Wurm: Neues Gewaltschutzgesetz bringt weitere Verbesserungen

Wien (SK) - "Das Unfassbare ist passiert. Mitten unter uns, in
einem Verlies in Amstetten", betonte die SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm am Mittwoch im Rahmen der Nationalratsdebatte. Das Grausame an Gewalt in der Familie sei, so Wurm, dass die Täter diejenigen seien, denen man am nächsten stehe. "Der Tatort sind die eigenen vier Wände, wo man eigentlich am sichersten sein sollte", bemerkte die Abgeordnete. Nicht vergessen dürfe man, dass in Europa bei den Frauen zwischen 14 und 45 Jahren Gewalt die Todesursache Nummer eins sei, des weiteren mache jede fünfte Frau Gewalterfahrungen. "Hier dürfen wir nicht zusehen." ****

Österreich habe im Bereich Gewaltschutz Vorbildfunktion, so Wurm, doch es sei ein weiter Weg zum ersten Gewaltschutzgesetz gewesen. Es habe "sechs, sieben Jahre" gedauert, bis das Gewaltschutzgesetz die nötige Zustimmung erhalten habe. Als der damalige Bundeskanzler Vranitzky und Frauenministerin Johanna Dohnal begonnen hätten, über das Thema Gewalt in der Familie zu reden, sei "das nicht selbstverständlich gewesen". Dieses Gewaltschutzgesetz sei im Laufe der Jahre verbessert geworden, Wurm nannte exemplarisch das Anti-Stalking-Gesetz, das bereits zahlreich Anwendung gefunden habe. "Und jetzt, mit dem Gewaltschutzgesetz Zwei, wird es weitere Verbesserungen geben", so Wurm, hier sei etwa die Verlängerung der Tilgungsfrist zu nennen oder die Novellierung im Adoptionsrecht.

Man müsse sich auch fragen, wie denn so ein schreckliches Verbrechen passieren konnte, wer schuld sei oder ob man weggeschaut habe. Die Vorkommnisse in Amstetten sollten die Bürger dazu animieren hinzuschauen, auch wenn nur kleine Anzeichen vorhanden seien, unterstrich Wurm. "Wir sollten uns das Motto des Europarats zu Herzen nehmen: Wir müssen das Schweigen brechen", so die Abgeordnete abschließend. (Schluss) sw

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