OMV Wachstumskurs bringt im ersten Quartal 2008 erneut Rekordergebnis

Wien (OTS) -

  • EBIT um 55% auf EUR 795 Mio, Periodenüberschuss nach Minderheiten um 34% auf 446 Mio gestiegen
  • Ergebnis je Aktie um 34% auf EUR 1,49 gestiegen
  • Starke Beiträge aller Geschäftsbereiche
  • Hervorragend positioniert für weiteres Wachstum und verstärkten Wettbewerb in Mitteleuropa

Die OMV Aktiengesellschaft, Mitteleuropas führender Öl- und Erdgaskonzern, erwirtschaftete im ersten Quartal 2008 erneut ein Rekordergebnis: Der Umsatz des OMV Konzerns stieg um 30% auf rund EUR 5,96 Mrd, der Betriebserfolg (EBIT) von Jänner bis März 2008 stieg um 55% auf EUR 795 Mio. Der EBIT-Beitrag der Petrom stieg um 104% und belief sich auf EUR 277 Mio. Der Periodenüberschuss nach Minderheiten der OMV stieg - gegenüber dem ersten Quartal 2007 - um 34% auf EUR 446 Mio. Der Cashflow stieg um 21% auf EUR 813 Mio. Die Gearing Ratio beträgt 24%.

OMV Generaldirektor Wolfgang Ruttenstorfer: "Nach dem exzellenten Ergebnis für das Geschäftsjahr 2007 konnten wir im ersten Quartal 2008 erneut ein Rekordergebnis erwirtschaften. Dies ist ein weiterer Beweis dafür, dass wir unseren Anspruch, das führende Öl- und Erdgasunternehmen Mitteleuropas zu sein, in die Realität umsetzen. Die starken Ergebnisse der Petrom zeigen klar, dass unsere Restrukturierungsmaßnahmen in Rumänien erfolgreich greifen. Wir werden unsere führende Position weiter stärken. Als Öl- und Gaskonzern, der von den Möglichkeiten im europäischen Wachstumsgürtel am meisten profitiert, sind wir für die kommende Konsolidierung in dieser Region bestens aufgestellt."

Im Berichtszeitraum Jänner bis März 2008 lagen die Gesamtinvestitionen mit EUR 815 Mio deutlich über jenen des ersten Quartals 2007 (1Q/07: EUR 528 Mio). Davon flossen rund EUR 628 Mio in den E&P-Bereich, hauptsächlich in die Akquisition des Ölservice -Geschäfts von Petromservice sowie in die Entwicklung von Feldern in Rumänien, Österreich, Großbritannien, Kasachstan und Neuseeland. Rund EUR 144 Mio wurden im Bereich R&M investiert. Investitionen in Qualitätsverbesserungsprojekte in Österreich und Rumänien waren hier ausschlaggebend. Im Bereich Gas & Power (G&P) wurden EUR 27 Mio investiert, hauptsächlich in den Ausbau der West-Austria-Gas Pipeline (WAG). Mit Ende März 2008 waren 42.727 Mitarbeiter beim OMV Konzern (inkl. Petrom) beschäftigt.

OMV Ergebnis im ersten Quartal 2008

in EUR Mio Quartalsvergleich Jahresvergleich 1.Q 1.Q Veränd. 2007 2006 Veränd. 2008 2007 in % in % EBIT 795 512 +55 2.184 2.061 +6 EBIT vor Sondereffekten 792 480 +65 2.377 2.257 +5 EGT 773 545 +42 2.412 2.156 +12 Periodenüberschuss nach Minderheiten 446 332 +34 1.579 1.383 +14 Umsatz 1) 5.955 4.594 +30 20.042 18.970 +6 Cashflow 813 671 +21 2.066 2.027 +2 Ergebnis je Aktie in EUR 1,49 1,11 +34 5,29 4,64 +14 MitarbeiterInnen2) 42.727 39.187 +9 33.665 40.993 -18

