Pirklhuber zu Gentechnik: EU muss bei Agro-Gentechnik Rückgrat zeigen

Orienterungsdebatte der EU-Kommission - Zulassungspraxis höchst reformbedürftig

Wien (OTS) - "Das Ergebnis der heutigen ‚Orientierungsdebatte’ der EU-Kommission über den Umgang mit der Agrogentechnik sowie über den Anbau der gentechnisch manipulierten Maiskonstrukte Bt11 und 1507 sowie der gentechnisch veränderte Kartoffel 'Amflora' wird zeigen, ob die Kommission auf der Seite der großen Mehrheit der BürgerInnen steht oder erneut vor den Gentechnikkonzernen in die Knie geht", erklärte der Landwirtschaftssprecher der Grünen Wolfgang Pirklhuber die heutige Grundsatzdebatte der Kommission.

"Ich hoffe sehr, dass Umweltkommissar Dimas bei seiner kritischen Haltung bleibt und die Agrarkommissarin Fischer Boel sich nicht von den Agrarkonzernen instrumentalisieren lässt", so Pirklhuber. Zuletzt hatte sich Umweltkommissar Dimas gegen die Zulassung der Gen-Mais-Konstrukte Bt11 und 1507 ausgesprochen und Umweltgefahren geltend gemacht. Innerhalb der Kommission stieß er aber auf Widerstand seitens der Agrarkommissarin und Industriekommissar.

Wie fast immer hatte die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA die beiden Gen-Mais-Konstrukte als unbedenklich eingestuft. "Es ist unabdingbar, dass die gesamte bisherige Risikobewertung neu organisiert wird. Auf europäischer Ebene ist die Europäische Umweltagentur mit einzubeziehen, auf nationaler Ebene ist eine unabhängige Risiko- und Sicherheitsforschung zu etablieren, um dem Druck der Gentechnikkonzerne mit wissenschaftlichen Argumenten zu begegnen", fordert Pirklhuber. Ein diesbezüglicher Antrag der Grünen liege vor und sei beim nächsten Gesundheitsausschuss erneut auf der Tagesordnung, so Pirklhuber.

Was die heute zur Debatte stehenden Gentechnik-Konstrukte betrifft, wurden weder beim gentechnisch veränderten Mais Bt11 des Konzerns Syngenta Untersuchungen über mittelfristige und langfristige Auswirkungen auf den Menschen durchgeführt noch liegt beim Gentech-Mais 1507 von Pioneer eine ausreichende Risikobewertung vor. Bei der vom Chemie-Konzern BASF entwickelten genmanipulierten Kartoffel Amflora handelt es sich um eine Industriekartoffel, die ein Resistenz-Gen gegen das medizinische Antibiotikum Kanamycin enthält. Es ist ungeklärt, ob beim Anbau von Amflora dieses Markergen von Bodenbakterien aufgenommen und verbreitet werden kann. Des Weiteren ist eine Ausbreitung auf die Nachbarfelder und damit die Vermischung mit Lebensmittel- oder Futterkartoffeln nicht auszuschließen.

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