Bäcker sind keine Inflationstreiber

Hofmann warnt vor falschen Schlüssen aus OeNB-Studie

Wien (PWK353) - Die österreichischen Bäcker wehren sich dagegen, dass ihnen die Schuld an den steigenden Backwarenpreisen in die Schuhe geschoben wird. "Ich bin erschüttert, wie leicht eine ganze Branche verunglimpft wird", reagierte Heinz Hofmann, Bundesinnungsmeister der Bäcker auf eine APA-Aussendung von heute über eine "Inflations-Jause" bei der LKÖ. Laut APA-Aussendung sieht Josef Christl, Direktor der Österreichischen Nationalbank auch hausgemachte Ursachen für das Ansteigen der Nahrungsmittelpreise. So sei der Brotpreis in Österreich mit 15 % überdurchschnittlich gestiegen. In diesem Zusammenhang wird die Aussage Christls, "dass die Marktspanne sehr, sehr weit ausgeweitet wurde," wiedergegeben. Dazu stellt Heinz Hofmann fest: "Es ist unverantwortbar, eine 15%ige Preissteigerung bei Brot in den Raum zu stellen, ohne dazu zu sagen, dass es sich um die Preisentwicklung von 2005 bis März 2008 handelt. Wie die KMU-Forschung Austria in einer aktuellen Studie festgestellt hat, liegt z.B. Mischbrot im Ranking aller 112 Nahrungsmittel im VPI im Zeitraum 2005 bis März 2008 bei der Preissteigerung nur an 38. Stelle, Weiß- bzw. Spezialbrot noch viel weiter hinten.

"Aussagen zur Ausweitung der Marktspanne führen oft zu dem Irrtum, dass die Marktspanne etwas mit einer Gewinnspanne zu tun hat", erläutert Heinz Hofmann. So geht ein landwirtschaftliches Produkt durch 33 Hände bis es zum Konsumenten kommt. Wenn Rohstoff-, Energie-, Personal-, Finanzierungskosten und sonstige Vorleistungen steigen, verteuert sich automatisch jeder einzelnen Be- und Verarbeitungsschritt in der Kette vom Getreide bis zum fertigen Produkt. Die KMU-Forschung Austria geht davon aus, dass die deutlichen Preisanstiege bei Rohstoffen, Energie und sonstigen Vorleistungen eine Anhebung der Verkaufspreise bei Bäckern im Ausmaß von mindestens 5 bis 6 % allein im Jahr 2007 gerechtfertigt hätten. Tatsächlich haben die Bäcker ihre Verkaufspreise im Jahr 2007 im Durchschnitt aber lediglich um 4,3 % angehoben! - wie die KMU-Forschung Austria feststellte.

"In der Wirtschaft lässt sich leicht an der Ertragslage ablesen, ob ein Unternehmen seine Kosten verdient oder nicht," stellt Heinz Hofmann fest. So ist die Ertragslage der österreichischen Bäcker katastrophal. Im Branchendurchschnitt arbeiten die Betriebe mit Verlust. Nach kalkulatorischen Berichtigungen (Unternehmerlohn, Eigenkapitalzinsen) ist das betriebswirtschaftliche Ergebnis im Branchendurchschnitt negativ. Vor diesem besorgniserregenden betriebswirtschaftlichen Hintergrund besteht für die Bäcker keinerlei preispolitischer Spielraum. (us)

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