1) Umsatz ohne Mineralölsteuer
2) Petrom MitarbeiterInnen: 37.230

Highlights im ersten Quartal 2008

OMV und Gazprom unterzeichneten am 25. Jänner ein Kooperationsabkommen zur 50%-Beteilung von Gazprom am Central European Gas Hub. Diese Beteiligung umfasst die virtuelle Handelsplattform, den Central European Gas Hub, der zur größten Handelsplattform Kontinentaleuropas ausgebaut werden und somit die Versorgungssicherheit Europas stärken soll. Die physischen Anlagen in Baumgarten, dem Eintrittspunkt von mehr als einem Drittel der Gazprom Exporte nach Westeuropa, bleiben zur Gänze im OMV Eigentum.

Am 1. Februar gab OMV bekannt, dass die Generaldirektion Wettbewerb der Europäischen Kommission die förmliche Zusammenschlussanmeldung von OMV betreffend die beabsichtigte Kombination mit MOL entgegengenommen hat.

Am 5. Februar unterzeichnete RWE Gas Midstream als sechster strategischer Partner Verträge zum Einstieg in das Nabucco Konsortium. Ab 2013 soll die Pipeline Europa mit den Erdgasreserven des Kaspischen Raums und des Mittleren Ostens verbinden.

Am 10. März gab OMV die Optimierungspläne für das Tankstellennetz in Österreich bekannt. Im Zuge dessen ist der Verkauf von je rund 50 OMV und Avanti Tankstellen geplant. Die Verkäufe sollen bis Ende 2008 abgeschlossen sein.

OMV erhielt am 11. März den Zuschlag für eine weitere Offshore-Explorationslizenz in Norwegen. Die neue Lizenz, bei der OMV (Norge) AS als Betriebsführer fungiert, befindet sich in der Norwegischen See in einem vielversprechenden Aufsuchungsgebiet.

Am 27. März unterzeichneten Petrom und Romgaz ein Protokoll zur Regelung der Teilnahme am von der rumänischen Regierung errichteten Gasfonds zur Unterstützung privater Konsumenten. Petrom’s Beitrag 2008 am Fond beträgt RON 80 Mio (rund EUR 22 Mio).

Raffinerien und Marketing inkl. Petrochemie: Starkes Marketingergebnis in herausforderndem Marktumfeld

in EUR Mio 1. Q 1. Q Veränd. 2008 2007 in % Umsatz 4.705 3.499 +34 EBIT 43 29 +50 davon Petrochemie West 5 39 -88 EBIT vor Sondereffekten 40 29 +39 Operative Kennzahlen 1. Q 1. Q Veränd. 2008 2007 in % Raffinerieeinsatz in Mio t 5,99 6,26 -4 Raffinerie-Auslastungsgrad gesamt in % 87 93 -6 Raffinerie-Verkaufsmengen gesamt in Mio t 5,36 5,22 +3 Verkaufsvolumen Marketing in Mio t 4,20 3,87 +8 Tankstellenanzahl 2.529 2.511 +1

Gestiegene Preisniveaus und Mengen führten zu einem um 34% höheren R&M-Bereichsumsatz verglichen zu Q1/07. Das EBIT vor Sondereffekten lag deutlich über Q1/07, was die positiven Lagereffekte in den Raffinerien und die gestiegenen Marketingmengen reflektierte. In Q1/08 wurden EUR 3 Mio an Sonderertrag aus dem Verkauf von nicht zum Kerngeschäft von Petrom Marketing gehörenden Vermögenswerten erzielt, was in einem EBIT von EUR 43 Mio, 50% höher als in Q1/07, resultierte.

