Medikaments in der Hand des Arztes wissen. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstituts Integral. Für den Vizepräsidenten der Ärztekammer für Wien, Johannes Steinhart, ist dies - auch in Verbindung mit den knapp 150.000 Unterschriften beim Wiener "PatientInnenbegehren" - ein weiteres eindeutiges Zeichen dafür, wo die Bevölkerung die wirkliche Kompetenz bei Diagnose und Therapie sieht, "nämlich beim Arzt", so Steinhart. ****

Integral hat im Befragungszeitraum von 23. bis 29. April 2008 insgesamt 500 telefonische Interviews repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 14 Jahren durchgeführt. Auf die Frage, ob der behandelnde Arzt das Medikament auswählen oder dies der Apotheker auf Basis von Informationen des Arztes ("Aut idem") tun soll, antworteten 82 Prozent der Befragten, dass dies durch den Arzt erfolgen sollte. Besonders stark ausgeprägt ist dieser Wunsch bei älteren Personen (ab 50 Jahren). Lediglich 15 Prozent wollen die Entscheidungskompetenz über das verabreichte Medikament beim Apotheker sehen (keine Angeben: 3 Prozent).

"Auch anhand dieser Daten erkennt man einmal mehr, wie weit weg von den Wünschen der Patienten die Regierung und die Sozialpartner agieren", betont Steinhart. Man werde daher die Sorgen und Ängste der Bevölkerung, die auch bei zahlreichen Gesprächen mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten im Rahmen des "PatientInnenbegehrens" zum Ausdruck gekommen seien, sehr ernst nehmen.

Die Ärztekammer werde in diesem Sinne ihre Vorbehalte gegen das Sozialpartnerpapier weiterhin artikulieren. "Das sind wir unseren Patienten einfach schuldig", so Steinhart abschließend. (hpp)

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