Neues Volksblatt: "Bruderzwist" (von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 7. Mai 2008

Linz (OTS) - Dass man bei den Roten einander nicht grün ist, ist kein Geheimnis. Wie erbittert der Streit geführt wird, zeigte sich gestern in der AK-Vollversammlung in Linz mit Bundeskanzler Alfred Gusenbauer. Keine Fraktion ist so aggressiv auf den SPÖ-Vorsitzenden und auf ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer losgegangen wie die roten AK-Räte. Offensichtlich nur, weil sich der ÖGB-Chef gemeinsam mit seinem Sozialpartner Christoph Leitl Gedanken über die Zukunft der Krankenkassen gemacht hat.
Aber so reagieren die Durchschnitts-Genossen eben, wenn "Andersfärbige" ihren Hochburgen zu nahe kommen: wütend und aggressiv.
In der Sache wurde man in der AK-Vollversammlung nicht schlau: Ist Österreich ein soziales Musterland, wie der Bundeskanzler und SPÖ-Chef sagte, oder wird die soziale Schieflage immer dramatischer, wie AK-Präsident Johann Kalliauer (SPÖ) feststellte? Wer sagt die Wahrheit, wer lügt? Hat Kalliauer Recht mit seinem vernichtenden Urteil über ein Land mit einem SPÖ-Kanzler oder gehört er zu jenen, von denen sich Gusenbauer - wie er am 1. Mai ins Publikum donnerte -Österreich nicht schlecht reden lassen will?
Gusenbauer ist nicht der Einzige, der in OÖ diese Erfahrung macht.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001