Das Raffinerie-EBIT vor Sondereffekten lag auf ähnlichem Niveau wie in Q1/07. Trotz niedrigerer Raffineriemargen in EUR, stiegen die Raffinerie-Ergebnisse aus dem Fuelsgeschäft auf Grund eines höheren Petrom Beitrags als Folge der positiven Lagereffekte, und kompensierten somit die schwachen Petrochemie-Ergebnisse West. In den Raffinerien West war für Produkte wie Heizöl eine schwächere Entwicklung des Preisniveaus im Verhältnis zu Rotterdam, vor allem in Deutschland aber auch in Österreich, eine weitere Belastung. Die OMV Referenz-Raffineriemarge West lag mit USD 5,46/bbl knapp unter jener von Q1/07. Die OMV Referenz-Raffineriemarge Ost fiel drastisch auf USD 0,65/bbl, 85% niedriger als in Q1/07. Der Rückgang in den Margen fiel auf Grund der USD-Schwäche in EUR gemessen noch deutlicher aus. Die OMV Referenz-Raffineriemargen inkludieren die Kosten für den Eigenenergieverbrauch. Der hohe Eigenenergieverbrauch bei Petrom ist ein wichtiger Grund für den Rückgang der OMV Referenz-Raffineriemarge Ost im Vergleich zu Q1/07 auf Grund hoher Ölpreise, die durch eine leichte Reduktion des Eigenenergieverbrauchs nicht kompensiert werden konnten. Das EBIT vor Sondereffekten stieg jedoch auf Grund substanzieller positiver Lagereffekte, die es entsprechend auch in der Raffinerie West gab (vs. negative Effekte in Q1/07).

Die gesamte Kapazitätsauslastung lag mit 87% deutlich unter Q1/07. Obwohl keine Wartungsstillstände in Q1/08 durchgeführt wurden, hat die Anlaufphase nach dem sechswöchigen Wartungsstillstand der gesamten Anlage in Burghausen, bei der auch die Petrochemie-Kapazitäten erhöht wurden, die Raffinerieverkaufsmengen und somit auch das Ergebnis beeinträchtigt. Die Kapazitätsauslastung der Raffinerien Ost lag bei 73% (85% in Q1/07). Hauptsächlich auf Grund der höheren Heizölinlandsverkäufe lagen die Raffinerieverkaufsmengen 3% über Q1/07.

Dem mittelfristigen Investmentprogramm von Petrom gemäß, das auf Effizienzsteigerung und einen verbesserten Produktenmix abzielt, hat Petrom bereits wesentliche Anlagenteile für die Raffinerie Petrobrazi bestellt, welche auch die Hydro-Cracker-Reaktoren beinhalten, die voraussichtlich in 2010 ausgeliefert werden.

Das Petrochemie-Ergebnis West (exklusive Petrom) lag aufgrund niedrigerer Margen und vor allem der Auswirkungen der Anlaufphase nach dem Stillstand in Burghausen in Q4/07 deutlich unter Q1/07. Die Petrochemie-Verkaufsmengen West (exklusive Petrom) fielen um 4% gegenüber Q1/07.

Das Marketingergebnis lag auf Grund höherer Verkaufsmengen und des starken Non-Oil-Geschäfts deutlich über Q1/07. Während die Petrom Margen als Folge des Anstiegs des Rohölpreises unter Druck kamen, sind in anderen Ländern die Margen gestiegen. Die Tankstellen- und Kundenmargen auf Konzernebene waren auf vergleichbarem Niveau wie in Q1/07. Die Marketingmengen stiegen um 8% verglichen zu Q1/07 auf Grund höherer Verkäufe im Tankstellen- und Kundengeschäft. Niedrigere Verkaufsmengen aus dem Kundengeschäft bei Petrom wurden von den höheren Verkaufsmengen in anderen Märkten, in denen die Nachfrage nach Heizöl gegenüber Q1/07 gestiegen ist, kompensiert. Das verbesserte Tankstellen-Management sowie die höhere Nachfrage führten zu deutlich höheren Verkaufsmengen bei den Petrom Tankstellen. Trotz des erfolgreichen Restrukturierungsprozesses und der steigenden Tankstellenmengen war das Marketing-EBIT von Petrom negativ, was das extrem schwache Margenumfeld reflektierte. Die Anzahl der rumänischen Premium-Tankstellen lag Ende Q1/08 bei 101. Per 31. März 2008 lag die Tankstellenanzahl des Konzerns auf einem leicht höheren Niveau als am Ende von Q1/07. Im Rahmen der Strategie das Non-Oil-Geschäft zu stärken, wurde die Anzahl der VIVA Shops von 950 per Ende Q1/07 auf 1.007 per Ende Q1/08 erhöht.

