Morak: Presserat als Baustein in Verantwortungsethik der Medien

Schärfung der Sensibilität im Diskurs einzufordern

Wien, 7. Mai 2008 (ÖVP-PK) „In dem großen Schock aufgrund der aktuellen Geschehnisse in Amstetten sind besonnene Stimmen und Positionen wie jene des Kuriers wohltuend vernünftig und noch mehr einzufordern. Die Schärfung der Sensibilität im Diskurs, insbesondere was die Berichterstattung über Opfer betrifft, und damit einhergehend ein Neuanlauf in der Gestaltung der Selbstkontrolle der Medien ist jetzt dringend geboten. In diesem Sinne begrüße ich die Gespräche zwischen dem VÖZ, der Journalistengewerkschaft und dem Verein der Chefredakteure, möglichst rasch zu einer Lösung zu kommen“, so der ÖVP-Mediensprecher Abg. Franz Morak heute Mittwoch, anlässlich der nicht abreißenden Debatte um die Rolle der Medien und ihrer Berichterstattung in den letzten Tagen. ****

„Hier ist die Verantwortung der Medien und jedes einzelnen Journalisten gefragt. Dass diese im Fall rund um Amstetten von einzelnen Medien in empörender Weise nicht wahrgenommen wurde, zeigt aber einmal mehr, dass gerade in ethisch sensiblen Bereichen das Festhalten am journalistischen Ehrenkodex einen unerlässlichen Beitrag zum Erhalt des Opferschutzes einerseits und zum Erhalt journalistischer Qualität andererseits leisten kann“, betonte Morak.

Ziel müsse daher „ein Bündel an Maßnahmen“ sein, das „breite Akzeptanz findet, also in der tagtäglichen journalistischen Praxis berücksichtigt“ werde. Für eine Schärfung der Sensibilität im Diskurs wäre daher auch ein neuer Presserat als Selbstkontrollorgan der Medien ein entscheidendes Element. „Aber journalistische Selbstkontrolle erschöpft sich nicht in einem Presserat“, so Morak, der auch auf andere Mechanismen wie z.B. einen Ombudsmann, verwies. Denn, so der ÖVP-Mediensprecher, „der Presserat kann nur ein Baustein einer Verantwortungsethik von Journalisten und
Herausgebern für Journalisten und Herausgeber sein“.

Letztendlich sei es, so Morak weiter, Aufgabe der Verleger und Journalisten, sich auf ein Instrumentatrium zu einigen, das einen ethisch verantwortungsvollen Umgang der Medien gewährleistet. „Die journalistische Sorgfaltspflicht der Chefredakteure und jedes einzelnen Redakteurs ist gefordert, denn letztlich kann der Presserat hier nur im Nachhinein tätig werden, um die Diskussion einzelner Verstöße aufzuarbeiten und für das nötige Bewusstsein zu sorgen“, so Morak abschließend.

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