Pirklhuber: Alle Fraktionen im Parlament für weitere Importverbote

Anträge der Grünen finden Zustimmung

Wien (OTS) - "Bei der heutigen Sitzung des Nationalrates wird BM Kdolsky in einem 5-Parteien-Entschließungsantrag ersucht, unter Zugrundelegung des Vorsorgeprinzips und der Ergebnisse der in Auftrag gegebenen Studien umgehend ein Importverbot für den gentechnisch veränderten Mais MON 863 und für die gentechnisch veränderten Rapssorten Ms8, Rf3 und Ms8xRf3 zu erlassen", zeigt sich der Landwirtschaftssprecher der Grünen, Wolfgang Pirklhuber, erfreut. Der einstimmig beschlossene Antrag kam auf Basis zweier Anträge der Grünen im esundheitsausschuss zustande.
MON863 ist ein gentechnisch manipulierter Mais, der gegen Schadinsekten resistent gemacht wurde und ein modifiziertes Bt-Gift (Cry3Bb1) produziert. Dieses Gift, das ursprünglich aus einem Bodenbakterium isoliert wurde (Bacillus thuringiensis), soll die Pflanzen gegen den Maiswurzelbohrer resistent machen. MON863 enthält außerdem ein Antibiotika-Resistenzgen. Unabhängige WissenschaftlerInnen der französischen Organisation CRIIGEN (Committee for Independent Research and Genetic Engineering) haben Daten, die der Gentechnik-Konzern Monsanto für die Marktzulassung dieses Produktes eingereicht hat, neu analysiert. Die Neuauswertung der Fütterungsversuche an Ratten mit dem gentechnisch manipulierten Mais MON863 ergab, dass die Versuchstiere Schädigungen von Leber und Nieren und deutliche Unterschiede in der Gewichtsentwicklung aufwiesen.
Bei den drei gentechnisch veränderten, gegenüber dem Herbizid Glufosinat-Ammonium toleranten Rapssorten handelt es sich um Ms8, Rf3 und Ms8xRf3 der Firma Bayer. Die Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA hat wieder einmal eine Beurteilung im Sinne der Industrie getroffen und diese Rapssorten für ebenso sicher befunden wie herkömmlichen Raps. Hingegen hat die Europäische Umweltbehörde EEA den Gentechnik-Raps als Hochrisikopflanze bezüglich des unkontrollierten Vordringens in die Natur eingestuft. Auch der Bericht eines mehrjährigen britischen Forschungsprogramms, "Farm Scale Evaluation", bestätigt in seinem Ergebnis die negativen Folgen von gentechnisch verändertem Raps für die Biodiversität: Bienen und Schmetterlinge bleiben den gentechnischen Rapsfeldern fern, Vögel, die in diesem Gebiet Nahrung suchen, finden weniger zu fressen.

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