Verglichen zu Q4/07 gab es einen deutlichen Anstieg beim Raffinerien-EBIT vor Sondereffekten. Während Q4/07 durch zwei Raffineriestillstände stark belastet wurde, gab es in Q1/08 leicht negative Effekte auf Grund der Anlaufphase nach der Cracker-Erweiterung in Burghausen. Trotz höherer Diesel-Spreads, lagen die Raffineriemargen unter dem Niveau von Q4/07, was die niedrigen Benzin- und Heizöl-Spreads reflektierte. Im Raffineriegeschäft wurden erneut positive Lagereffekte verzeichnet. Im Petrochemie-Geschäft haben hohe Naphthapreise die Kosten des Eigenenergieverbrauchs belastet. Auf Grund gestiegener Petrochemiemargen und höherer Verkäufe nach dem Burghausen Stillstand in Q4/07, lag das Petrochemie-Ergebnis West deutlich über dem Niveau von Q4/07. Trotz niedrigerer Mengen war das Marketinggeschäft hauptsächlich auf Grund der höheren Tankstellenmargen deutlich stärker als in Q4/07.

Exploration und Produktion: EBIT Beitrag signifikant gestiegen

in EUR Mio 1. Q 1. Q Veränd. 2008 2007 in % Umsatz 1.181 892 +32 EBIT 679 421 +61 EBIT vor Sondereffekten 679 389 +75 Operative Kennzahlen 1. Q 1. Q Veränd. 2008 2007 in % Gesamtproduktion in Mio boe 29,3 28,9 +1 Gesamtproduktion in boe/d 322.000 322.000 0 Rohöl- und NGL-Produktion in Mio bbl 15,2 14,4 +5 Erdgasproduktion in Mio boe 14,1 14,5 -3 Durchschnittlicher realisierter Rohölpreis in USD/bbl 89,71 51,89 +73

Trotz des schwachen USD-Wechselkurses stieg der Bereichsumsatz im Vergleich zu Q1/07, hauptsächlich auf Grund höherer Preise, signifikant an. Der Rohölpreis Brent stieg im Vergleich zu Q1/07 um 67% und der durchschnittlich erzielte Rohölpreis des Konzerns erhöhte sich um 73% auf USD 89,71/bbl. Die Notierung für Urals, des Referenzölpreises für Rumänien, stieg um 71%. Die Differenz zwischen dem Brent-Preis und dem realisierten Rohölpreis stieg um 19% auf USD 7,0/bbl in Q1/08 (Q1/07: USD 5,9/bbl). Der durchschnittlich im Konzern erzielte Gaspreis in EUR lag um 19% über dem des Q1/07 und spiegelt den Gaspreisanstieg in Rumänien in 2007 wider. Die Gaspreiserhöhung im Februar 2008 hingegen hatte keine Auswirkungen auf die realisierten Preise, da Petrom - in Übereinstimmung mit dem mit der rumänischen Regierung unterzeichneten Vertrag im März - in Q1/08 RON 14,5 Mio (rund EUR 4 Mio) zum kürzlich eingerichteten Gasfonds beitrug. Ziel des Gasfonds ist es, Haushalte mit niedrigen Einkommen, die Gas zu Heizzwecken verwenden, im Falle weiterer Gaspreiserhöhungen finanziell zu unterstützen.

