Plassnik: "Fair Trade gibt Sicherheit und Zuversicht"

Außenministerin bei Pressekonferenz von Fair Trade

Wien (OTS) - Wien, 7. Mai 2008 - "Fair Trade ist
Entwicklungspolitik und Außenpolitik konkret. Es ist moderner Ausdruck des Grundsatzes jeder nachhaltig erfolgreichen Hilfe:
Eigenverantwortung. Es geht sowohl um die Schaffung der notwendigen Strukturen als auch um die bewusste Mitwirkung der Menschen - auf Seiten der Entwicklungsländer wie auch der Geberländer", so Außenministerin Ursula Plassnik bei der Jahresbilanzpressekonferenz von Fair Trade in der Meierei im Stadtpark, dessen Betrieb auf fair gehandelten Kaffee umgestellt wurde.

"Fair Trade ist Vorreiter und zeigt uns konkret im Alltag:
Gerechter Handel ist möglich! Es ist eine Erfolgsgeschichte: Die Fair Trade Produkte sind aus unseren Supermarktregalen nicht mehr wegzudenken. Das Prinzip ist einfach: jeder Einzelne kann selbst aktiv zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika und zur Reduzierung von Armut beitragen -durch die Entscheidung für Fair Trade Produkte. Ziel ist die Schaffung von konkreten Zukunftsperspektiven. Nur so kann Verringerung der Armut nachhaltig gelingen. Die österreichische Entwicklungszusammenarbeit unterstützt diese Arbeit daher aus gutem Grund seit 1996, und auch das Außenministerium ist seit geraumer Zeit ein Kaffeepartner von Fair Trade", so Plassnik. Im Außenministerium wurden allein im letzten Jahr rund 400 Kilogramm fair gehandelter Kaffee gekauft und verwendet.

"Fair Trade gibt Sicherheit und Zuversicht. Es ermöglicht Bauern durch garantierte Mindestpreise und soziale Mindeststandards ein gesichertes Einkommen und eröffnet damit den Weg zur wirtschaftlichen Selbständigkeit", so die Außenministerin. Dabei macht Fair Trade verschiedene Aspekte der Entwicklungszusammenarbeit konkret sichtbar, indem es auch Sozialprogramme, wie im Gesundheits- und Bildungssektor, unterstützt. "Mit der Unterstützung von Kleinbauern schützt Fair Trade auch die Umwelt vor Ausbeutung und Raubbau. So werden unsere Lebensgrundlagen für morgen bewahrt. Als Außenministerin ist mir auch wichtig, Frauen als Partnerinnen der Entwicklungszusammenarbeit zu stärken - auch dafür sorgt Fair Trade", so Plassnik.

"Wir brauchen Initiativen wie Fair Trade. Das beweist die aktuelle globale Nahrungsmittelkrise eindrücklich. Die Bilder von Hungerrevolten auf Haiti oder in Äthiopien sind ein Alarmsignal und fordern eine solidarische Antwort Österreichs. Ich habe für das Außenministerium bereits ein erstes konkretes Zeichen gesetzt: Über die österreichische Entwicklungszusammenarbeit stellen wir 1 Million Euro für vier der am schlimmsten betroffenen Länder Namibia, Haiti, Burkina Faso und Äthiopien zur Verfügung", so Plassnik. Zusätzlich habe heute die Bundesregierung auf Vorschlag des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen 2.790.000,00 Euro zugesagt. Die heute bewilligten Mittel werden für Nahrungsmittelhilfe im engeren Sinn, die Finanzierung landwirtschaftlicher Betriebsmittel und die Finanzierung von FAO-Entwicklungsprojekten verwendet.

"Unsere Prinzipien bei der Entwicklungszusammenarbeit sind Langfristigkeit und Nachhaltigkeit. Es geht um Hilfe zur Selbsthilfe. Ziel ist, dass die Bevölkerung eigenständig ihre Nahrungsmittel produzieren kann und die Menschen selbst einen Weg in eine bessere Zukunft und weg von der Abhängigkeit von Naturereignissen und staatlichen Strukturen gehen können", so Plassnik, die fortfuhr:
"Auslöser für die derzeitigen Hungerrevolten sind nicht nur ein Mangel an Nahrungsmitteln, sondern auch ungerechte soziale Situation und in manchen Ländern auch schlechte Regierungsführung. Gerade im Bereich des verantwortungsvollen Managements von agrarischen Rohstoffen - etwa bei Lagerhaltung und Transport - hat Österreich ein großes Fachwissen anzubieten und kann dazu beitragen, Missstände in den betroffenen Ländern zu verringern."

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