Öllinger: Gesundheitsdaten auf E-Card können Ihre Gesundheit gefährden

Will Industriellenvereinigung Gesundheitsdaten von MitarbeiterInnen oder hat sie einfach keine Ahnung?

Wien (OTS) - "Medizinische Daten auf der E-Card potenzieren die Gefahr des Missbrauchs und verursachen erhebliche Zusatzkosten", stellt der stv. Klubobmann und Sozialsprecher der Grünen, Karl Öllinger fest. Sie retten weder Leben noch verhindern sie Doppelbefunde, weil ÄrztInnen verpflichtet sind, etwaige Daten auf ihre Richtigkeit zu überprüfen, ehe sie bei einer Behandlung berücksichtigt werden. Sind die Daten nämlich unrichtig oder veraltet, kann eine Gefährdung der Gesundheit die Folge sein.. Dazu kommen noch erhebliche Folgeprobleme, etwa in Haftungsfragen: "Wer trägt die Verantwortung, wenn Daten falsch oder veraltet sind?", fragt Öllinger. "Die ÄrztInnen, die sie eingetragen haben? Die ÄrztInnen, die diese Daten genutzt haben? Oder gar der Versicherungsträger, der die Karte zur Verfügung stellt?".

Die Phantasien des Generalsekretärs der Industriellen Vereinigung, Markus Beyrer, zum gläsernen Menschen via E-Card mögen aus Sicht eines Funktionärs, dessen Auftraggeber gerne Zugang zu Gesundheitsdaten ihrer MitarbeiterInnen hätten, verständlich sein. Kosten und Aufwand für Gesundheit werden auf diese Weise jedoch nicht verringert. Im Gegenteil: "Ein entsprechendes System und die Daten müssen ja gewartet werden. Den Krankenversicherungsträgern entstehen auf diese Weise Kosten, ohne das ein medizinischer oder ökonomischer Nutzen erkennbar ist", so Öllinger.

Über den wenig durchdachten Vorschlag Beyrers kann sich Öllinger nur wundern: "Der Vorschlag, Gesundheitsdaten auf die E-Card zu speichern, wurde schon vor fünf Jahren diskutiert und von ExpertInnen als sinnlos, teuer und kontraproduktiv verworfen. Wenn die Industriellenvereinigung jetzt wieder damit in die Öffentlichkeit geht, kaschiert sie entweder ihr Interesse an Gesundheitsdaten von MitarbeiterInnen oder dokumentiert schlicht und einfach mangelnde Sachkenntnis in der Materie." Beides, so Öllinger, sei "zumindest ein bisserl seltsam".

Rückfragen & Kontakt:

Die Grünen, Tel.: +43-1 40110-6697, presse@gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB0001