Das EBIT stieg im Vergleich zu Q1/07 um 61%. Höhere Produktionsmengen in Libyen, Tunesien, Jemen und Neuseeland konnten niedrigere Produktionsmengen in Rumänien sowie Großbritannien kompensieren. Die positiven Effekte des besseren Marktumfelds (höhere Öl- sowie Gaspreise) konnten negative Wechselkursauswirkungen sowie einen höheren Explorationsaufwand mehr als ausgleichen. Während der schwache USD die Ölumsätze negativ beeinflusste, wirkte sich der verglichen zu Q1/07 schwächere RON (im Vergleich zum EUR) positiv auf die in RON gebuchten aber in EUR ausgewiesenen Kosten aus. Hingegen wirkte sich die Abschwächung der rumänischen Währung negativ auf die in EUR ausgewiesenen Gaspreise aus, da diese in RON festgesetzt werden. Das EBIT vor Sondereffekten lag um 75% über dem Vorjahrswert. In Q1/08 wurden keine Sondereffekte verzeichnet.

Die Produktionskosten exkl. Lizenzgebühren (OPEX) in USD/boe stiegen im Vergleich zu Q1/07 um 11%. Die OPEX/boe von Petrom erhöhten sich auf Grund niedrigerer Produktionsmengen und der ungünstigen Wechselkursentwicklung (der RON stieg im Vergleich zum USD um 4%) ebenfalls um 11%. Die Explorationsausgaben stiegen im Vergleich zu Q1/07 um 51% und betrugen EUR 58 Mio. Ausschlaggebend waren verstärkte Explorationsaktivitäten in Rumänien, Libyen, Norwegen und Großbritannien. Die tägliche Gesamtproduktion von Erdöl, NGL und Erdgas blieb mit 322.000 boe auf ähnlichem Niveau wie in Q1/07. Die Erdöl- und NGL-Produktion lag leicht über Q1/07. Durch Maßnahmen zur Produktionsoptimierung wurde die Ölproduktion auf ähnlichem Niveau gehalten. Im Zuge des Rekomplettierungsprogramms für Ölsonden zur Reduzierung von Wartungsstillständen in Rumänien wurden in Q1/08 567 Bohrsonden modernisiert (in Summe 2.679 seit Beginn des Programms in 2007). Das Habban-Ölfeld im Jemen befindet sich derzeit in der ersten Entwicklungsphase und fördert schrittweise höhere Mengen. Die Erdgasproduktion sank im Vergleich zu Q1/07 um 3%, vor allem wegen niedrigerer Gasmengen in Rumänien, Pakistan und Österreich.

Verglichen zu Q4/07 ist das EBIT vor Sondereffekten um 5% gestiegen, hauptsächlich auf Grund höherer Ölpreise und leicht gesunkener OPEX sowie eines saisonalbedingt niedrigeren Explorationsaufwands. Diese positiven Einflüsse wurden zum Teil durch negative Wechselkurseffekte abgeschwächt. Die auf Grund des schwächer werdenden RON positiven Fremdwährungseffekte bei Petrom wirkten sich günstig auf die in EUR berichteten Kosten aus. Während der Brent-Preis um USD 8,3/bbl stieg, erhöhte sich der realisierte Rohölpreis des Konzerns um USD 7,8/bbl, was den höheren Urals-Abschlag (vs. Brent) widerspiegelt. Die Öl- und Gasproduktionsmengen des Konzerns lagen leicht unter dem Niveau von Q4/07, hauptsächlich auf Grund des geplanten Stillstands in Pohokura (Neuseeland) und Schiehallion (Großbritannien). In Rumänien stieg die Produktion im Vergleich zu Q4/07 auf Grund gestiegener Gasmengen leicht an.

Gas und Power: Starker Ergebnisbeitrag aus Speicher- und Transportgeschäft

in EUR Mio 1. Q 1. Q Veränd. 2008 2007 in % Umsatz 1.061 889 +19 EBIT 88 79 +11 EBIT vor Sondereffekten 88 79 +11 Operative Kennzahlen 1. Q 1. Q Veränd. 2008 2007 in % Verkaufsmengen Erdgas in Mrd m3 4,07 3,96 +3 Durchschnittlich verkaufte Speicherkapazität m3/h 784.624 804.273 -2 Verkaufte Gastransportmengen in Mrd m3 16,28 15,83 +3

OMV ist überzeugt, dass durch die Ausweitung der Gas-Wertschöpfungskette in das Geschäftsfeld Power (Strom) zusätzliche Wertsteigerungen erzielt werden können. Um den Eintritt in das Power-Geschäft gerecht zu werden, wurde in Q1/08 der Geschäftsbereich Erdgas in Gas und Power (G&P) umbenannt.

Im Vergleich zu Q1/07 stieg der Betriebserfolg (EBIT) um 11%. Dies resultiert aus dem starken Beitrag des Logistikgeschäfts und dem erstmaligen Ergebnisbeitrag der Düngemittelanlage Doljchim, welche die schwierigen Marktbedingungen im Marketing- und Tradinggeschäft in Rumänien kompensieren konnten.

Das EBIT des Geschäftsfelds Marketing und Trading wurde von den gestiegenen Importpreisen in Rumänien und konstanten Verkaufspreisen für Petrom belastet. Die gesamten Verkaufsmengen konnten im Vergleich zu Q1/07 bei stabiler Absatzmenge von Petrom und gesteigerten EconGas Mengen um 3% erhöht werden. Trotz eines sehr kompetitiven Marktumfelds und steigender Liquidität in den Zielmärkten konnte EconGas das EBIT von Q1/07 (EUR 36 Mio) mit EUR 35 Mio fast wieder erreichen.

Die Importverpflichtung in Rumänien (eine seit Q3/06 bestehende Auflage, einen bestimmten Prozentsatz an importiertem Gas an qualifizierte Kunden zu verkaufen) führte generell zu einer Belastung der Ergebnisse des Gasgeschäfts von Petrom. Während der Importpreis verglichen zu Q1/07 um USD 70 auf USD 370/1.000 m3 in Q1/08 anstieg, nahm der regulierte Erdgaspreis für Industriekunden um 18% auf USD 385/1.000 m3 zu. Der für Petrom relevante regulierte Erdgaspreis für Produzenten stieg um 28% auf USD 197/1.000 m3 (RON 487 d.h. 22%) im Vergleich zu Q1/07. Die gegenüber Q1/07 leicht gefallenen Verkaufsmengen (-1%) resultierten aus der niedrigeren Nachfrage in Rumänien aber auch aus technischen Schwierigkeiten auf Grund von widrigen Witterungsverhältnissen. Die Einrichtung des Gasfonds in Rumänien wirkt sich nur auf E&P, nicht aber auf das G&P-Geschäft aus.

Das Transportgeschäft profitierte von höheren vermarkteten Transportmengen und der Vollkonsolidierung der Baumgarten-Oberkappl Gasleitungsgesellschaft m.b.H., der Betreibergesellschaft der WAG Pipeline. Im Vergleich zu Q1/07 stiegen die verkauften Transportkapazitäten um 3%, einerseits auf Grund der erweiterten Kapazität durch die Inbetriebnahme eines neuen Abschnitts der WAG in Q4/07 andererseits durch die optimierte Vermarktung der Transportkapazitäten der übrigen Gasleitungen. Beginnend mit 2008 wurde die Kennzahl für verkaufte Gastransportmengen bedingt durch europäische Bemühungen hinsichtlich Vereinheitlichung und Transparenz neu definiert: Auf Grund der intensiven Abhängigkeiten zwischen den Pipelines und der steigenden Bedeutung von Transporten gegen die Hauptflussrichtung, wird bei der Betrachtung der Transportmengen nunmehr auf die Mengen, die an den Netzkopplungspunkten an andere Transporteure oder Verteiler übergeben werden, abgestellt. Diese Volumina umfassen sowohl Transitmengen als auch Inlandsmengen. Das Speichergeschäft profitierte von robuster Nachfrage mit hohen Ausspeicherraten und einem hohen Auslastungsniveau. Somit lag die durchschnittliche Speichermenge über dem Niveau von Q1/07, während die durchschnittlich verkaufte Speicherkapazität um 2% sank.

Doljchim, die Düngemittelanlage von Petrom, die seit Q1/08 als Teil des G&P-Geschäfts berichtet wird, konnte auf Grund der hohen Methanol-Verkaufspreise ein EBIT von rund EUR 3 Mio erzielen.

Im Vergleich zu Q4/07 stieg das EBIT um 14%, was die positive Entwicklung aller Geschäftsfelder widerspiegelt. Die Verkaufsmengen im Marketing und Trading fielen in Folge niedrigerer Nachfrage unter jene von Q4/07. Sowohl die Inlandsverkaufsmengen von EconGas als auch die Auslandsmengen blieben unter dem Niveau von Q4/07. Trotz der niedrigeren Mengen konnte EconGas das Ergebnis verbessern, da die Bedingungen für Optimierungseffekte positiv waren. Die Verkaufsmengen von Petrom hingegen nahmen im Vergleich zu Q4/07 zu, da die niedrigeren Temperaturen einen erhöhten Verbrauch in Rumänien zur Folge hatten. Die wesentlich höheren Importpreise und gestiegenen Importquoten belasteten jedoch die Ergebnisse, was sich in einem EBIT unter jenem von Q4/07 widerspiegelt.

Das Logistikgeschäft profitierte von konstanter vermarkteter Transportkapazität. Zudem führte die anhaltend hohe, für die Wintermonate typische Nachfrage nach Speichervolumen und Entnahmekapazität zu einer nahezu vollen Auslastung der technischen Kapazität. Einspeicherraten zeigten sich jedoch saisonal bedingt niedrig.

Wie bereits angesprochen, führte die Einbeziehung von Doljchim zu einem Ergebnisbeitrag von etwa EUR 3 Mio (Q4/07: EUR -3 Mio, nicht im G&P-Ergebnis berichtet sondern in E&P).

Ausblick 2008

Die Schwerpunkte 2008 werden neue Feldentwicklungen, konzernweite Kosteneinsparungsprogramme sowie weiterführende Restrukturierungs-und Modernisierungsprogramme von Petrom sein. Nach den ersten sichtbaren Erfolgen des E&P-Modernisierungsprogramms von Petrom werden 2008 in Rumänien steigende Produktionsmengen erwartet. In den Petrom Raffinerien werden zwar schrittweise Verbesserungen auf Grund von laufenden Restrukturierungsinvestitionen erwartet, größere Ergebnisverbesserungen sind jedoch erst nach Abschluss der Großinvestitionen 2011 möglich.

Es wird erwartet, dass die wichtigsten Marktparameter wie Erdölpreis, Raffineriemargen und USD-Wechselkurs in 2008 weiterhin eine sehr hohe Volatilität aufweisen werden. OMV geht grundsätzlich davon aus, dass der Rohölpreis und der Preisunterschied zwischen den Urals- und Brent-Rohölnotierungen in 2008, bei starken kurzfristigen Schwankungen, über dem Niveau des Vorjahrs liegen werden. Bezüglich der USD/EUR-Rate wird eine Fortsetzung der Abwertungstendenzen gegenüber dem Jahresendniveau von 2007 erwartet. Weiters wird eine Abschwächung des RON gegenüber dem EUR und dem USD erwartet. Die Raffineriemargen werden 2008 etwas unter dem Niveau des Vorjahrs gesehen. Die Erwartungen bezüglich der Margensituation im Marketing liegen knapp über dem Vorjahresniveau.

Für 2008 werden steigende E&P-Mengen erwartet. Der Fokus wird vor allem auf den Feldentwicklungen in Neuseeland (Maari), Kasachstan (Komsomolskoe), im Jemen (Habban), Österreich (Ebenthal und Strasshof) sowie Libyen (jüngste Funde) liegen. Die Modernisierung der Förderanlagen in Rumänien wird fortgesetzt, ebenso soll die Effizienz des Produktionsprozesses weiter gesteigert werden. Eine der Kerninitiativen 2008 wird die Integration der kürzlich akquirierten Ölservice-Aktivitäten von Petromservice sein. Die teils durch den Ölpreis getriebenen Kosteninflationstendenzen der Ölindustrie werden auch 2008 anhalten. Die Modernisierungsprogramme bei Petrom, die konzernweiten Kostensenkungsinitiativen sowie die steigenden Produktionsmengen sollen die Produktionskosten je Fass positiv beeinflussen.

In 2008 ist im R&M-Bereich der Abschluss der Restrukturierung des Raffinerieverbunds Bayernoil vorgesehen. Dabei wird die Raffinerie Neustadt im Frühling für rund einen Monat abgestellt und in Q3/08 der Standort Ingolstadt stillgelegt, wodurch sich die Raffineriekapazität von Bayernoil von 12 Mio t auf 10,5 Mio t (davon 45% OMV Anteil) reduzieren wird.

Die Effizienz des Raffinerieverbunds Bayernoil wird mit der Installation des neuen Hydro-Crackers, der eine Erhöhung des Anteils schweren Rohöls am Einsatzmix sowie des Mittel-Destillat-Anteils am Produktenausstoß ermöglicht, gesteigert. In Schwechat können mit der Fertigstellung der Thermal-Gasoil-Anlage Ende 2008 vermehrt schwere Rohöle eingesetzt werden. Darüber hinaus wird die weitere Absenkung des Schwefelgehalts für Heizöl Extraleicht auf 10 ppm in Schwechat ermöglicht. Zum gleichen Zweck wird in Burghausen die Entschwefelungsanlage umgebaut.

Vor allem in den osteuropäischen EU-Ländern ist auch mit einer weiterhin steigenden Nachfrage nach Treibstoffen zu rechnen. Dadurch und auf Grund der kontinuierlichen Qualitätssteigerung des Tankstellennetzes sollten die Absatzmengen sowie der Non-Oil-Beitrag im Marketingbereich leicht ansteigen.

Im Geschäftsbereich G&P wird Marketing und Trading den Fokus auf die Ausweitung der Handelsaktivitäten an internationalen Handelsplätzen sowie auf das Endkundengeschäft legen. Auf Grund der regulierten Marktpreise in Rumänien und der ansteigenden Gas-Importpreise kommen die Margen unter starken Druck. Für das Nabucco Projekt ist für 2008 ein Open Season Prozess geplant, der zum Abschluss von ersten Transportverträgen führen soll. Dies wird die Basis der endgültigen Investitionsentscheidung darstellen. Die Fertigstellung der Machbarkeitsstudien für das Adria LNG-Projekt wird für 2008 erwartet. Ergänzend zu den Regasifizierungsterminals Gate und Adria LNG werden wesentliche Schritte in Richtung einer Beteiligung an einem Verflüssigungsterminal unternommen. Der Baubeginn des Gaskraftwerks Petrobrazi in Rumänien markiert einen Meilenstein 2008. Weitere Kraftwerksprojekte werden evaluiert.

Auf Grund der herausfordernden und ambitionierten Wachstumsziele, der fortgesetzten Modernisierung der Petrom Aktivitäten und des steigenden Kostenniveaus in der Ölindustrie werden durchschnittliche Investitionen von rund EUR 3 Mrd pro Jahr bis 2010 geplant. Alle Investitionsentscheidungen basieren auf wertorientierten Kennzahlen. Dies ist Voraussetzung das ROACE-Ziel von 13% über einen Geschäftszyklus mit durchschnittlichen Marktindikatoren zu erreichen.

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